Pressemitteilung vom 18. März 2026 (Mayen-Koblenz)

Die Wirtschaft in Mayen-Koblenz freut sich über die leicht positive Entwicklung zum Jahresbeginn

Mayen-Koblenz, 18.03.2026. Die wirtschaftliche Stimmung im Landkreis Mayen-Koblenz verbessert sich zum Jahresbeginn 2026 leicht, bleibt jedoch weiterhin angespannt. Der IHK-Konjunkturklimaindex, der die aktuelle Geschäftslage und die Erwartungen der Unternehmen in einem Wert zusammenfasst, steigt von 83 Punkten auf 86 Punkte. Dennoch bleibt der Index nach wie vor unterhalb der 100-Punkte-Marke, die als Grenze zwischen positiver und negativer Gesamtstimmung gilt. Der Landkreis Mayen-Koblenz liegt damit noch unter dem Konjunkturindex des gesamten IHK-Bezirks von derzeit 93 Punkten.
Die Beurteilung der aktuellen Geschäftslage hat sich gegenüber dem Herbst 2025 nur moderat verbessert. Der Anteil der Unternehmen, die ihre Lage als „gut“ bewerten, ist auf 23 Prozent gestiegen. Gleichzeitig bleibt der Anteil der Betriebe mit negativer Lageeinschätzung mit 43 Prozent auf einem hohen Niveau. Insgesamt überwiegen damit weiterhin die kritischen Stimmen.
Für die kommenden zwölf Monate rechnet rund ein Viertel der Unternehmen im Landkreis Mayen-Koblenz mit einer Verbesserung der Geschäftsentwicklung – ein deutlicher Anstieg gegenüber dem Vorjahr. Dennoch bleibt der Ausblick insgesamt verhalten: 42 Prozent erwarten eine gleichbleibende Entwicklung und 32 Prozent gehen von einer Verschlechterung aus.
Auch die Investitions- und Beschäftigungsabsichten bleiben zurückhaltend. Nahezu die Hälfte der Unternehmen plant mit einem konstanten Investitionsniveau. Lediglich 12 Prozent beabsichtigen, ihre Investitionen auszuweiten, während 40 Prozent Kürzungen vorsehen. Bei den Beschäftigungsplänen rechnet die Mehrheit der Betriebe (64 Prozent) mit einem konstanten Personalbestand.
Auch zum Jahresbeginn stehen die Unternehmen vor vielfältigen Herausforderungen. Mit Blick auf die Geschäftsrisiken für die kommenden 12 Monate wird der Inlandsabsatz am häufigsten genannt (71 Prozent) - ein Anstieg von 9 Prozentpunkten gegenüber der Vorumfrage. Es folgen die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen (59 Prozent), die Arbeitskosten (54 Prozent) sowie die Rohstoffpreise (48 Prozent). Die Beantwortung der Fragen und die hieraus resultierende Auswertung erfolgte bereits vor Beginn des Irankriegs, deshalb befindet sich die Einschätzung zur Relevanz der Energiepreise (53 Prozent) nicht mehr auf der aktuellen Situation – dieser Effekt gehört aktuell zu den größten Herausforderungen in der Wirtschaft.
Der Vorsitzende des IHK-Regionalbeirats Mayen-Koblenz Andreas Normann, geschäftsführender Gesellschafter der Spedition Mathias Normann GmbH & Co. KG aus Bendorf fasst die Ergebnisse zusammen: „Die Lage ist weiterhin herausfordernd und in manchen Branchen kritisch, vor allem wegen der hohen Energiekosten, die schon vor Beginn des Irankriegs im Vergleich zu den ausländischen Wettbewerbern zu hoch waren. Im Vergleich zu den EU-Nachbarstaaten hat sich dieser Preisanstieg beim Kraftstoff sogar noch vergrößert. Unsere Politik auf Bundesebene erscheint aus Sicht der Unternehmen zu unbeweglich. Die in Aussicht gestellten Anpassungen dauern zu lange und verschärfen die Wettbewerbsfähigkeit für deutsche Anbieter.“
Für IHK-Regionalgeschäftsführer Martin Neudecker sind zusätzlich Chancen für konkrete Verbesserungen auf Landesebene: „Mit unserer IHK-Kampagne ´Bürokratie bremst´ haben wir zahlreiche Beispiele mit konkreten Lösungsvorschlägen unserer IHK-Mitgliedsunternehmen gesammelt, die von der IHK-Arbeitsgemeinschaft Rheinland-Pfalz in die Koalitionsverhandlungen nach der Wahl eingebracht werden.“

IHK-Konjunkturklimaindikator Landkreis Mayen-Koblenz und IHK-Bezirk Koblenz

Klima- und Wachstumsindikatoren
Unternehmensantworten in Prozent, Saldo: Differenz aus positiven und negativen Antworten der Unternehmen (in Prozentpunkten), Tendenz: Veränderung des Saldos gegenüber der Vorumfrage Herbst 2025 um 3 oder mehr Prozentpunkte in positive bzw. negative Richtung.