Kostensteigerung bei Pfaffendorfer Brücke

Pfaffendorfer Brücke - Klare Finanzierungszusagen des Landes wären wichtiges Signal für Koblenz und die Region

Koblenz. Bei einem Vororttermin informierten am 10. Juni 2022 Dr. Kai Mifka, Leiter des Tiefbauamts Koblenz und Martin Becker, Leiter des Baubüros, Vertreter aus Wirtschaft und Politik über die aktuellen Entwicklungen bei der Pfaffendorfer Brücke.
Der offizielle Baubeginn ist für Anfang nächsten Jahres geplant, aktuell laufen dazu noch die Ausschreibungen. Anfang November könnte die Zustimmung des Stadtrats erfolgen, einer zügigen Umsetzung stünde dann nichts mehr im Wege – vorausgesetzt die Finanzierung ist bis dahin geklärt.
Seit Ende letzten Jahres war klar, dass die Kosten nochmals deutlich ansteigen werden, der Ukraine-Krieg hat die Situation noch weiter verschärft. Während Ende 2019 noch von knapp 100 Millionen Euro Gesamtkosten ausgegangen wurde, erhöhte sich die Schätzung im November 2021 auf 137 Millionen Euro. Im Zuge der neusten Entwicklungen stieg dieser Betrag auf 149 Millionen Euro an. Der Hauptgrund für die höheren Kosten sind die gestiegenen Rohstoffpreise, beispielsweise hat sich Baustahl innerhalb kürzester Zeit um über 20 Prozent verteuert.
Bisher liegt allerdings noch keine feste Zusage des Landes vor, sich an der Kostensteigerung entsprechend zu beteiligen. Die aktuelle Förderzusage von 65,5 Millionen Euro stammt von einem Ministerratsbeschluss Ende August 2020. Damals wurden die zuwendungsfähigen Kosten auf knapp 100 Millionen Euro veranschlagt. Bei aktuell 123 Millionen förderfähigen Kosten würde sich dieser Betrag auf knapp 80 Millionen Euro erhöhen.
Das Neubauprojekt umfasst insgesamt 17 Bauwerke, denn neben der Flussbrücke werden auch die Zufahrtsrampen, diverse Kanalbauten sowie Straßen und Bushaltestellen gebaut. Parallel zum Bau der Pfaffendorfer Brücke soll zudem als eigenständige aber in das Baukonzept eingebundene Maßnahme die Brücke über die Neustadt erneuert werden.
Fabian Göttlich, IHK-Regionalgeschäftsführer der Stadt Koblenz betont: „Dieses große Infrastrukturprojekt ist nicht nur immens wichtig für die Stadt, sondern auch für die ganze Region. Sowohl die zahlreichen Pendler als auch die Logistikunternehmen sind auf eine funktionierende Straßeninfrastruktur angewiesen. Nur so kann die wirtschaftliche Attraktivität des Standorts langfristig gesichert werden. Wir fordern daher, dass sich das Land entsprechend an den Kostensteigerungen beteiligt und die Förderzusage erhöht.“