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Herausforderungen am Ausbildungsmarkt - Unterstützungsportfolio wichtiger denn je
Die Zahl der eingetragenen Ausbildungsverhältnisse im Zuständigkeitsbereich der IHK Koblenz blieb zum 31.12.2025 nahezu konstant. Rund 4.550 Ausbildungsverhältnisse in 140 anerkannten Berufen wurden erneut registriert. Das mag nicht spektakulär klingen, zeigt aber die Stabilität der Region, die Resilienz der Betriebe und den Erfolg des Ausbildungsmarketings der vergangenen Jahre. Anders sieht es in vielen anderen Regionen Deutschlands aus: Dort ist die Lage deutlich angespannter.
In vielen Teilen Deutschlands ist die Entwicklung der neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge rückläufig. Ein Grund dafür ist unter anderem die wirtschaftliche Unsicherheit in der Automobilindustrie. Ausbildungsstellen werden gekürzt, die langjährige Sogwirkung als attraktiver Arbeitgeber nimmt ab, Rückgänge von bis zu zehn Prozent sind keine Seltenheit. Hinzu kommt die veränderte Einstellung vieler junger Menschen, vor allem in Ballungszentren: flexibles Jobben statt formaler Ausbildung – heute Gastronomie, morgen Logistik, danach Handel. Der Erwerb dokumentierter Qualifikationen spielt dabei oft eine untergeordnete Rolle.
Für das nördliche Rheinland- Pfalz gilt: Die Situation ist vergleichsweise stabil, allerdings nur eingeschränkt. Trotz rückläufiger Schulabgängerzahlen bleibt die Zahl der Jugendlichen in IHK-Ausbildungsberufen relativ konstant. Gleichzeitig steigen die Anstrengungen, Jugendliche zu erreichen und für eine Ausbildung zu gewinnen, deutlich.
Besorgniserregend ist dagegen die Zahl der Schülerinnen und Schüler ohne Schulabschluss: Bereits 2024 waren es über 3.000 – Tendenz steigend. Auch das Bildungssystem insgesamt
zeigt Defizite: Die Infrastruktur vieler Schulen in Trägerschaft der Landkreise ist veraltet, teilweise noch auf dem Stand der 1980er Jahre. In Gesprächen mit berufsbildenden Schulen wird über teils katastrophale Zustände berichtet. Um den Auszubildenden das notwendige Wissen und die Kompetenzen zu vermitteln, die sie als ausgebildete Fachkräfte benötigen, sind Investitionen in digitale und fachspezifische Ausstattung dringend erforderlich.
zeigt Defizite: Die Infrastruktur vieler Schulen in Trägerschaft der Landkreise ist veraltet, teilweise noch auf dem Stand der 1980er Jahre. In Gesprächen mit berufsbildenden Schulen wird über teils katastrophale Zustände berichtet. Um den Auszubildenden das notwendige Wissen und die Kompetenzen zu vermitteln, die sie als ausgebildete Fachkräfte benötigen, sind Investitionen in digitale und fachspezifische Ausstattung dringend erforderlich.
Das neue Berufsvorbereitende Jahr (BVJ) stößt auf Kritik, eine klare bildungspolitische Handschrift ist bislang nicht erkenn-bar. Auch bei der Verteilung des Sondervermögens über die Landkreise müssen die berufsbildenden Schulen stärker berücksichtigt werden. Viel Zeit und Geld geht aktuell durch bürokratische Prozesse verloren, statt direkt in Projekte und Sanierungen zu fließen. Nur mit gut ausgestatteten Berufsschulen lässt sich Ausbildungsqualität sichern und die Fachkräftebasis für die Region stärken.
Vor diesem Hintergrund ist es umso wichtiger, dass die IHK verlässliche Rahmenbedingungen schafft. Das Unterstützungsportfolio Ausbildungsmarkt setzt genau hier an. Auch in diesem Jahr sollen rund 2.500 überwiegend kostenfreie Plätze in verschiedenen Programmen bereitgestellt werden, damit die duale Ausbildung weiterhin eine tragende Säule der regionalen Wirtschaft bleibt.
Angebote und Projekte
Prüferschulungen
Rund 3.200 ehrenamtliche Prüferinnen und Prüfer sichern die Qualität der hoheitlichen Aufgaben.
Ausbilderlounge
Mit modularen Angeboten unterstützen wir Ausbilderinnen und Ausbilder dabei, den Nachwuchs auf die Anforderungen der Betriebe vorzubereiten.
Fit für die Ausbildung
Passgenaue Unterstützung verhindert, dass junge Menschen trotz Defiziten im Bildungssystem in der Ausbildung scheitern.
Fit für die Ausbildung HOGA
Für Auszubildende in rund 280 gastgewerblichen Betrieben bietet die IHK strukturierte Unterstützung.
HOGANEXT 2026
Die Initiative stärkt Leistungsträger im Gastgewerbe und wird mit einem finanziellen Zuschuss fortgeführt.
Betrieblicher Integrationslotse
Das bewährte Instrument zur Integration ausländischer Azubis steht den Betrieben weiterhin zur Verfügung.
MINT, Schulpatenschaften und Azubi-Botschafter
Werbung für gewerblich-technische Berufe, der Ausbau von Netzwerken und das Azubi- Botschafter-Programm bleiben 2026 zentrale Schwerpunkte.
Die aktuelle Übersicht des Maßnahmenpakets für Mitgliedsbetriebe können Sie in der neuen Broschüre (nicht barrierefrei, PDF-Datei · 1484 KB) einsehen.
Kontakt
Dr. Holger Bentz
Geschäftsführer Aus- und Weiterbildung
Ann-Kathrin Rössler
Kampagnenmanagement Durchstarter/Aufsteiger (Geschäftsbereich Aus- und Weiterbildung)