Sie befinden sich auf der Seite der IHK Koblenz.
Möchten Sie diese Seite in einem Cookie als Ihre Heimat-IHK setzen?
Sie befinden sich auf der Seite der IHK Koblenz.
Bisher ist die als Ihre Heimat-IHK hinterlegt. Wollen Sie die Seite der IHK Koblenz in einem Cookie
als Ihre neue Heimat-IHK setzen?
Sie werden zum Angebot der weitergeleitet.
Nr. 6390160
IHK-Regionalgeschäftsstelle Ahrweiler
Gewerbeflächenumfrage Kreis AW
Die Gewerbeflächenumfrage der Industrie- und Handelskammer (IHK) Koblenz im Landkreis Ahrweiler hat zentrale Handlungsfelder identifiziert, die für die Zukunft der regionalen Wirtschaft von entscheidender Bedeutung sind. Die Umfrage wurde im Zeitraum vom 17. Juli bis 2. August 2024 durchgeführt und richtete sich an rund 370 Unternehmen im Kreis. Mit einer Teilnahmequote von 19% liefert sie repräsentative Einblicke in die aktuelle Situation und die zukünftigen Anforderungen an Gewerbeflächen in der Region.
Nachfrage der örtlichen Unternehmen nach Flächen größer als das Angebot
Im Landkreis Ahrweiler ist das Angebot von Gewerbe- und Industrieflächen deutlicher kleiner als der Bedarf der Unternehmen. Darum müssen neue Flächen ausgewiesen und bestehende Flächen planerisch gesichert werden. Dort, wo dies nicht möglich ist, sind Nachverdichtung, interkommunale Zusammenarbeit und ein fortlaufendes Flächenmonitoring besonders wichtig. Gewerbe- und Industrieflächen sind ein wichtiger Standortfaktor: Ohne passendes Flächenangebot können Unternehmen nicht wachsen und verlassen ganz oder teilweise die Region und damit auch Arbeitsplätze und Wertschöpfung. Die Ergebnisse der repräsentativen IHK-Gewerbeflächenumfrage zeigen deutlich, dass die Nachfrage der örtlichen Unternehmen nach Flächen größer ist als das derzeitige Angebot. Laut der Umfrageergebnisse benötigen knapp 50 % der Unternehmen in naher Zukunft zusätzliche gewerbliche Flächen. Von diesen Unternehmen benötigen 77 % die Flächen in unmittelbarer Nähe ihres bestehenden Standorts (innerhalb von maximal 10 km Entfernung).
Forderungen:
Ausweisung von mehr Industrie- und Gewerbeflächen
zeitgemäße Planungsinstrumente wie Gewerbeflächenkonzepte und interkommunale Kooperationen
Flexibles Monitoring des Gewerbebedarfs und entsprechende Anpassung der Planung
Digitalisierung und Verknüpfung mit Gewerbeflächenvermarktung
Es zeigt sich auch, dass mehr als ein Viertel des Bedarfs (28 %) mittelfristig, also innerhalb der nächsten 2 bis 4 Jahre, gedeckt werden muss. Des Weiteren benötigen 48 % der Umfrageteilnehmer Flächen von weniger als 5.000 m² und 23 % Flächen zwischen 5.000 m² und 10.000 m².
Forderungen:
Interkommunale Zusammenarbeit und Schutz bestehender Gewerbeflächen vor Konflikten mit Wohnbebauung
Qualifizierung und Modernisierung von Bestandsgebieten zur Vermeidung von Leerständen
Über die Hälfte (58 %) der Unternehmen geben in der Umfrage an, dass keine geeigneten Gewerbeflächen vorhanden sind. Rund ein Viertel haben weitere Flächen in Aussicht, wobei die Umsetzung bisher ungewiss ist. Dies hat zur Folge, dass 15 % ihre Expansionspläne aufgeben und ihren Betrieb im aktuellen Zustand weiterführen, während 27 % erwägen, ihre Erweiterungspläne an einem anderen Standort zu verfolgen.
“Ein besorgniserregendes Ergebnis der Umfrage ist, dass 58 % der Unternehmen derzeit keine geeigneten Gewerbeflächen finden können.”, so Andrea Stenz, IHK-Regionalgeschäftsführerin.
Entscheidende Standortfaktoren
Die geplanten Nutzungszwecke für diese Erweiterungsflächen fokussieren sich vor allem auf Lager (71 %), Produktion (58%), Büro- und Verwaltungsflächen (48 %) sowie Stellplätze für PKW und LKW (45 %). Eine schnelle Internetverbindung, gute Anbindung an Fernstraßen und Autobahnen sowie bereits erschlossene und zeitnah baureife Flächen gelten als entscheidende Standortfaktoren. Im Gegensatz dazu werden Merkmale wie bestehende, nutzbare Immobilien als weniger bedeutend erachtet.
Forderungen:
Sicherung verkehrsgünstiger Standorte für Logistikgewerbe
Förderung umweltschonender Verkehrsmittel und Anbindung an öffentliche Verkehrssysteme
Flächendeckender Breitbandausbau in (künftigen) Gewerbe und Industriegebieten
Handlungsbedarf klar erkennbar, nächste Schritte
Die Umfrage zeigt deutlich, dass seitens der Unternehmen ein erheblicher Handlungsbedarf besteht, um die wirtschaftliche Entwicklung im Landkreis Ahrweiler zu unterstützen und den Verbleib der Betriebe in der Region zu sichern. Die IHK Koblenz wird die gewonnenen Erkenntnisse nutzen, um gemeinsam mit den lokalen Behörden und Kommunen Lösungen zu erarbeiten, die den Bedarf der Unternehmen decken und den Wirtschaftsstandort Ahrweiler nachhaltig stärken. Ziel ist es, den Standort Ahrweiler als attraktive Heimat für bestehende und neue Unternehmen zu sichern und auszubauen.