IHK-Konjunkturbericht
Wie ist die aktuelle Geschäftslage, was erwarten die Mitgliedsbetriebe für die nächsten Monate, wie sind die Beschäftigungs- und Investitionsplanungen? Die vierteljährliche Konjunkturumfrage gibt einen Einblick, wie es aktuell um die regionale Wirtschaft steht.
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- Konjunkturbericht Nordostniedersachsen 1. Quartal 2026
Gesamtwirtschaft Nordostniedersachsen
Angesichts der ernüchternden Rückmeldungen der Unternehmen zu ihrer Geschäftslage, ihren Geschäftserwartungen und der aktuell besonders zahlreichen Unsicherheitsfaktoren überrascht es nicht, dass die Investitionsbereitschaft der regionalen Wirtschaft auf mäßigem Niveau verharrt. Dabei ist der Bedarf an Investitionen in Zukunftstechnologien oder innovativen Produkte grundsätzlich ausgesprochen hoch, denn ohne umfassende private Investitionen werden die Herausforderungen der Digitalisierung, der Verteidigungsfähigkeit oder der Transformation zu mehr Nachhaltigkeit und Klimaschutz kaum zu bewältigen sein. Aktuell rechnen 33 Prozent der befragten Unternehmen mit einer Kürzung ihrer Investitionsbudgets und nur 19 Prozent gehen von einer Ausweitung aus. 48 Prozent beabsichtigen, ihr Investitionsvolumen unverändert zu belassen.
Die nun schon mehrere Jahre andauernde konjunkturelle Flaute schlägt immer mehr auch auf den Arbeitsmarkt durch. Wie die aktuelle Umfrage zeigt, tritt die regionale Wirtschaft bei ihren Beschäftigungsplanungen mittlerweile kräftig auf die Bremse. So beabsichtigen derzeit nur sechs Prozent der Betriebe, ihren Personalbestand auszubauen. Dagegen rechnen 24 Prozent der Unternehmen damit, die Anzahl ihrer Mitarbeiter reduzieren zu müssen. Dennoch sind die meisten Unternehmen sehr darum bemüht, ihre wertvollen Fachkräfte trotz aller konjunkturellen und strukturellen Probleme zu halten, denn trotz rückläufiger Beschäftigungsprognosen besteht grundsätzlich bei vielen Unternehmen noch Personalbedarf. Und so sehen auch jetzt noch 44 Prozent der Unternehmen im Fachkräftemangel ein erhebliches Geschäftsrisiko.
Industrie
Dass der Konjunkturklimaindikator für die Industrie um acht Punkte auf einen Stand von 72 zurückfiel, liegt in erster Linie an den deutlich verschlechterten Geschäftsaussichten. Dagegen hat sich die geschäftliche Lage der regionalen Industrie im Vergleich zum Vorquartal nur geringfügig verändert. Momentan berichten 17 Prozent der Hersteller von guten Geschäften. Die große Mehrheit der Betriebe beschreibt ihre Situation als befriedigend bzw. saisonüblich. Über einen schlechten Geschäftsverlauf klagt mit 35 Prozent jedoch gut jeder dritte Produzent. Der Saldo aus positiven und negativen Rückmeldungen beträgt demnach -18 und verharrt nun schon seit einem Jahr konstant auf durchwachsenem Niveau. Lieferkettenrisiken durch unterbrochene Schifffahrtsrouten und die steigenden Energiepreise belasten Industriebetriebe besonders. Der Klima-Index der Industrie verzeichnet im Branchenvergleich mit acht Punkten den stärksten Rückgang.Der Blick nach vorn hat sich durch die Auswirkungen des Nahost-Konfliktes stark eingetrübt. Nur noch acht Prozent erwarten bessere Geschäfte im weiteren Jahresverlauf, 45 Prozent befürchten hingegen geschäftliche Einbußen. 44 Prozent der Betriebe berichten von niedrigeren Auftragseingängen. Von den befragten Industriebetrieben rechnet keiner mit einer Verbesserung des Exportgeschäftes, während zumindest 50 Prozent eine gleichbleibende Entwicklung erwarten. Jedoch prognostiziert auch jedes zweite Industrieunternehmen einen Rückgang seiner Exporte.
Einzelhandel
Auch den Einzelhandel stellt der Nahost-Konflikt vor neue Herausforderungen. Steigende Kosten für Kraftstoffe sowie drohende Preissteigerungen bei Lebensmitteln, Transport und Energieversorgung verunsichern die Handelskunden und lassen erwarten, dass sich die ohnehin schwache Konsumneigung der Verbraucher weiter eintrüben wird. Zwar kann der Konjunktur-Index des Einzelhandels um einen auf 78 Punkte zulegen, jedoch bleibt der Wert damit auf einem niedrigen Niveau. Derzeit bezeichnen nur 13 Prozent der Einzelhändler ihre geschäftliche Situation als gut. Eine große Mehrheit von 63 Prozent empfindet sie immerhin als befriedigend. 24 Prozent der Einzelhändler berichten hingegen von schlecht laufenden Geschäften.Unter Druck steht insbesondere der stationäre Einzelhandel, aber auch im Onlinehandel bleibt das Wachstum sehr moderat. Da sich momentan keine Besserung der Lage andeutet, bleibt der Ausblick des Handels auf die Geschäfte im weiteren Jahresverlauf wenig hoffnungsvoll. 39 Prozent rechnen mit einer Eintrübung ihrer Geschäftslage. Während gut jeder zweite Händler eine gleichbleibende Entwicklung prognostiziert, erwarten nur noch 7 Prozent der befragten Handelsunternehmen in den kommenden Monaten bessere Geschäfte. Vor diesem Hintergrund fallen auch die Investitions- und Personalplanungen des regionalen Einzelhandels sehr zurückhaltend aus.
Großhandel
Der aktuelle Anstieg des Konjunkturklimaindikators für den Großhandel ist vor dem Hintergrund seines außerordentlich niedrigen Ausgangsniveaus aus dem Vorquartal zu betrachten. Trotz einer Zunahme um sechs Punkte kletterte der Branchenwert im Frühjahr daher lediglich auf einen Stand von 73 Punkten. Obwohl die Branche ihre Umsätze zuletzt stabilisieren konnte, bleibt ihr konjunkturelles Umfeld schwach und von hoher Unsicherheit geprägt. Dies zeigen die Rückmeldungen der Großhändler zu ihrer geschäftlichen Lage. So berichten zwar 16 Prozent der Grossisten über gut laufende Geschäfte und 43 Prozent der Betriebe bezeichnen ihre Situation als befriedigend – jedoch beurteilen 41 Prozent der Großhandelsunternehmen ihre Geschäftslage als schlecht.Natürlich können sich auch die Großhändler der anhaltenden Konjunkturflaute nicht entziehen. Entsprechend zögerlich fällt das Bestellverhalten seiner Kunden aus. So leidet der Produktionsverbindungshandel unter der trägen Industriekonjunktur, den konsumnahen Großhandel trifft die fortdauernde Kaufzurückhaltung der Verbraucher. Die Hoffnung auf eine Normalisierung des Geschäftsverlaufs im Frühjahr bleibt verhalten. So bewerten 45 Prozent der Großhändler die geschäftlichen Aussichten als schlecht. Bessere Geschäfte erwarten demgegenüber nur 15 Prozent.
Dienstleistungen
Die anhaltende Konjunkturflaute setzt auch die Dienstleister immer stärker unter Druck. So sackte der sektorale Konjunkturklimaindikator für die Dienstleistungswirtschaft im Frühjahr um fünf Punkte auf einen schwachen Wert von 86 ab. Ins Minus gerissen wird die Dienstleistungskonjunktur vor allem durch rückläufige Lagebeurteilungen, vor allem aber durch die merklich verschlechterten Geschäftserwartungen der Branche. Derzeit bewertet nur noch ein Fünftel der Dienstleister seine Geschäftslage als gut. 54 Prozent sehen sie als befriedigend an, ein weiteres gutes Viertel hadert hingegen mit seiner Situation.Vielen unternehmensbezogenen Dienstleistern fehlen Aufträge der heimischen Industrie- und Gewerbekunden und auch die personenbezogenen Dienstleister spüren die Zurückhaltung ihrer Klienten. Zudem leiden auch die Dienstleistungsbetriebe unter gestiegenen Kosten für Energie, Material und Personal. Vor diesem Hintergrund haben sich die Aussichten auf die kommenden Monate wieder verdüstert. Inzwischen glauben nur noch 15 Prozent der befragten Betriebe an eine geschäftliche Aufhellung. Etwas weniger als die Hälfte erwartet immerhin gleichbleibende Geschäfte, 36 Prozent rechnen jedoch mit einer geschäftlichen Eintrübung. Auch für die Dienstleistungswirtschaft dürfte die nähere Zukunft also herausfordernd bleiben.
- Konjunkturbericht Braunschweig-Wolfsburg 1. Quartal 2026
Gesamtwirtschaft Region Braunschweig-Wolfsburg
Angesichts der ernüchternden Rückmeldungen der Unternehmen zu ihrer Geschäftslage, ihren Geschäftserwartungen und der aktuell besonders zahlreichen Unsicherheitsfaktoren überrascht es nicht, dass die Investitionsbereitschaft der regionalen Wirtschaft auf mäßigem Niveau verharrt. Dabei ist der Bedarf an Investitionen in Zukunftstechnologien oder innovative Produkte grundsätzlich ausgesprochen hoch, denn ohne umfassende private Investitionen werden die Herausforderungen der Digitalisierung, der Verteidigungsfähigkeit oder der Transformation zu mehr Nachhaltigkeit und Klimaschutz kaum zu bewältigen sein. Immerhin bewegt sich der Saldo der entsprechenden Rückmeldungen nicht mehr unterhalb der Nulllinie. Stattdessen halten sich positives und negatives Feedback wie schon im Vorquartal die Waage. Aktuell rechnen 28 Prozent der befragten Unternehmen mit einer Ausweitung ihrer Investitionsbudgets, ebenso viele gehen allerdings von einer Kürzung aus. 44 Prozent beabsichtigen, ihr Investitionsvolumen unverändert zu belassen.
Die nun schon mehrere Jahre andauernde konjunkturelle Flaute schlägt immer mehr auch auf den Arbeitsmarkt durch. Wie die aktuelle Umfrage zeigt, tritt die regionale Wirtschaft bei ihren Beschäftigungsplanungen mittlerweile kräftig auf die Bremse. So beabsichtigt derzeit nicht einmal mehr jeder zehnte Betrieb, seinen Personalbestand auszubauen. Dagegen rechnen 35 Prozent der Unternehmen damit, die Anzahl ihrer Mitarbeiter reduzieren zu müssen. Innerhalb der letzten fünf Jahre sind die Beschäftigungsprognosen der regionalen Wirtschaft nur ein einziges Mal schlechter ausgefallen. Dennoch sind die meisten Unternehmen sehr darum bemüht, ihre wertvollen Fachkräfte trotz aller konjunkturellen und strukturellen Probleme zu halten, denn trotz rückläufiger Beschäftigungsprognosen besteht grundsätzlich bei vielen Unternehmen noch Personalbedarf. Und so sieht auch jetzt noch fast jedes dritte Unternehmen im Fachkräftemangel ein erhebliches Geschäftsrisiko.
Industrie
Dass der Konjunkturklimaindikator für die Industrie um elf Punkte auf einen Stand von 84 zurückgefallen ist, liegt in erster Linie an den inzwischen wieder deutlich verschlechterten Geschäftsaussichten. Dagegen hat sich die geschäftliche Lage der regionalen Industrie im Vergleich zum Vorquartal nur geringfügig verändert. Momentan berichten 16 Prozent der Hersteller von guten Geschäften. Die große Mehrheit der Betriebe beschreibt ihre Situation als befriedigend bzw. saisonüblich. Über einen schlechten Geschäftsverlauf klagt mit 24 Prozent jedoch fast jeder vierte Produzent. Der Saldo aus positiven und negativen Rückmeldungen beträgt demnach minus acht und verharrt nun schon seit einem Jahr konstant auf durchwachsenem Niveau.Trotz der unveränderten Lagebeurteilung enthalten die Umfrageergebnisse aber auch einzelne Hoffnungsschimmer. So ist es der regionalen Industrie zuletzt gelungen, ihre Umsätze und Erträge weiter zu stabilisieren. Zudem haben sich die Auftragseingänge und in der Folge auch die Auftragsbestände weiter konsolidiert. Dennoch hält immer noch jeder vierte Industriebetrieb das eigene Auftragsvolumen für zu gering. Auf ein komfortables Auftragspolster blickt dagegen nur jedes zehnte Unternehmen. Der Blick nach vorn hat sich durch die Auswirkungen des Nahost-Konfliktes wieder stark eingetrübt. Nur noch elf Prozent erwarten bessere Geschäfte im weiteren Jahresverlauf, ein gutes Drittel fürchtet hingegen geschäftliche Einbußen.Einzelhandel
Auch den Einzelhandel stellt der Iran-Krieg vor neue Herausforderungen. Steigende Kosten für Kraftstoffe sowie drohende Preissteigerungen bei Lebensmitteln, Transport und Energieversorgung verunsichern die Handelskunden und lassen erwarten, dass sich die ohnehin schwache Konsumneigung der Verbraucher weiter eintrüben wird. Und so fällt das Konjunkturklima im Einzelhandel aktuell sogar noch etwas trüber aus als zu Jahresbeginn. Der entsprechende Branchenindikator gab um drei Punkte auf einen Stand von 69 nach. Derzeit bezeichnen nur noch drei Prozent der Einzelhändler ihre geschäftliche Situation als gut. Eine große Mehrheit von 70 Prozent empfindet sie immerhin als befriedigend. 27 Prozent der Einzelhändler berichten hingegen von schlecht laufenden Geschäften.Unter Druck steht insbesondere der stationäre Einzelhandel, aber auch im Onlinehandel bleibt das Wachstum sehr moderat. Da sich momentan keine Besserung der Lage andeutet, bleibt der Ausblick des Handels auf die Geschäfte im weiteren Jahresverlauf wenig hoffnungsvoll. 44 Prozent rechnen mit einer Eintrübung ihrer Geschäftslage. Während jeder zweite Händler eine gleichbleibende Entwicklung prognostiziert, erwarten nur noch sechs Prozent der befragten Handelsunternehmen in den kommenden Monaten bessere Geschäfte. Vor diesem Hintergrund fallen auch die Investitions- und Personalplanungen des regionalen Einzelhandels sehr zurückhaltend aus.Großhandel
Der aktuelle Anstieg des Konjunkturklimaindikators für den Großhandel ist vor dem Hintergrund seines außerordentlich niedrigen Ausgangsniveaus aus dem Vorquartal zu betrachten. Trotz einer Zunahme um beachtliche 16 Punkte kletterte der Branchenwert im Frühjahr daher lediglich einen Stand von 76. Obwohl die Branche ihre Umsätze zuletzt stabilisieren konnte, bleibt ihr konjunkturelles Umfeld schwach und von hoher Unsicherheit geprägt. Dies zeigen die Rückmeldungen der Großhändler zu ihrer geschäftlichen Lage. So berichten zwar 22 Prozent der Grossisten über gut laufende Geschäfte und ein knappes Drittel der Betriebe bezeichnet seine Situation als befriedigend – mit 47 Prozent beurteilt jedoch fast jedes zweite Großhandelsunternehmen seine Geschäftslage als schlecht.Natürlich können sich auch die Großhändler der anhaltenden Konjunkturflaute nicht entziehen. Entsprechend zögerlich fällt das Bestellverhalten seiner Kunden aus. So leidet der Produktionsverbindungshandel unter der trägen Industriekonjunktur, den konsumnahen Großhandel trifft die fortdauernde Kaufzurückhaltung der Verbraucher. Auch wenn die Hoffnung auf eine Normalisierung des Geschäftsverlaufs im Frühjahr wieder etwas angewachsen ist, bleibt sie verhalten. So bewertet immer noch mehr als die Hälfte der Großhändler die geschäftlichen Aussichten als schlecht. Bessere Geschäfte erwartet demgegenüber nur ein gutes Viertel.Dienstleistungen
Die anhaltende Konjunkturflaute setzt auch die Dienstleister immer stärker unter Druck. So sackte der sektorale Konjunkturklimaindikator für die Dienstleistungswirtschaft im Frühjahr um ganze 13 Punkte auf einen schwachen Wert von 80 ab. Ins Minus gerissen wird die Dienstleistungskonjunktur durch rückläufige Lagebeurteilungen, vor allem aber durch die merklich verschlechterten Geschäftserwartungen der Branche. Derzeit bewertet nur noch ein gutes Fünftel der Dienstleister seine Geschäftslage als gut. 58 Prozent sehen sie als befriedigend an, ein weiteres gutes Fünftel hadert hingegen mit ihrer Situation. Eine erkennbare Abwärtstendenz zeigen die Rückmeldungen der Branche zu ihren Auftragseingängen, Umsätzen und Erträgen.Vielen unternehmensbezogenen Dienstleistern fehlen Aufträge der heimischen Industrie- und Gewerbekunden und auch die personenbezogenen Dienstleister spüren die Zurückhaltung ihrer Klienten. Zudem leiden auch die Dienstleistungsbetriebe unter gestiegenen Kosten für Energie, Material und Personal. Vor diesem Hintergrund haben sich die Aussichten auf die kommenden Monate wieder verdüstert. Inzwischen glaubt nicht einmal mehr ein Zehntel der befragten Betriebe an eine geschäftliche Aufhellung. Etwas weniger als die Hälfte erwartet immerhin gleichbleibende Geschäfte, 44 Prozent rechnen jedoch mit einer geschäftlichen Eintrübung. Auch für die Dienstleistungswirtschaft dürfte die nähere Zukunft also herausfordernd bleiben.
- Konjunkturbericht Nordostniedersachsen 4. Quartal 2025
Gesamtwirtschaft Nordostniedersachsen
Die Einschätzung der aktuellen Geschäftslage im Winter hat sich im Vergleich zum Herbst nicht verändert. Auch die Geschäftsprognosen der regionalen Wirtschaft für die kommenden zwölf Monate verharren auf dem niedrigen Niveau des Vorquartals. In Kombination mit den strukturellen Defiziten des heimischen Wirtschaftsstandortes wirkt sich die trübe Stimmung auf die Personalplanung und die Investitionen aus. Die Investitionsbereitschaft der Unternehmen ist weiter zurückgegangen. Aktuell beabsichtigen 36 Prozent der befragten Betriebe, ihre Investitionsbudgets zu kürzen. 42 Prozent wollen sie wenigstens unverändert lassen. Eine Ausweitung ihrer Investitionen planen dagegen nur 22 Prozent der Unternehmen.
Eine Aufschlüsselung nach Investitionsmotiven (Mehrfachnennung möglich) zeigt, dass nach wie vor ein Großteil der geplanten Investitionen lediglich der Beschaffung von Ersatzbedarf (65 Prozent der Nennungen) und der Rationalisierung (35 Prozent) dient. Auf Wachstum ausgerichtete Investitionen zur Produktinnovation (31 Prozent) und zur Kapazitätserweiterung (17 Prozent) stehen dahinter deutlich zurück. Dabei ist der Bedarf an Investitionen in Zukunftstechnologien grundsätzlich ausgesprochen hoch, denn ohne entsprechende Investitionen werden die Herausforderungen der Digitalisierung oder der Transformation zu mehr Nachhaltigkeit und Klimaschutz kaum zu bewältigen sein.Auch bei ihren Personalplanungen sind die Unternehmen im Winter vorsichtiger als noch im Herbst. 30 Prozent der Unternehmen beabsichtigen, die Beschäftigtenzahl zu reduzieren. Nur elf Prozent erwägen, den Personalbestand auszuweiten.
Industrie
Dass der Konjunkturklimaindikator für die Industrie um fünf Punkte auf einen Stand von 80 angestiegen ist, resultiert aus der etwas verbesserten Bewertung der aktuellen Geschäftslage. Dagegen hat sich die Einschätzung der in den kommenden zwölf Monaten erwarteten Geschäfte der regionalen Industrie im Vergleich zum Vorquartal kaum verändert. Nur vier Prozent der Hersteller rechnen mit guten Geschäften. 68 Prozent der Betriebe beschreiben ihre Geschäftsprognosen als befriedigend bzw. saisonüblich. Über ungünstigere Geschäftsprognosen klagen hingegen 28 Prozent.Den unveränderten Geschäftsprognosen zum Trotz ergeben sich aus der Umfrage aber auch einige Lichtblicke. So ist es der regionalen Industrie zuletzt gelungen, ihre Umsätze und Erträge zu stabilisieren. Zudem haben die Auftragseingänge angezogen. Sowohl die inländische als auch die ausländische Nachfrage haben hierzu ihren Beitrag geleistet. Infolgedessen hat sich auch der Auftragsbestand wieder etwas erholt. Dennoch hält immer noch jeder dritte Industriebetrieb das eigene Auftragsvolumen für zu gering. Auf ein komfortables Auftragspolster blickt dagegen nur gut jedes zehnte Unternehmen.
Einzelhandel
Das Konjunkturklima im Einzelhandel bleibt trübe. Der Branchenindikator verharrt auf einem Stand von 77 Punkten. Wenigstens hat sich die Einschätzung der in den kommenden zwölf Monaten erwarteten Geschäfte der Händler im Vergleich zum Vorquartal ein wenig gebessert. Nur 13 Prozent der Händler rechnen mit günstigeren Geschäften. Während 44 Prozent die Geschäftsprognosen wenigstens noch als befriedigend empfinden, rechnen 43 Prozent der Befragten im neuen Jahr mit schlechteren Geschäften.Immerhin haben sich die Umsätze in Teilen der Branche stabilisiert, wozu mitunter auch die Sonderverkaufstage im November und das Weihnachtsgeschäft ihren Beitrag leisten konnten. Obwohl die Konsumneigung der Handelskunden zuletzt wieder etwas zugelegt hat, leiden die Händler unter der anhaltenden Verunsicherung der Verbraucher. Angesichts zahlreicher Krisen und schlechter Nachrichten aus der Wirtschaft scheint eine nachhaltige Erholung des Konsumklimas vorerst nicht in Sicht. Zwar sind die Teuerungsraten ebenso wie die Zinsen zurückgegangen, die Konsumenten halten aber weiterhin ihr Geld zusammen und kaufen nur sparsam und preissensibel ein. Dies gilt ganz besonders für den stationären Handel, aber durchaus auch für den Onlinehandel.
Großhandel
Der sektorale Konjunkturklimaindikator für den Großhandel ging um elf Punkte auf den schwachen Wert von 67 zurück. Dies gründet sich auf die Rückmeldungen der Branche zu ihrer geschäftlichen Lage, die im Winter schlechter ausfallen als noch im Herbst. Nur sechs Prozent der Grossisten berichten über gut laufende Geschäfte. Gut die Hälfte der Betriebe bezeichnet ihre Situation als befriedigend, 42 Prozent beurteilen ihre Geschäftslage jedoch als schlecht. Natürlich kann sich auch der Großhandel der allgemeinen Konjunkturflaute nicht entziehen. Entsprechend zögerlich fällt das Bestellverhalten seiner Kunden aus. Weite Teile des Wirtschaftszweiges sind hiervon betroffen.So leidet der produktionsbezogene Großhandel unter der noch immer trägen Industriekonjunktur, den konsumnahen Großhandel trifft dagegen die anhaltende Kaufzurückhaltung der Verbraucher. Somit bleiben die Umsätze und Erträge der Branche weiterhin unter Druck. Die Hoffnung auf Besserung verharrt auf niedrigem Niveau. Dies zeigen die Prognosen für den Geschäftsverlauf im Jahr 2026. Demnach bewerten 32 Prozent der Großhändler ihre geschäftlichen Aussichten als schlecht. 65 Prozent gehen zumindest von einer gleichbleibenden Entwicklung aus. Bessere Geschäfte erwarten dagegen lediglich drei Prozent der Großhandelsunternehmen.Dienstleistungen
Der sektorale Konjunkturklimaindikator für die Dienstleistungswirtschaft ist um fünf Punkte auf einen Wert von 91 zurückgegangen und die Stimmung der Branche bleibt durchwachsen. Zwar fallen die Rückmeldungen der Dienstleister zu ihren Umsätzen, Erträgen und Auftragseingängen aktuell erkennbar besser aus als im zurückliegenden Herbst, eine nachhaltige Erholung ist damit jedoch noch nicht verbunden. Momentan bewerten 24 Prozent der Dienstleister ihre Geschäftslage als gut. Jeder zweite Dienstleistungsbetrieb sieht sie als befriedigend an, 18 Prozent hadern hingegen mit ihrer Situation. Zwar erzielt der Dienstleistungssektor mit 91 Punkten den besten Branchenwert, von langjährigen Durchschnittswerten ist die Branche aber immer noch weit entfernt.Vielen unternehmensbezogenen Dienstleistern fehlen die Aufträge der heimischen Industrie- und von Gewerbekunden und auch die personenbezogenen Dienstleister spüren die Zurückhaltung ihrer Klienten. Angesichts des trägen Geschäftsumfelds blickt die Branche mit stärkerer Skepsis auf die Geschäftsentwicklung im angebrochenen Jahr. Nur jeder fünfte Betrieb glaubt, dass 2026 eine geschäftliche Aufhellung bringen wird. Gleichbleibende Geschäfte erwarten immerhin 45 Prozent. 35 Prozent der Unternehmen rechnen jedoch mit einer geschäftlichen Eintrübung. Auch für die Dienstleister dürfte die nähere Zukunft also herausfordernd bleiben.
- Konjunkturbericht Braunschweig-Wolfsburg 4. Quartal 2025
Gesamtwirtschaft Region Braunschweig-Wolfsburg
Die leicht verbesserten Rückmeldungen der Unternehmen zu ihrer Geschäftslage und zu ihren Geschäftserwartungen spiegeln sich auch in einem Aufwärtstrend bei den betrieblichen Investitionsplanungen wider. So ist die Investitionsbereitschaft der regionalen Wirtschaft im Vergleich zur Vorumfrage erkennbar angewachsen. Erstmals seit knapp zwei Jahren bewegt sich der Saldo der entsprechenden Rückmeldungen nicht mehr unterhalb der Nulllinie. Stattdessen halten sich positives und negatives Feedback nunmehr die Waage. Aktuell rechnen 27 Prozent der befragten Unternehmen mit einer Ausweitung ihrer Investitionsbudgets (Vorquartal: 21 Prozent), ebenfalls 27 Prozent gehen von einer Kürzung aus (Vorquartal: 37 Prozent). Etwas weniger als die Hälfte beabsichtigt, ihr Investitionsvolumen unverändert zu belassen.
Eine Aufschlüsselung nach Investitionsmotiven (Mehrfachnennung möglich) zeigt, dass nach wie vor ein Großteil der geplanten Investitionen lediglich der Beschaffung von Ersatzbedarf (58 Prozent der Nennungen) und der Rationalisierung (39 Prozent) dient. Auf Wachstum ausgerichtete Investitionen zur Produktinnovation (32 Prozent) und zur Kapazitätserweiterung (17 Prozent) stehen dahinter deutlich zurück. Dabei ist der Bedarf an Investitionen in Zukunftstechnologien grundsätzlich ausgesprochen hoch, denn ohne entsprechende Investitionen werden die Herausforderungen der Digitalisierung oder der Transformation zu mehr Nachhaltigkeit und Klimaschutz kaum zu bewältigen sein. Vor diesem Hintergrund muss die zuletzt zwar wieder gewachsene, insgesamt aber immer noch recht zurückhaltende Investitionsneigung der heimischen Wirtschaft nachdenklich stimmen. Zumal auffällt, dass die auslandsaktiven Unternehmen insbesondere in der Industrie ihre Investitionen in der Fremde merklich forscher angehen. Hier liegt der Anteil derjenigen, die ihre ausländischen Investitionen steigern wollen, deutlich über dem Anteil derjenigen, die ihre auswärtigen Investments zurückfahren möchten. Offensichtlich werden die Investitionsbedingungen im Ausland verglichen mit denjenigen im Inland als attraktiver eingeschätzt. Dies kann als Signal für die mangelnde Wettbewerbsfähigkeit des Wirtschaftsstandortes Deutschland interpretiert werden.
Industrie
Dass der Konjunkturklimaindikator für die Industrie um fünf Punkte auf einen Stand von 95 angestiegen ist, resultiert aus den inzwischen wieder etwas verbesserten Geschäftserwartungen. Dagegen hat sich die geschäftliche Lage der regionalen Industrie im Vergleich zum Vorquartal kaum verändert. Momentan erfreuen sich elf Prozent der Hersteller an guten Geschäften. Die große Mehrheit der Betriebe beschreibt ihre Situation als befriedigend bzw. saisonüblich. Über einen schlechten Geschäftsverlauf klagen hingegen 18 Prozent. Der Saldo aus positiven und negativen Rückmeldungen liegt damit wie bereits im Vorquartal bei minus sieben Punkten.Der unveränderten Lagebeurteilung zum Trotz ergeben sich aus der Umfrage aber auch einige Lichtblicke. So ist es der regionalen Industrie zuletzt gelungen, ihre Umsätze und Erträge zu stabilisieren. Zudem haben die Auftragseingänge angezogen. Sowohl die inländische als auch die ausländische Nachfrage haben hierzu ihren Beitrag geleistet. Infolgedessen hat sich auch der Auftragsbestand wieder etwas erholt. Dennoch hält immer noch jeder vierte Industriebetrieb das eigene Auftragsvolumen für zu gering. Auf ein komfortables Auftragspolster blickt dagegen nur jedes zehnte Unternehmen. In den Blick nach vorn mischt sich mittlerweile wieder etwas mehr Zuversicht. Zwölf Prozent der Befragten erwarten im neuen Jahr bessere Geschäfte, annähernd drei Viertel rechnen zumindest mit einer gleichbleibenden Entwicklung. Geschäftliche Einbußen fürchten nur noch 14 Prozent. Vergleichbar günstige Relationen wurden zuletzt vor mehr als vier Jahren registriert.Einzelhandel
Das Konjunkturklima im Einzelhandel bleibt trübe. Der Branchenindikator gab aufgrund schwächerer Geschäftsprognosen um fünf Punkte auf einen Stand von 72 nach. Wenigstens hat sich die geschäftliche Lage der Händler im Vergleich zum Vorquartal ein wenig gebessert. Trotzdem bezeichnen derzeit nur sieben Prozent der Händler ihre geschäftliche Situation als gut. Während eine große Mehrheit von 71 Prozent sie wenigstens noch als befriedigend empfindet, berichten 22 Prozent der Befragten von schlecht laufenden Geschäften. Immerhin haben sich die Umsätze in Teilen der Branche stabilisiert, wozu mitunter auch die Sonderverkaufstage im November und das Weihnachtsgeschäft ihren Beitrag leisten konnten.Obwohl die Konsumneigung der Handelskunden zuletzt wieder etwas zugelegt hat, leiden die Händler unter der anhaltenden Verunsicherung der Verbraucher. Angesichts zahlreicher Krisen und schlechter Nachrichten aus der Wirtschaft scheint eine nachhaltige Erholung des Konsumklimas vorerst nicht in Sicht. Zwar sind die Teuerungsraten ebenso wie die Zinsen mittlerweile merklich zurückgegangen, die Konsumenten halten aber weiterhin ihr Geld zusammen und kaufen nur sparsam und preissensibel ein. Dies gilt ganz besonders für den stationären Handel, aber durchaus auch für den Onlinehandel. Vor diesem Hintergrund fällt der Ausblick der Händler auf die Geschäfte im neuen Jahr zunehmend pessimistisch aus. Mittlerweile rechnen 44 Prozent der Befragten mit einer Verschlechterung ihrer Geschäftslage. Gut die Hälfte geht von einem gleichbleibenden Geschäftsverlauf aus, bessere Geschäfte erwartet hingegen nur jedes zwanzigste Handelsunternehmen.Großhandel
Der sektorale Konjunkturklimaindikator für den Großhandel ging um acht Punkte auf den schwachen Wert von 60 zurück. Dies gründet sich auf die Rückmeldungen der Branche zu ihrer geschäftlichen Lage, die im Winter merklich schlechter ausfallen als noch im Herbst. Derzeit berichtet nicht einmal jeder zwanzigste Grossist über gut laufende Geschäfte. 45 Prozent der Betriebe bezeichnen ihre Situation als befriedigend, gut die Hälfte beurteilt ihre Geschäftslage jedoch als schlecht. Natürlich kann sich auch der Großhandel der allgemeinen Konjunkturflaute nicht entziehen. Entsprechend zögerlich fällt das Bestellverhalten seiner Kunden aus. Weite Teile des Wirtschaftszweiges sind hiervon betroffen.So leidet der produktionsbezogene Großhandel unter der noch immer trägen Industriekonjunktur, den konsumnahen Großhandel trifft dagegen die anhaltende Kaufzurückhaltung der Verbraucher. Somit bleiben die Umsätze und Erträge der Branche weiterhin unter Druck. Die Hoffnung auf Besserung hat zwar geringfügig zugenommen, sie bleibt jedoch ausgesprochen schwach. Dies zeigen die Prognosen für den Geschäftsverlauf im Jahr 2026. Demnach bewertet die Hälfte der Großhändler ihre geschäftlichen Aussichten als schlecht. Ein knappes Drittel geht zumindest von einer gleichbleibenden Entwicklung aus. Bessere Geschäfte erwartet dagegen nicht einmal jedes fünfte Großhandelsunternehmen.Dienstleistungen
Obwohl der sektorale Konjunkturklimaindikator für die Dienstleistungswirtschaft um beachtliche elf Punkte auf einen Stand von 93 zulegen konnte, bleibt die Stimmung der Branche insgesamt noch durchwachsen. Zwar fallen die Rückmeldungen der Dienstleister zu ihren Umsätzen, Erträgen und Auftragseingängen aktuell erkennbar besser aus als im zurückliegenden Herbst, eine nachhaltige Erholung ist damit jedoch noch nicht verbunden. Momentan bewerten 23 Prozent der Dienstleister ihre Geschäftslage als gut. 59 Prozent sehen sie als befriedigend an, 18 Prozent hadern hingegen mit seiner Situation. Immerhin ist der Dienstleistungssektor mit diesem Feedback derzeit der einzige an der Umfrage beteiligte Wirtschaftszweig, bei dem die geschäftlichen Lagebeurteilungen per Saldo in den Positivbereich hineinreichen.Von langjährigen Durchschnittswerten ist die Branche aber immer noch weit entfernt. Vielen unternehmensbezogenen Dienstleistern fehlen die Aufträge der heimischen Industrie- und Gewerbekunden und auch die personenbezogenen Dienstleister spüren die Zurückhaltung ihrer Klienten. Angesichts des trägen Geschäftsumfelds blickt die Branche weiterhin mit Skepsis auf die Geschäftsentwicklung im angebrochenen Jahr. Nur zwölf Prozent der befragten Betriebe glauben, dass 2026 eine geschäftliche Aufhellung bringen wird. Gleichbleibende Geschäfte erwarten immerhin 58 Prozent. Drei von zehn Unternehmen rechnen jedoch mit einer geschäftlichen Eintrübung. Auch für die Dienstleister dürfte die nähere Zukunft also herausfordernd bleiben. - Konjunkturbericht Braunschweig-Wolfsburg 3. Quartal 2025
Gesamtwirtschaft Region Braunschweig-Wolfsburg
Angesichts der ernüchternden Rückmeldungen der Unternehmen zu ihrer Geschäftslage, ihren Geschäftserwartungen und ihren Investitionsabsichten überrascht es nicht, dass die regionale Wirtschaft auch bei ihren Beschäftigungsplanungen kräftig auf die Bremse tritt. So beabsichtigt derzeit nicht einmal mehr jeder zehnte Betrieb, seinen Personalbestand auszubauen. Dagegen rechnen 42 Prozent der Unternehmen damit, die Anzahl ihrer Mitarbeiter reduzieren zu müssen. Derartig schwach sind die Beschäftigungsprognosen der regionalen Wirtschaft schon lange nicht mehr ausgefallen. Dennoch sind die meisten Unternehmen sehr darum bemüht, ihre wertvollen Fachkräfte trotz aller konjunkturellen und strukturellen Probleme zu halten.
Und auch bei rückläufigen Beschäftigungsprognosen besteht grundsätzlich immer Personalbedarf. So berichtet mehr als die Hälfte der Betriebe von derzeit offenen Stellen. Annähernd drei von vier Unternehmen können offene Stellen längerfristig nicht besetzen, weil sie keine passenden Arbeitskräfte finden. Lediglich ein gutes Viertel hat keine Probleme bei der Stellenbesetzung. Die Herausforderungen bei der Rekrutierung betreffen Arbeitsplätze auf sämtlichen Qualifikationsstufen – von Stellen ohne Anforderungen an eine abgeschlossene Berufsausbildung über Positionen mit dualer Ausbildung, Fachwirt- oder Meisterqualifikationen bis hin zu akademischen Tätigkeiten mit Hochschulabschluss. Allen aktuellen Widrigkeiten zum Trotz besteht der Arbeits- und Fachkräftemangel also fort. Zwei Drittel der Unternehmen rechnen infolgedessen mit weiter steigenden Arbeitskosten, knapp 60 Prozent erwarten eine Mehrbelastung der vorhandenen Belegschaft. Mehr als ein Drittel befürchtet den Verlust von betriebsspezifischem Wissen. Etwa 30 Prozent gehen davon aus, dass sie gar ihr Angebot einschränken oder Aufträge ablehnen müssen, und 15 Prozent sehen ihre Innovations- und Wettbewerbsfähigkeit durch den Arbeits- und Fachkräftemangel gefährdet. Nur ein gutes Zehntel kann keine negativen Folgen für den eigenen Betrieb erkennen.
Industrie
Die Stimmung in der Industrie bleibt weiterhin angespannt. Der sektorale Konjunkturklimaindikator verlor zwischen Sommer und Herbst zwar nur einen einzigen Punkt, doch mit einem aktuellen Stand von 90 bewegt er sich weiterhin auf dem sehr mäßigem Niveau der letzten beiden Jahre. Gegenüber dem Vorquartal haben sich die Rückmeldungen aus der regionalen Industrie nur geringfügig verändert – sowohl in Bezug auf die aktuelle Geschäftslage als auch hinsichtlich der Erwartungen für die kommenden Monate. Momentan berichten gerade einmal 17 Prozent der Hersteller von guten Geschäften. Über einen schlechten Geschäftsverlauf klagt dagegen ein knappes Viertel. Der Saldo aus positiven und negativen Rückmeldungen liegt nun bereits seit zweieinhalb Jahren durchgehend im negativen Bereich und beträgt aktuell –7. Nicht wenige Industriebetriebe hadern mit ihren Umsätzen und Erträgen. Auftragsreserven sind weitgehend aufgebraucht, die aktuelle Nachfrage der Industriekunden aus dem In- und Ausland bleibt träge. Folglich schrumpfen die Auftragsbestände. Fast ein Drittel der regionalen Betriebe hält das eigene Auftragsvolumen für zu gering, nur vier Prozent freuen sich über ein komfortables Auftragspolster. Entsprechend zurückhaltend fällt auch der Blick nach vorn aus: Nicht einmal jeder zehnte Fabrikant rechnet in den kommenden Monaten mit einer geschäftlichen Aufhellung, die Mehrheit erwartet unveränderte Geschäfte, mehr als jeder fünfte Produzent geht hingegen von einer Eintrübung aus.Einzelhandel
Das Konjunkturklima im Einzelhandel bleibt träge und hat sich zwischen Sommer und Herbst kaum verändert. Der branchenspezifische Klimaindikator verharrt weiterhin auf dem niedrigen Wert von 77. Dies ist das Resultat zweier gegenläufiger Einflussfaktoren – der etwas verschlechterten Lagebeurteilungen und der leicht verbesserten Geschäftsaussichten. Derzeit bezeichnet nur jeder zwanzigste Einzelhändler seine geschäftliche Situation als gut. 71 Prozent bewerten ihre Lage immerhin als zufriedenstellend. Fast jeder vierte Händler berichtet jedoch von schlecht laufenden Geschäften. Nach wie vor leiden die Händler unter der schwachen Konsumneigung ihrer Kunden. Die Verunsicherung der Verbraucher sitzt angesichts zahlreicher Krisen und schlechter Nachrichten aus der Wirtschaft tief. Und so ist eine nachhaltige Erholung des Konsumklimas vorerst nicht in Sicht. Zwar sind die Teuerungsraten ebenso wie die Zinsen mittlerweile merklich zurückgegangen, die Konsumenten halten aber dennoch ihr Geld zusammen und kaufen nur sparsam und preissensibel ein. Dies gilt ganz besonders für den stationären Handel, aber durchaus auch für den Onlinehandel. Vor diesem Hintergrund bleibt der Ausblick der Händler auf die Geschäfte in den kommenden Monaten – trotz marginaler Verbesserung – verhalten. So rechnet weiterhin ein Drittel der Handelsunternehmen mit einer Verschlechterung seiner Geschäftslage, bessere Geschäfte erwartet hingegen nur eine kleine Minderheit von sechs Prozent.Großhandel
Auch im Großhandel hat sich zwischen Sommer und Herbst kein Stimmungswechsel vollzogen. Der branchenbezogene Konjunkturklimaindikator konnte nur einen einzigen Punkt gutmachen und liegt nun auf einem nach wie vor schwachen Wert von 68. Verantwortlich die Seitwärtsbewegung sind zwei gegenläufige Entwicklungen: Eine etwas günstigere Einschätzung der aktuellen Lage und zugleich leicht rückläufige Geschäftserwartungen. Wie schwierig die Situation nach wie vor ist, zeigen die Rückmeldungen der Großhändler zu ihrer Geschäftslage, die nur geringfügig besser ausfallen als im Vorquartal. Derzeit berichtet gerade einmal jeder zwanzigste Grossist über gut laufende Geschäfte. 62 Prozent der Befragten bezeichnen ihre Situation als befriedigend, ein Drittel beurteilt seine Geschäftslage hingegen als schlecht. Natürlich kann sich auch der Großhandel der anhaltenden Konjunkturflaute nicht entziehen. Entsprechend zögerlich fällt das Bestellverhalten seiner Kunden aus. So leidet der produktionsbezogene Großhandel unter der unverändert trägen Industriekonjunktur, den konsumnahen Großhandel trifft die fortdauernde Kaufzurückhaltung der Verbraucher. Die Hoffnung auf eine Erholung des Geschäftsverlaufs hat sich im Herbst wieder leicht abgeschwächt, die Skepsis bleibt entsprechend deutlich ausgeprägt. So bewerten weiterhin 40 Prozent der Großhändler ihre geschäftlichen Aussichten für die kommenden Monate als schlecht. 56 Prozent rechnen mit einer gleichbleibenden Entwicklung, bessere Geschäfte erwarten dagegen nur vier Prozent der Grossisten.Dienstleistungen
Nachdem die Dienstleister den regionalen Konjunkturzug über längere Zeit angeführt hatten, geraten auch sie nun zunehmend unter Druck. Der sektorale Konjunkturklimaindikator für die Dienstleistungswirtschaft stürzte im Herbst um satte 18 Punkte auf einen Wert von 82 ab. Ins Minus gerissen wird die Dienstleistungskonjunktur sowohl durch spürbar verschlechterte Lagebeurteilungen als auch durch merklich eingetrübte Geschäftserwartungen. Derzeit bewertet nur noch ein gutes Fünftel der Dienstleister seine Geschäftslage als gut. Knapp die Hälfte sieht sie als befriedigend an, 30 Prozent hadern hingegen mit ihrer Situation. Eine klare Abwärtstendenz zeigen die Rückmeldungen der Branche zu ihren Auftragseingängen, Umsätzen und Erträgen. Vielen unternehmensbezogenen Dienstleistern fehlen Aufträge der heimischen Industrie- und Gewerbekunden und auch die personenbezogenen Dienstleister spüren die Zurückhaltung ihrer Klienten. Zudem leiden auch die Dienstleister unter gestiegenen Kosten für Personal, Material und Energie. Vor diesem Hintergrund haben sich die Aussichten auf die kommenden Monate wieder verdüstert. Inzwischen glaubt nur noch ein gutes Zehntel der befragten Betriebe an eine geschäftliche Aufhellung. Etwas mehr als die Hälfte erwartet immerhin gleichbleibende Geschäfte, 36 Prozent rechnen jedoch mit einer geschäftlichen Eintrübung. Auch für die Dienstleistungswirtschaft dürfte die nähere Zukunft also herausfordernd bleiben. - Konjunkturbericht Nordostniedersachsen 3. Quartal 2025
Gesamtwirtschaft Nordostniedersachsen
Angesichts der ernüchternden Rückmeldungen der Unternehmen zu ihrer Geschäftslage, ihren Geschäftserwartungen und ihren Investitionsabsichten überrascht es nicht, dass die regionale Wirtschaft auch bei ihren Beschäftigungsplanungen kräftig auf die Bremse tritt. So beabsichtigt derzeit nicht einmal mehr jeder zehnte Betrieb, seinen Personalbestand auszubauen. Dagegen rechnen 21 Prozent der Unternehmen damit, die Anzahl ihrer Mitarbeiter reduzieren zu müssen. Derartig schwach sind die Beschäftigungsprognosen der regionalen Wirtschaft schon lange nicht mehr ausgefallen. Dennoch sind die meisten Unternehmen sehr darum bemüht, ihre wertvollen Fachkräfte trotz aller konjunkturellen und strukturellen Probleme zu halten.
Und auch bei rückläufigen Beschäftigungsprognosen besteht grundsätzlich immer Personalbedarf. So berichten 38 Prozent der Betriebe von derzeit offenen Stellen. 57 Prozent können offene Stellen längerfristig nicht besetzen, weil sie keine passenden Arbeitskräfte finden. Nur jeder fünfte Betrieb hat keine Probleme bei der Stellenbesetzung. Die Herausforderungen bei der Rekrutierung betreffen Arbeitsplätze auf sämtlichen Qualifikationsstufen – von Stellen ohne Anforderungen an eine abgeschlossene Berufsausbildung über Positionen mit dualer Ausbildung, Fachwirt- oder Meisterqualifikationen bis hin zu akademischen Tätigkeiten mit Hochschulabschluss. Allen aktuellen Widrigkeiten zum Trotz besteht der Arbeits- und Fachkräftemangel also fort. 61 Prozent der Unternehmen rechnen infolgedessen mit weiter steigenden Arbeitskosten, knapp 53 Prozent erwarten eine Mehrbelastung der vorhandenen Belegschaft. 22 Prozent befürchten den Verlust von betriebsspezifischem Wissen. 32 Prozent gehen davon aus, dass sie gar ihr Angebot einschränken oder Aufträge ablehnen müssen, und 18 Prozent sehen ihre Innovations- und Wettbewerbsfähigkeit durch den Arbeits- und Fachkräftemangel gefährdet. Nur 19 Prozent können keine negativen Folgen für den eigenen Betrieb erkennen.
Industrie
Die Stimmung in der Industrie hat sich im Herbst im Vergleich zum Sommer drastisch verschlechtert. Der sektorale Konjunkturklimaindikator ist um 20 auf nunmehr 75 Punkte abgesackt. Das ist darauf zu zurückzuführen, dass sowohl die aktuelle Geschäftslage als auch die Geschäftsprognosen für die kommenden zwölf Monat deutlich pessimistischer beurteilt werden als im Sommer.Momentan berichten gerade einmal 14 Prozent der Hersteller von guten Geschäften. Über einen schlechten Geschäftsverlauf klagen dagegen 39 Prozent. Nicht wenige Industriebetriebe hadern mit ihren Umsätzen und Erträgen. Auftragsreserven sind weitgehend aufgebraucht, die aktuelle Nachfrage der Industriekunden aus dem In- und Ausland bleibt träge. Folglich schrumpfen die Auftragsbestände. 44 Prozent der regionalen Betriebe halten das eigene Auftragsvolumen für zu gering, nur sechs Prozent freuen sich über ein komfortables Auftragspolster. Entsprechend zurückhaltend fällt auch der Blick nach vorn aus: Nur vier Prozent der Fabrikanten rechnen in den kommenden Monaten mit einer geschäftlichen Aufhellung, die Mehrheit erwartet unveränderte Geschäfte, 30 Prozent der Produzenten prognostizieren jedoch eine Eintrübung.
Einzelhandel
Das Konjunkturklima im Einzelhandel hat sich zwischen Sommer und Herbst deutlich abgekühlt. Der branchenspezifische Klimaindikator ist um 13 auf nunmehr 77 Punkte gefallen. Diese Entwicklung ist darauf zurückzuführen, dass sowohl die Beurteilung der aktuellen Geschäftslage als auch die Geschäftsaussichten für die kommenden zwölf Monate pessimistischer beurteilt werden als im Sommer. Derzeit bezeichnen 15 Prozent der Einzelhändler ihre geschäftliche Situation als gut. 62 Prozent bewerten ihre Lage immerhin als zufriedenstellend. Fast jeder vierte Händler berichtet jedoch von schlecht laufenden Geschäften. Die Händler leiden unter der schwachen Konsumneigung ihrer Kunden. Die Verunsicherung der Verbraucher sitzt angesichts zahlreicher Krisen und schlechter Nachrichten aus der Wirtschaft tief. Und so ist eine nachhaltige Erholung des Konsumklimas vorerst nicht in Sicht. Zwar sind die Teuerungsraten ebenso wie die Zinsen mittlerweile merklich zurückgegangen, die Konsumenten halten aber dennoch ihr Geld zusammen und kaufen nur sparsam und preissensibel ein. Dies gilt ganz besonders für den stationären Handel, aber durchaus auch für den Onlinehandel. Vor diesem Hintergrund bleibt der Ausblick der Händler auf die Geschäfte in den kommenden Monaten – trotz marginaler Verbesserung – von Skepsis geprägt. So rechnen jetzt 40 Prozent der Handelsunternehmen mit einer Verschlechterung ihrer Geschäftslage, bessere Geschäfte erwartet hingegen nur eine kleine Minderheit von fünf Prozent.
Großhandel
Der Großhandel ist die einzige Branche in der sich die Stimmung leicht aufgehellt hat. Der branchenbezogene Konjunkturklimaindikator konnte sieben Punkte gutmachen und liegt nun auf einem nach wie vor schwachen Wert von 78. Verantwortlich die geringfügige Aufwärtsbewegung sind zwei Entwicklungen: Eine stabile Einschätzung der aktuellen Lage und zugleich leicht optimistischere Geschäftserwartungen. Wie durchwachsen die Situation zurzeit ist, zeigen die Rückmeldungen der Großhändler zu ihrer Geschäftslage. Derzeit berichten 36 Prozent der Grossisten über schlecht laufende Geschäfte. 45 Prozent der Befragten bezeichnen ihre Situation als befriedigend, nur knapp ein Fünftel beurteilt seine Geschäftslage hingegen als gut. Natürlich kann sich auch der Großhandel der anhaltenden Konjunkturflaute nicht entziehen. Entsprechend zögerlich fällt das Bestellverhalten seiner Kunden aus. So leidet der produktionsbezogene Großhandel unter der unverändert trägen Industriekonjunktur, den konsumnahen Großhandel trifft die fortdauernde Kaufzurückhaltung der Verbraucher. Die Hoffnung auf eine Erholung des Geschäftsverlaufs hat sich im Herbst leicht verstärkt, die Skepsis überwiegt jedoch. So bewertet ein Drittel der Großhändler seine geschäftlichen Aussichten für die kommenden Monate als schlecht. 60 Prozent rechnen mit einer gleichbleibenden Entwicklung, bessere Geschäfte erwarten dagegen nur sieben Prozent der Grossisten.
Dienstleistungen
Die Dienstleistungswirtschaft verzeichnet zwar auch in diesem Quartal den besten Branchenwert, jedoch muss auch sie einen leichten Dämpfer verkraften. Der sektorale Konjunkturklimaindikator für die Dienstleistungswirtschaft verringert sich im Herbst um zwei Punkte auf einen Wert von 82. Die leichte Abschwächung der Dienstleistungskonjunktur ist auf weniger zuversichtliche Lagebeurteilungen der aktuellen Geschäftslage zurückzuführen. Derzeit bewertet nur noch ein gutes Viertel der Dienstleister seine Geschäftslage als gut. Gut die Hälfte sieht sie als befriedigend an, 23 Prozent hadern hingegen mit ihrer Situation. Eine klare Abwärtstendenz zeigen die Rückmeldungen der Branche zu ihren Auftragseingängen, Umsätzen und Erträgen. Vielen unternehmensbezogenen Dienstleistern fehlen Aufträge der heimischen Industrie- und Gewerbekunden und auch die personenbezogenen Dienstleister spüren die Zurückhaltung ihrer Klienten. Zudem leiden auch die Dienstleister unter gestiegenen Kosten für Personal, Material und Energie. Vor diesem Hintergrund überwiegt hinsichtlich der Aussichten auf die kommenden Monate die Skepsis und der Saldo von positiven und negativen Erwartungen verharrt im Negativberiech bei -9 Punkten. Nur 15 Prozent der befragten Betriebe glauben an eine geschäftliche Aufhellung. 61 Prozent erwarten immerhin gleichbleibende Geschäfte, 24 Prozent rechnen jedoch mit einer geschäftlichen Eintrübung. Auch für die Dienstleistungswirtschaft dürfte die nähere Zukunft also herausfordernd bleiben.
- Konjunkturbericht Braunschweig-Wolfsburg 2. Quartal 2025
Gesamtwirtschaft Region Braunschweig-Wolfsburg
Trotz leichter Besserung zeigt sich die geschäftliche Lage der regionalen Wirtschaft immer noch angespannt. Die Prognosen für die künftige Geschäftsentwicklung bleiben verhalten. In Kombination mit den strukturellen Defiziten des heimischen Wirtschaftsstandortes wirkt sich dies auf die Investitionsbereitschaft der Unternehmen aus. Diese ist zwar gegenüber der Vorumfrage leicht angewachsen, verfehlt aber nach wie vor ein zufriedenstellendes Niveau. Aktuell beabsichtigen 28 Prozent der befragten Betriebe, ihre Investitionsbudgets zu kürzen. Knapp die Hälfte will sie wenigstens unverändert belassen. Eine Ausweitung ihrer Investitionen planen dagegen nur 24 Prozent der Unternehmen. Per Saldo bleibt die Investitionsneigung der regionalen Wirtschaft also immer noch negativ. Zudem ist aus der Vorumfrage bekannt, dass der Großteil der geplanten Investitionen lediglich der Beschaffung von Ersatzbedarf dient. Auf Wachstum ausgerichtete Investitionen zur Produktinnovation und Kapazitätserweiterung stehen dahinter deutlich zurück.Dabei ist der Investitionsbedarf grundsätzlich ausgesprochen hoch, denn ohne umfassende Investitionen werden die Herausforderungen der Digitalisierung oder der Transformation zu mehr Nachhaltigkeit und Klimaschutz kaum zu bewältigen sein. Insofern muss die anhaltende Investitionszurückhaltung der heimischen Wirtschaft nachdenklich stimmen. Abzuwarten bleibt, ob die als „Investitionsbooster“ bezeichneten Maßnahmen der neuen Bunderegierung in den kommenden Monaten ihre Wirkung entfalten werden. Zumindest bisher hat sich das Vertrauen der Unternehmen in das wirtschaftspolitische Agieren noch nicht grundlegend gewandelt. Dazu hat sicherlich beigetragen, dass ein Teil der zur Investitionsförderung beschlossenen steuerlichen Erleichterungen erst mit erheblicher Zeitverzögerung Wirksamkeit entfaltet und dass die Stromsteuer – anders als im Koalitionsvertrag vereinbart – nun doch nicht für alle Betriebe reduziert wird.
Die geringe Dynamik des aktuellen Konjunkturgeschehens spiegelt sich auch innerhalb der einzelnen Wirtschaftszweige wider. So haben sich die branchenbezogenen Konjunkturklimaindikatoren gegenüber dem Vorquartal nur wenig verändert. Den größten Sprung machte dabei noch die Industrie – allerdings auch nur um sieben Indikatorpunkte nach oben auf einen weiterhin eher mäßigen Wert von 91. Um fünf Punkte verbesserte sich der sektorale Konjunkturklimaindikator für den Großhandel. Aufgrund seines ausgesprochen niedrigen Ausgangsniveaus kam er damit aber lediglich auf einen aktuellen Wert von 67. Gedrückt bleibt die Stimmung auch im Einzelhandel. Hier konnte das Konjunkturklima nur um einen einzigen Punkt auf einen Indikatorstand von 77 zulegen. Gar mit drei Punkten im Minus schloss die Dienstleistungswirtschaft das zweite Quartal ab. Mit einem Indikatorstand von 100 herrscht unter den Dienstleistern als einzigem der betrachteten Wirtschaftszweige aber zumindest ein ausgeglichenes Konjunkturklima.
Industrie
Für einen der wenigen Lichtblicke der aktuellen Konjunkturumfrage sorgt die Industrie. So fallen die Rückmeldungen der Industriekapitäne zu ihrer geschäftlichen Lage im Sommer erkennbar besser aus als noch im Frühjahr. Allerdings ist das Tal noch längst nicht durchschritten, denn nach wie vor überwiegen die negativen Lagebeurteilungen. Inzwischen berichten wieder 19 Prozent der Hersteller von guten Geschäften. Mehr als die Hälfte der Produzenten bewertet die Lage als zufriedenstellend. Über einen schlechten Geschäftsverlauf klagen aber immer noch 27 Prozent. Der Saldo aus positiven und negativen Rückmeldungen beträgt demnach -8. Im Vorquartal hatte er noch bei -23 gelegen. Korrespondierend mit dieser Aufwärtsbewegung konnten auch die Ordereingänge und Auftragsbestände leicht zulegen – jedoch fand diese Erholung auf relativ niedrigem Niveau statt. Und so bleibt die regionale Industrie bei ihrem vorausschauenden Blick auf die künftige Geschäftsentwicklung weiterhin zurückhaltend. Nur 16 Prozent der Fabrikanten rechnen in den kommenden Monaten mit einer geschäftlichen Aufhellung. 58 Prozent erwarten unveränderte Geschäfte, 26 Prozent gehen hingegen von einer Eintrübung aus. Dass die Geschäftsprognosen ähnlich verhalten ausfallen wie im Vorquartal, dürfte sich bei der exportorientierten Industrie nicht zuletzt auf die erheblich gewachsenen Unsicherheiten im Welthandel gründen, die durch die sprunghafte US-Zollpolitik ausgelöst worden sind.Einzelhandel
Dass sich das Konjunkturklima im Einzelhandel kaum verändert hat, ist das Resultat zweier gegenläufiger Einflussfaktoren – der verbesserten Lagebeurteilungen und der verschlechterten Geschäftsaussichten. Festzuhalten ist, dass sich die Geschäftslage der Einzelhändler zum Sommer hin wieder etwas entspannt hat. Von einer substanziellen Aufhellung kann aber keinesfalls die Rede sein, zumal derzeit nur 8 Prozent der Einzelhändler ihre geschäftliche Situation als gut bezeichnen. Knapp drei Viertel bewerten ihre Lage immerhin als zufriedenstellend. Fast jeder fünfte Händler berichtet allerdings von schlecht laufenden Geschäften. Nach wie vor leiden die Händler unter der schwachen Konsumneigung ihrer Kunden. Die Verunsicherung der Verbraucher sitzt angesichts zahlreicher Krisen und schlechter Nachrichten aus der Wirtschaft tief. Und so ist eine nachhaltige Erholung des Konsumklimas vorerst nicht in Sicht. Zwar sind die Teuerungsraten ebenso wie die Zinsen mittlerweile merklich zurückgegangen, die Konsumenten halten aber dennoch ihr Geld zusammen und kaufen nur sparsam und preissensibel ein. Dies gilt ganz besonders für den stationären Handel, aber durchaus auch für den Onlinehandel. Vor diesem Hintergrund hat sich der zuvor schon wenig zuversichtliche Ausblick der Händler auf die Geschäfte im weiteren Jahresverlauf weiter eingetrübt. So rechnen 37 Prozent der Handelsunternehmen mit einer Verschlechterung ihrer Geschäftslage, bessere Geschäfte erwartet hingegen nicht einmal jeder zwanzigste Händler.Großhandel
Das Konjunkturklima im Großhandel bleibt schwach. Der leichte Anstieg des sektoralen Konjunkturklimaindikators beruht allein auf den nun wieder etwas weniger pessimistischen Geschäftserwartungen. Wie schwierig die Situation aber nach wie vor ist, zeigen die Rückmeldungen der Großhändler zu ihrer geschäftlichen Lage, die ähnlich ernüchternd ausfallen wie im Vorquartal. Aktuell berichten gerade einmal 3 Prozent der Grossisten über gut laufende Geschäfte. 59 Prozent der Betriebe bezeichnen ihre Situation als befriedigend, 38 Prozent beurteilen ihre Geschäftslage hingegen als schlecht. Natürlich kann sich auch der Großhandel der anhaltenden Konjunkturflaute nicht entziehen. Entsprechend zögerlich fällt das Bestellverhalten seiner Kunden aus. So leidet der produktionsbezogene Großhandel unter der immer noch trägen Industriekonjunktur, den konsumnahen Großhandel trifft die fortdauernde Kaufzurückhaltung der Verbraucher. Zwar ist die Hoffnung auf eine Normalisierung des Geschäftsverlaufs im Sommer wieder etwas gewachsen, es dominiert aber weithin die Skepsis. So bezeichnen immer noch 43 Prozent der Großhändler ihre geschäftlichen Aussichten für die kommenden Monate als schlecht. Von einer gleichbleibenden Entwicklung gehen inzwischen 44 Prozent aus. Bessere Geschäfte erwarten dagegen nur 13 Prozent der Grossisten.Dienstleistungen
Im Vergleich der einzelnen Wirtschaftszweige ist das Konjunkturklima unter den Dienstleistern noch am besten. Jedoch musste auch die Dienstleistungsbranche Federn lassen. So fallen die Rückmeldungen der Dienstleister zu ihren Auftragseingängen, Umsätzen und Erträgen eher reserviert aus. Dies wirkt sich auf die Beurteilung der geschäftlichen Lage aus, die im Sommer merklich schwächer eingeschätzt wird als noch im Frühjahr. Momentan bewertet ein knappes Viertel der Dienstleister seine Geschäftslage als gut. Etwas mehr als die Hälfte sieht sie als befriedigend an, ein knappes Fünftel hadert hingegen mit seiner Situation. Immerhin ist der Dienstleistungssektor mit diesem Feedback derzeit der einzige an der Umfrage beteiligte Wirtschaftszweig, bei dem die geschäftlichen Lagebeurteilungen per Saldo positiv ausfallen. Von früheren Durchschnittswerten ist die Branche aber trotzdem weit entfernt. Vielen unternehmensbezogenen Dienstleistern fehlen Aufträge der heimischen Industrie- und Gewerbekunden und auch die personenbezogenen Dienstleister spüren die Zurückhaltung ihrer Klienten. Wenigstens haben sich die Aussichten auf die kommenden Monate weiter stabilisiert. Inzwischen glauben wieder 21 Prozent der befragten Betriebe an eine geschäftliche Aufhellung. Gleichbleibende Geschäfte erwarten immerhin 54 Prozent. Ein Viertel rechnet jedoch mit einer geschäftlichen Eintrübung. Auch für die Dienstleistungswirtschaft dürfte die nähere Zukunft also herausfordernd bleiben. - Konjunkturbericht Nordostniedersachsen 2. Quartal 2025
Gesamtwirtschaft Nordostniedersachsen
Die geschäftliche Lage der regionalen Wirtschaft bleibt angespannt. Die Prognosen für die künftige Geschäftsentwicklung bleiben verhalten. In Kombination mit den strukturellen Defiziten des heimischen Wirtschaftsstandortes wirkt sich dies auf die Investitionsbereitschaft der Unternehmen aus. Diese ist zwar gegenüber der Vorumfrage leicht angewachsen, verfehlt aber nach wie vor ein zufriedenstellendes Niveau. Aktuell beabsichtigen 30 Prozent der befragten Betriebe, ihre Investitionsbudgets zu kürzen. 44 Prozent wollen sie wenigstens unverändert lassen. Eine Ausweitung ihrer Investitionen planen dagegen nur 26 Prozent der Unternehmen. Untern Strich bleibt die Investitionsneigung der regionalen Wirtschaft also immer noch negativ. Zudem ist aus der Vorumfrage bekannt, dass der Großteil der geplanten Investitionen lediglich der Beschaffung von Ersatzbedarf dient. Auf Wachstum ausgerichtete Investitionen zur Produktinnovation und Kapazitätserweiterung stehen dahinter deutlich zurück.Dabei ist der Investitionsbedarf grundsätzlich ausgesprochen hoch, denn ohne umfassende Investitionen werden die Herausforderungen der Digitalisierung oder der Transformation zu mehr Nachhaltigkeit und Klimaschutz kaum zu bewältigen sein. Insofern muss die anhaltende Investitionszurückhaltung der heimischen Wirtschaft nachdenklich stimmen. Abzuwarten bleibt, ob die als „Investitionsbooster“ bezeichneten Maßnahmen der neuen Bunderegierung in den kommenden Monaten ihre Wirkung entfalten werden. Zumindest bisher hat sich das Vertrauen der Unternehmen in das wirtschaftspolitische Agieren noch nicht grundlegend gewandelt. Dazu hat sicherlich beigetragen, dass ein Teil der zur Investitionsförderung beschlossenen steuerlichen Erleichterungen erst mit erheblicher Zeitverzögerung Wirksamkeit entfaltet und dass die Stromsteuer – anders als im Koalitionsvertrag vereinbart – nun doch nicht für alle Betriebe reduziert wird.
Während sich die Stimmung der übrigen Wirtschaftsbereiche etwas aufhellt, ist der Großhandel die einzige Branche, deren Konjunkturklimaindex um 14 Punkte auf 72 Punkte zurückgegangen ist. Dagegen verzeichnen die übrigen Branchen Auftrieb. Der Klimaindex der Dienstleistungsbranche legt am stärksten zu und verbessert sich um elf auf nun 98 Punkte. Auch der Indikatorwert der Einzelhändler kann um fünf Punkte zulegen und erreicht jetzt einen Wert von 90 Punkten. Die Industriebetriebe sind zwar im Vergleich zum Vorquartal aufgrund rückläufiger Auftragseingänge unzufriedener mit ihrer aktuellen Geschäftslage blicken, aber weniger skeptisch auf das erwartete Geschäft in den kommenden zwölf Monaten. Deshalb verbessert sich der Konjunkturklimaindex der Industrie um vier Punkte auf nun 93 Punkte.
Industrie
Für einen der wenigen Lichtblicke der aktuellen Konjunkturumfrage sorgt die Industrie. Die Industriebetriebe zeigen sich im Vergleich zum Vorquartal aufgrund rückläufiger Auftragseingänge zwar unzufriedener mit ihrer aktuellen Geschäftslage, blicken aber weniger skeptisch auf das Geschäft in den kommenden zwölf Monaten. Deshalb verbessert sich der Konjunkturklimaindex der Industrie um vier Punkte auf nun 93 Punkte. Es berichten 16 Prozent der Hersteller von guten Geschäften. 55 Prozent der Produzenten bewerten die Lage als zufriedenstellend. Über einen schlechten Geschäftsverlauf klagen 29 Prozent. Der Saldo aus positiven und negativen Rückmeldungen beträgt demnach -13. Im Vorquartal hatte er noch bei -4 gelegen. Bei ihrem vorausschauenden Blick auf die künftige Geschäftsentwicklung bleibt die regionale Industrie zurückhaltend. Nur 17 Prozent der Fabrikanten rechnen in den kommenden Monaten mit einer geschäftlichen Aufhellung. 64 Prozent erwarten unveränderte Geschäfte, 19 Prozent gehen hingegen von einer Eintrübung aus. Auch bei Ihren Investitions- und Beschäftigungsplanungen sind die Industriebetriebe nicht mehr so zurückhaltend wie im Vorquartal. Es überwiegt aber weiterhin die Skepsis.
Einzelhandel
Die Geschäftslage der Einzelhändler hat sich zum Sommer hin wieder etwas entspannt. Von einer substanziellen Aufhellung kann aber keinesfalls die Rede sein, zumal derzeit nur 17 Prozent der Einzelhändler ihre geschäftliche Situation als gut bezeichnen. 62 Prozent bewerten ihre Lage immerhin als zufriedenstellend. Jeder fünfte Händler berichtet allerdings von schlecht laufenden Geschäften. Nach wie vor leiden die Händler unter der schwachen Konsumneigung ihrer Kunden. Die Verunsicherung der Verbraucher sitzt angesichts zahlreicher Krisen und schlechter Nachrichten aus der Wirtschaft tief. Und so ist eine nachhaltige Erholung des Konsumklimas vorerst nicht in Sicht. Zwar sind die Teuerungsraten ebenso wie die Zinsen mittlerweile merklich zurückgegangen, die Konsumenten halten aber dennoch ihr Geld zusammen und kaufen nur sparsam und preissensibel ein. Dies gilt ganz besonders für den stationären Handel, aber durchaus auch für den Onlinehandel. Vor diesem Hintergrund überwiegt bei den Geschäftsprognosen der Händler für die kommenden zwölf Monate die Skepsis. So rechnen 30 Prozent der Handelsunternehmen mit einer Verschlechterung ihrer Geschäftslage, bessere Geschäfte erwarten hingegen nur 15 Prozent.
Großhandel
Im Großhandel drücken die schwache Inlandsnachfrage und die steigenden Arbeitskosten gewaltig auf die Stimmung, sodass sowohl die aktuelle Geschäftslage als auch die Geschäftserwartungen pessimistischer bewertet werden als noch im Frühjahr. Wie schwierig die Situation ist, zeigen die Rückmeldungen der Großhändler zu ihrer geschäftlichen Lage. Aktuell berichten nur 19 Prozent der Grossisten über gut laufende Geschäfte. 46 Prozent der Betriebe bezeichnen ihre Situation als befriedigend, 35 Prozent beurteilen ihre Geschäftslage hingegen als schlecht. Der Großhandel kann sich der anhaltenden Konjunkturflaute nicht entziehen. Entsprechend zögerlich fällt das Bestellverhalten seiner Kunden aus. So leidet der produktionsbezogene Großhandel unter der immer noch trägen Industriekonjunktur, den konsumnahen Großhandel trifft die fortdauernde Kaufzurückhaltung der Verbraucher. Auch bei der Einschätzung des Geschäftsverlaufs in den kommenden zwölf Monaten dominiert weithin die Skepsis. So bezeichnen immer noch 46 Prozent der Großhändler ihre geschäftlichen Aussichten für die kommenden Monate als schlecht. Von einer gleichbleibenden Entwicklung gehen 47 Prozent aus. Bessere Geschäfte erwarten dagegen nur 7 Prozent der Grossisten.
Dienstleistungen
Im Vergleich der einzelnen Wirtschaftszweige ist das Konjunkturklima unter den Dienstleistern noch am besten. Die Rückmeldungen der Dienstleister zu ihren Auftragseingängen, Umsätzen und Erträgen fallen jedoch eher reserviert aus. Dies wirkt sich auf die Beurteilung der geschäftlichen Lage aus. Momentan bewertet ein Viertel der Dienstleister seine Geschäftslage als gut. Etwas mehr als die Hälfte sieht sie als befriedigend an, ein Fünftel hadert hingegen mit seiner Situation. Immerhin ist der Dienstleistungssektor mit diesem Feedback derzeit der einzige an der Umfrage beteiligte Wirtschaftszweig, bei dem die geschäftlichen Lagebeurteilungen per Saldo positiv ausfallen. Von früheren Durchschnittswerten ist die Branche aber trotzdem weit entfernt. Vielen unternehmensbezogenen Dienstleistern fehlen Aufträge der heimischen Industrie- und Gewerbekunden und auch die personenbezogenen Dienstleister spüren die Zurückhaltung ihrer Klienten. Wenigstens haben sich die Aussichten auf die kommenden Monate weiter stabilisiert. Inzwischen glauben wieder 17 Prozent der befragten Betriebe an eine geschäftliche Aufhellung. Gleichbleibende Geschäfte erwarten immerhin 40 Prozent. 37 Prozent rechnen jedoch mit einer geschäftlichen Eintrübung. Auch für die Dienstleistungswirtschaft dürfte die nähere Zukunft also herausfordernd bleiben.
- Konjunkturbericht Braunschweig-Wolfsburg 1. Quartal 2025
Gesamtwirtschaft Region Braunschweig-Wolfsburg
Die Rückmeldungen der Unternehmen zur aktuellen Geschäftssituation bleiben insgesamt wie im Vorquartal auf unbefriedigendem Niveau – so liegt der Saldo aus positiven und negativen Lagebeurteilungen nach wie vor bei einem Wert von -11. Während 28 Prozent der befragten Unternehmen von einer schlechten geschäftlichen Lage berichten, können nur 17 Prozent gut laufende Geschäfte vermelden. Immerhin mehr als die Hälfte der Befragten (55 Prozent) haben derzeit eine unveränderte Geschäftslage zu verzeichnen.Die Unternehmen aus der Region sind in ihrem wirtschaftlichen Umfeld nach wie vor mit einer Vielzahl von Herausforderungen konfrontiert, die sie mit Sorge auf ihre zukünftige Geschäftsentwicklung blicken lassen. Mehr als zwei Drittel der Befragten (69 Prozent) sehen in den wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen das größte Risiko in den kommenden zwölf Monaten. Gleichzeitig sieht sich die Mehrheit der Unternehmen durch zunehmende Arbeitskosten (60 Prozent) sowie hohe Energie- und Rohstoffkosten (54 Prozent) belastet. Gegenüber der neuen Bundesregierung sind aus diesem Grund wichtige wirtschaftspolitische Weichenstellungen angemahnt, die den Unternehmen einen verlässlichen Handlungsrahmen bieten und die Wirtschaftsentwicklung ankurbeln – nur auf diese Weise kann die Investitionsbereitschaft der Unternehmen gesteigert werden.Zurzeit beabsichtigen sogar 35 Prozent der befragten Unternehmen aus dem Wirtschaftsraum Braunschweig-Wolfsburg eine Kürzung ihrer Investitionsbudgets. Eine Ausweitung von Investitionen planen demgegenüber nur 26 Prozent der Unternehmen, vorwiegend für die Beschaffung von Ersatzbedarfen und Rationalisierungsmaßnahmen. Investitionen in Kapazitätserweiterungen und Produktinnovationen, die einen wirtschaftlichen Aufschwung versprechen, stehen für die Unternehmen derzeit nicht im Vordergrund.
Unter Betrachtung der einzelnen Branchen wird deutlich, dass sich das konjunkturelle Klima der Dienstleistungswirtschaft mit einem auf 103 gestiegenen Indikatorstand im Aufwind befindet. Auch die Industriekonjunktur hat sich auf einen Stand von 84 verbessert, da die Betriebe bis dato von einer besseren Geschäftsentwicklung in den kommenden zwölf Monaten ausgegangen sind.
Industrie
Die regionale Industriekonjunktur hat sich zwar im Frühjahr leicht entspannt, bleibt aber weiterhin unter dem Durchschnitt: Der sektorale Konjunkturklimaindikator ist um 12 Punkte auf einen Wert von 84 angestiegen. Zurückzuführen ist diese Entwicklung allein auf verbesserte Rückmeldungen aus den Betrieben zur zukünftigen Geschäftsentwicklung, während sich für die aktuelle Geschäftslage keine Verbesserung abzeichnet. Derzeit berichten gerade einmal 12 Prozent der Hersteller von guten Geschäften. Über einen schlechten Geschäftsverlauf klagt hingegen mehr als ein Drittel (35 Prozent). Der Saldo aus positiven und negativen Rückmeldungen bleibt demzufolge bei -23 deutlich im negativen Bereich.Die schwächelnde Industriekonjunktur könnte ernst zu nehmende Folgen für den Arbeitsmarkt bewirken: 45 Prozent der befragten Unternehmen rechnen im Jahresverlauf mit einer Verringerung der Beschäftigtenzahlen. Nur 8 Prozent der Industriebetriebe planen Neueinstellungen. Der Anteil der Produktionsunternehmen, die die Anzahl der Beschäftigten stabil halten wollen, sinkt auf 47 Prozent. Ein Hoffnungsschimmer ergibt sich allerdings für die regionalen Industriebetriebe durch einen weiteren – wenn auch gering ausfallenden – Anstieg der Auftragseingänge aus dem In- und Ausland. Zudem steigt die Investitionsbereitschaft der Betriebe in der RegionEinzelhandel
Nach einem für Teile des Einzelhandels zufriedenstellenden Weihnachtsgeschäft hat die Kundennachfrage in den ersten drei Monaten dieses Jahres wieder nachgelassen. Daher sinkt der branchenbezogene Konjunkturklimaindikator zum Frühjahr um 15 Punkte auf einen Wert von 76. Der Rückgang ist durch eine Verschlechterung der Geschäftslage als auch der Einschätzungen zur zukünftigen Geschäftsentwicklung zu begründen. Aktuell beurteilen nur 4 Prozent der Händler ihre geschäftliche Lage als gut. Während mehr als zwei Drittel (70 Prozent) die Lage als befriedigend empfinden, berichtet circa jeder vierte Befragte (26 Prozent) von schlecht laufenden Geschäften.Aus der tiefergehenden Datenanalyse wird sichtbar, dass vor allem der stationäre Einzelhandel im Vergleich zum Vorquartal geringere Umsätze zu verzeichnen hatte. Die Umsätze des Online-Handels sind im gleichen Zeitraum zumindest stabil geblieben. In dieser insgesamt für die Branche unbefriedigenden Lage registrieren die Einzelhändler wieder eine spürbar verringerte Konsumneigung in der Bevölkerung. Vor diesem Hintergrund fallen auch die Einschätzungen zur zukünftigen Geschäftsentwicklung negativer aus: Der Saldo aus positiven und negativen Rückmeldungen liegt hier mittlerweile bei -26. Die Mehrheit der befragten Einzelhändler (60 Prozent) gehen immerhin von einer stabilen Entwicklung im Jahresverlauf aus.Großhandel
Im Vergleich aller Branchen in der Region schneidet die Konjunkturentwicklung für den Großhandel am schlechtesten ab. Die Geschäftslage der Branche ist zwar im Vergleich zum Vorquartal stabil geblieben, allerdings gehen die Großhändler zurzeit nicht davon aus, dass sich ihre Situation in dem kommenden zwölf Monaten verbessert. So berichten 38 Prozent der befragten Großhändler von schlecht laufenden Geschäften, während 7 Prozent der Befragten dieser Branche eine gute Geschäftssituation verzeichnen können. Immerhin 55 Prozent der Grossisten bezeichnen ihre Lage als befriedigend.Die Großhandel leidet nach wie vor unter mangelnder Nachfrage aus der Industrie und konsumnahen Branchen: Im Jahresverlauf werden sinkende Umsätze erwartet, wie aus der Umfrage hervorgeht. Fast die Hälfte der befragten Unternehmen (48 Prozent) rechnen in den kommenden zwölf Monaten mit einer Verschlechterung ihrer Geschäftslage. Ein in etwa gleich hoher Anteil der Großhändler (49 Prozent) geht von einer gleichbleibenden Entwicklung aus und nur 3 Prozent vermelden positive Geschäftsprognosen. Angesichts der angespannten Lage im Großhandel werden Investitionen am Standort zurückgefahren. Auch die Beschäftigungsplanungen der Unternehmen deuten für den Jahresverlauf einen Personalabbau an.Dienstleistungen
Eindeutig besser laufen seit Jahresbeginn die Geschäfte in der Dienstleistungswirtschaft der Region, die auch mit positiven Erwartungen für die kommenden zwölf Monate verknüpft werden. Im Vergleich zu allen anderen betrachteten Branchen fällt der sektorale Konjunkturklimaindikator am besten aus: Er erreicht nach einem Anstieg um 14 Punkte im Frühjahr einen Stand von 103. So berichtet aktuell mehr als ein Drittel der Unternehmen aus der Dienstleistungsbranche (35 Prozent) von einer guten Geschäftslage und mehr als die Hälfte (52 Prozent) von zumindest befriedigenden Geschäften. Der Anteil der Dienstleister mit einer aktuell schlechten Geschäftssituation hat sich auf 13 Prozent verringert.Vor allem konsumnahe Dienstleistungen sind derzeit sehr gut nachgefragt. Bei den unternehmensbezogenen Dienstleistern hat zumindest die Zuversicht für eine bessere Geschäftsentwicklung im Jahresverlauf zugenommen. Insgesamt erwarten 21 Prozent der befragten Dienstleistungsbetriebe besser laufende Geschäfte, während 45 Prozent von einer gleich bleibenden Entwicklung ausgehen. Mehr als jedes dritte Unternehmen aus der Branche (34 Prozent) rechnet mit einem ungünstigen Geschäftsverlauf bis Jahresende. Keine Änderungen zeichnen sich in diesem Rahmen bei den Beschäftigungsplanungen der Dienstleister ab. Die Investitionsbereitschaft hat in der Branche allerdings nachgelassen - Konjunkturbericht Nordostniedersachsen 1. Quartal 2025
Gesamtwirtschaft Nordostniedersachsen
Der Anstieg des IHK-Konjunkturklimaindikators der Gesamtwirtschaft beruht auf zwei Faktoren: Zum einen auf den leicht verbesserten Beurteilungen der aktuellen Geschäftslage und zum anderen auf den nicht mehr ganz so düsteren Geschäftsprognosen. Derzeit bezeichnen 22 Prozent der befragten Betriebe ihre Geschäftslage als gut, 58 Prozent sehen sie zumindest als befriedigend an. Jedes fünfte Unternehmen beurteilt seine Situation jedoch als schlecht. Die Aussichten der Unternehmen auf die Geschäftsentwicklung in den kommenden zwölf Monaten sind trotz verbesserter Stimmung überwiegend von Skepsis geprägt. Gegenwärtig rechnen noch 28 Prozent der befragten Unternehmen mit geschäftlichen Einbußen. Immerhin ist der Anteil der Betriebe, die meinen, ihr Geschäftsniveau halten zu können, auf 57 Prozent angewachsen. Mit besseren Geschäften rechnen aber nur 15 Prozent der Unternehmen. Die negativen Vorhersagen überwiegen damit zwar immer noch deutlich, der Blick in die Zukunft fällt jedoch nicht mehr so umfassend pessimistisch aus wie noch vor drei Monaten.Die Unternehmen aus der Region sind in ihrem wirtschaftlichen Umfeld nach wie vor mit einer Vielzahl von Herausforderungen konfrontiert, die sie mit Sorge auf ihre zukünftige Geschäftsentwicklung blicken lassen. Mehr als zwei Drittel der Befragten (68 Prozent) sehen in den wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen das größte Risiko in den kommenden zwölf Monaten. Gleichzeitig sieht sich die Mehrheit der Unternehmen durch zunehmende Arbeitskosten (51 Prozent) belastet. Hohe Energie- und Rohstoffkosten geben 38 Prozent der Betriebe an. Gegenüber der neuen Bundesregierung sind aus diesem Grund wichtige wirtschaftspolitische Weichenstellungen angemahnt, die den Unternehmen einen verlässlichen Handlungsrahmen bieten und die Wirtschaftsentwicklung ankurbeln – nur auf diese Weise kann die Investitionsbereitschaft der Unternehmen gesteigert werden.Zurzeit beabsichtigen sogar 35 Prozent der befragten Unternehmen eine Kürzung ihrer Investitionsbudgets. Eine Ausweitung von Investitionen planen demgegenüber nur 20 Prozent der Unternehmen, vorwiegend für die Beschaffung von Ersatzbedarfen und Rationalisierungsmaßnahmen. Investitionen in Kapazitätserweiterungen und Produktinnovationen, die einen wirtschaftlichen Aufschwung versprechen, stehen für die Unternehmen derzeit nicht im Vordergrund.
Beim Blick auf die einzelnen Branchen zeigt sich ein unterschiedliches Bild: Während die Industrie und der Großhandel deutlichen Auftrieb verzeichnen, hat sich die Stimmung im Einzelhandel und bei Dienstleistern eingetrübt. Der Klimaindex des Großhandels legt am stärksten zu und verbessert sich um 19 auf nun 95 Punkte. Auch der Indikatorwert der Industrie kann um 17 Punkte zulegen und erreicht jetzt einen Wert von 89 Punkten.
Industrie
Die regionale Industriekonjunktur hat sich zwar im Frühjahr leicht entspannt, bleibt aber weiterhin unter dem Branchendurchschnitt: Der sektorale Konjunkturklimaindikator ist um 17 Punkte auf einen Wert von 89 angestiegen. Zurückzuführen ist diese Entwicklung darauf, dass sowohl die Einschätzung der Geschäftslage als auch die Geschäftsprognosen positiver ausfallen als im Vorquartal. Derzeit berichten gerade einmal 19 Prozent der Hersteller von guten Geschäften. Über einen schlechten Geschäftsverlauf klagen 23 Prozent. Der Saldo aus positiven und negativen Rückmeldungen bleibt demzufolge bei -19 deutlich im negativen Bereich.Die schwächelnde Industriekonjunktur könnte ernst zu nehmende Folgen für den Arbeitsmarkt haben: 27 Prozent der befragten Unternehmen rechnen im Jahresverlauf mit einer Verringerung der Beschäftigtenzahlen. Nur 10 Prozent der Industriebetriebe planen, mehr Personal einzustellen. Auch die Investitionsabsichten sind zurückhaltend. Die Investitionsbereitschaft der Industrie ist weiter zurückgegangen und es überwiegt die Skepsis. Während nur noch 12 Prozent der Industriebetriebe mehr investiert, reduzieren 41 Prozent der Betriebe ihre Investitionsbudgets.
Einzelhandel
Nach einem für Teile des Einzelhandels zufriedenstellenden Weihnachtsgeschäft hat die Kundennachfrage zum Frühjahr hin wieder nachgelassen. Daher sinkt der branchenbezogene Konjunkturklimaindikator zum Frühjahr um neun Punkte auf einen Wert von 85. Der Rückgang ist durch eine Verschlechterung der Geschäftslage als auch der Einschätzungen zur zukünftigen Geschäftsentwicklung zu begründen. Aktuell beurteilen nur 12 Prozent der Händler ihre geschäftliche Lage als gut. Während mehr als zwei Drittel (68 Prozent) die Lage als befriedigend empfinden, berichtet circa jeder fünfte Befragte von schlecht laufenden Geschäften.Aus der tiefergehenden Datenanalyse wird sichtbar, dass vor allem der stationäre Einzelhandel im Vergleich zum Vorquartal geringere Umsätze zu verzeichnen hatte. Die Umsätze des Online-Handels sind im gleichen Zeitraum zumindest stabil geblieben. In dieser insgesamt für die Branche unbefriedigenden Lage registrieren die Einzelhändler wieder eine spürbar verringerte Konsumneigung in der Bevölkerung. Vor diesem Hintergrund fallen auch die Einschätzungen zur zukünftigen Geschäftsentwicklung negativer aus: Der Saldo aus positiven und negativen Rückmeldungen liegt hier mittlerweile bei -20. Die Mehrheit der befragten Einzelhändler (54 Prozent) gehen immerhin von einer stabilen Entwicklung im Jahresverlauf aus.
Großhandel
Die eingetretene Erholung des Konjunkturklimaindikators des Großhandels muss in Relation zu seinem außerordentlich niedrigen Vorquartalsstand gesehen werden. Die Branche hat ihre Umsätze und Erträge zwar stabilisieren können, allerdings auf weiterhin niedrigem Niveau. Aktuell berichten 27 Prozent der Grossisten über gut laufende Geschäfte. Die Hälfte der Betriebe bezeichnet ihre Situation als befriedigend, 23 Prozent beurteilen ihre Geschäftslage hingegen als schlecht.Auch der Großhandel der anhaltenden Konjunkturflaute nicht entziehen. Entsprechend zögerlich fällt das Bestellverhalten seiner Kunden aus. So leidet der produktionsbezogene Großhandel unter der trägen Industriekonjunktur, den konsumnahen Großhandel trifft die immer noch verbreitete Kaufzurückhaltung der Verbraucher. Vielfach haben die eingetretenen Preissteigerungen einen Rückgang der Nachfrage bewirkt. Die Hoffnung auf eine Normalisierung des Geschäftsverlaufs ist zum Jahreswechsel zwar wieder etwas angewachsen, sie bleibt aber verhalten. So bezeichnen immer noch 26 Prozent der Großhändler ihre Geschäftsaussichten für die kommenden zwölf Monate als schlecht. Von einer gleichbleibenden Entwicklung gehen nun immerhin 61 Prozent aus. Bessere Geschäfte werden allerdings nur von 13 Prozent erwartet.
Dienstleistungen
Die konjunkturelle Entwicklung für die Dienstleistungsunternehmen folgt den negativen Tendenzen der Gesamtwirtschaft. Die Dienstleister eine Verschlechterung ihres Konjunkturklimas zu verzeichnen und der Konjunkturklimaindex ist um sechs Punkte auf 87 Punkte gefallen. Das ist auf die pessimistischere Einschätzung der Geschäftslage zurückzuführen. So berichtet aktuell nur jedes sechste Unternehmen aus der Dienstleistungsbranche gegenwärtig von einem niedrigeren Geschäftsvolumen, immerhin hat gut die Hälfte zumindest befriedigende Geschäfte. Die Geschäftsprognosen der Dienstleistungswirtschaft sind zwar nicht mehr so pessimistisch wie im Vorquartal, jedoch überwiegt nach wie vor die Skepsis. Lediglich 15 Prozent erwarten bessere Geschäfte und 30 Prozent rechnen mit einem Rückgang des Geschäftsvolumens in den kommenden zwölf Monaten.
