Konjunkturbericht Nordostniedersachsen 4. Quartal 2025

Gesamtwirtschaft Nordostniedersachsen

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Die Einschätzung der aktuellen Geschäftslage im Winter hat sich im Vergleich zum Herbst nicht verändert. Auch die Geschäftsprognosen der regionalen Wirtschaft für die kommenden zwölf Monate verharren auf dem niedrigen Niveau des Vorquartals. In Kombination mit den strukturellen Defiziten des heimischen Wirtschaftsstandortes wirkt sich die trübe Stimmung auf die Personalplanung und die Investitionen aus. Die Investitionsbereitschaft der Unternehmen ist weiter zurückgegangen. Aktuell beabsichtigen 36 Prozent der befragten Betriebe, ihre Investitionsbudgets zu kürzen. 42 Prozent wollen sie wenigstens unverändert lassen. Eine Ausweitung ihrer Investitionen planen dagegen nur 22 Prozent der Unternehmen.
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Eine Aufschlüsselung nach Investitionsmotiven (Mehrfachnennung möglich) zeigt, dass nach wie vor ein Großteil der geplanten Investitionen lediglich der Beschaffung von Ersatzbedarf (65 Prozent der Nennungen) und der Rationalisierung (35 Prozent) dient. Auf Wachstum ausgerichtete Investitionen zur Produktinnovation (31 Prozent) und zur Kapazitätserweiterung (17 Prozent) stehen dahinter deutlich zurück. Dabei ist der Bedarf an Investitionen in Zukunftstechnologien grundsätzlich ausgesprochen hoch, denn ohne entsprechende Investitionen werden die Herausforderungen der Digitalisierung oder der Transformation zu mehr Nachhaltigkeit und Klimaschutz kaum zu bewältigen sein.
Auch bei ihren Personalplanungen sind die Unternehmen im Winter vorsichtiger als noch im Herbst. 30 Prozent der Unternehmen beabsichtigen, die Beschäftigtenzahl zu reduzieren. Nur elf Prozent erwägen, den Personalbestand auszuweiten.
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Industrie

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Dass der Konjunkturklimaindikator für die Industrie um fünf Punkte auf einen Stand von 80 angestiegen ist, resultiert aus der etwas verbesserten Bewertung der aktuellen Geschäftslage. Dagegen hat sich die Einschätzung der in den kommenden zwölf Monaten erwarteten Geschäfte der regionalen Industrie im Vergleich zum Vorquartal kaum verändert. Nur vier Prozent der Hersteller rechnen mit guten Geschäften. 68 Prozent der Betriebe beschreiben ihre Geschäftsprognosen als befriedigend bzw. saisonüblich. Über ungünstigere Geschäftsprognosen klagen hingegen 28 Prozent.
Den unveränderten Geschäftsprognosen zum Trotz ergeben sich aus der Umfrage aber auch einige Lichtblicke. So ist es der regionalen Industrie zuletzt gelungen, ihre Umsätze und Erträge zu stabilisieren. Zudem haben die Auftragseingänge angezogen. Sowohl die inländische als auch die ausländische Nachfrage haben hierzu ihren Beitrag geleistet. Infolgedessen hat sich auch der Auftragsbestand wieder etwas erholt. Dennoch hält immer noch jeder dritte Industriebetrieb das eigene Auftragsvolumen für zu gering. Auf ein komfortables Auftragspolster blickt dagegen nur gut jedes zehnte Unternehmen.
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Einzelhandel

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Das Konjunkturklima im Einzelhandel bleibt trübe. Der Branchenindikator verharrt auf einem Stand von 77 Punkten. Wenigstens hat sich die Einschätzung der in den kommenden zwölf Monaten erwarteten Geschäfte der Händler im Vergleich zum Vorquartal ein wenig gebessert. Nur 13 Prozent der Händler rechnen mit günstigeren Geschäften. Während 44 Prozent die Geschäftsprognosen wenigstens noch als befriedigend empfinden, rechnen 43 Prozent der Befragten im neuen Jahr mit schlechteren Geschäften.
Immerhin haben sich die Umsätze in Teilen der Branche stabilisiert, wozu mitunter auch die Sonderverkaufstage im November und das Weihnachtsgeschäft ihren Beitrag leisten konnten. Obwohl die Konsumneigung der Handelskunden zuletzt wieder etwas zugelegt hat, leiden die Händler unter der anhaltenden Verunsicherung der Verbraucher. Angesichts zahlreicher Krisen und schlechter Nachrichten aus der Wirtschaft scheint eine nachhaltige Erholung des Konsumklimas vorerst nicht in Sicht. Zwar sind die Teuerungsraten ebenso wie die Zinsen zurückgegangen, die Konsumenten halten aber weiterhin ihr Geld zusammen und kaufen nur sparsam und preissensibel ein. Dies gilt ganz besonders für den stationären Handel, aber durchaus auch für den Onlinehandel.
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Großhandel

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Der sektorale Konjunkturklimaindikator für den Großhandel ging um elf Punkte auf den schwachen Wert von 67 zurück. Dies gründet sich auf die Rückmeldungen der Branche zu ihrer geschäftlichen Lage, die im Winter schlechter ausfallen als noch im Herbst. Nur sechs Prozent der Grossisten berichten über gut laufende Geschäfte. Gut die Hälfte der Betriebe bezeichnet ihre Situation als befriedigend, 42 Prozent beurteilen ihre Geschäftslage jedoch als schlecht. Natürlich kann sich auch der Großhandel der allgemeinen Konjunkturflaute nicht entziehen. Entsprechend zögerlich fällt das Bestellverhalten seiner Kunden aus. Weite Teile des Wirtschaftszweiges sind hiervon betroffen.
So leidet der produktionsbezogene Großhandel unter der noch immer trägen Industriekonjunktur, den konsumnahen Großhandel trifft dagegen die anhaltende Kaufzurückhaltung der Verbraucher. Somit bleiben die Umsätze und Erträge der Branche weiterhin unter Druck. Die Hoffnung auf Besserung verharrt auf niedrigem Niveau. Dies zeigen die Prognosen für den Geschäftsverlauf im Jahr 2026. Demnach bewerten 32 Prozent der Großhändler ihre geschäftlichen Aussichten als schlecht. 65 Prozent gehen zumindest von einer gleichbleibenden Entwicklung aus. Bessere Geschäfte erwarten dagegen lediglich drei Prozent der Großhandelsunternehmen.

Dienstleistungen

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Der sektorale Konjunkturklimaindikator für die Dienstleistungswirtschaft ist um fünf Punkte auf einen Wert von 91 zurückgegangen und die Stimmung der Branche bleibt durchwachsen. Zwar fallen die Rückmeldungen der Dienstleister zu ihren Umsätzen, Erträgen und Auftragseingängen aktuell erkennbar besser aus als im zurückliegenden Herbst, eine nachhaltige Erholung ist damit jedoch noch nicht verbunden. Momentan bewerten 24 Prozent der Dienstleister ihre Geschäftslage als gut. Jeder zweite Dienstleistungsbetrieb sieht sie als befriedigend an, 18 Prozent hadern hingegen mit ihrer Situation. Zwar erzielt der Dienstleistungssektor mit 91 Punkten den besten Branchenwert, von langjährigen Durchschnittswerten ist die Branche aber immer noch weit entfernt.
Vielen unternehmensbezogenen Dienstleistern fehlen die Aufträge der heimischen Industrie- und von Gewerbekunden und auch die personenbezogenen Dienstleister spüren die Zurückhaltung ihrer Klienten. Angesichts des trägen Geschäftsumfelds blickt die Branche mit stärkerer Skepsis auf die Geschäftsentwicklung im angebrochenen Jahr. Nur jeder fünfte Betrieb glaubt, dass 2026 eine geschäftliche Aufhellung bringen wird. Gleichbleibende Geschäfte erwarten immerhin 45 Prozent. 35 Prozent der Unternehmen rechnen jedoch mit einer geschäftlichen Eintrübung. Auch für die Dienstleister dürfte die nähere Zukunft also herausfordernd bleiben.
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