Internationale Wirtschaftspolitik im Fokus
Der internationale Handel spielt eine entscheidende Rolle für den Wohlstand in Deutschland. Durch den Export von Waren und Dienstleistungen kann Deutschland seine Wirtschaft stärken, Arbeitsplätze schaffen und Innovationen fördern. Der Zugang zu globalen Märkten ermöglicht es deutschen Unternehmen, ihre Produkte weltweit anzubieten und von Skaleneffekten zu profitieren. Zudem trägt der Import von Rohstoffen und Vorprodukten dazu bei, die Produktionskosten zu senken und die Wettbewerbsfähigkeit zu erhöhen. Der internationale Handel fördert auch den Austausch von Ideen und Technologien, was zu einer höheren Produktivität und einem breiteren Angebot an Gütern und Dienstleistungen führt. Insgesamt trägt der internationale Handel dazu bei, das Wirtschaftswachstum zu steigern, den Lebensstandard zu erhöhen und die wirtschaftliche Stabilität in Deutschland zu sichern.
Wie es ist
Deutschland verfügt über eine vielfältige und leistungsfähige Industrie, insbesondere in den Bereichen Maschinenbau, Automobilindustrie, Chemie und Elektrotechnik. Diese Sektoren produzieren hochwertige Produkte, die international gefragt sind. Deutsche Unternehmen investieren stark in Forschung und Entwicklung, was zu innovativen Produkten und Technologien führt. Diese Innovationskraft stärkt die Wettbewerbsfähigkeit auf dem globalen Markt. Deutschland profitiert von seiner zentralen Lage in Europa und hat zahlreiche Handelsabkommen, die den Zugang zu internationalen Märkten erleichtern. Im IHKLW-Bezirk gibt es sowohl große als auch mittelständische Unternehmen, deren Produkte weltweit gefragt sind.
Angesichts globaler Herausforderungen braucht es aus Sicht der IHKLW mehr Tempo beim Abschluss neuer Handelsabkommen z.B. mit Indien und Indonesien und weniger bürokratische Hürden. Die IHKLW fordert daher von der Bundesregierung, die Betriebe zuhause durch Steuersenkungen und niedrigere Energiepreise zu entlasten, damit wir international nicht weiter zurückfallen. Besorgt zeigt sich die IHKLW angesichts der allgegenwärtigen protektionistischen Tendenzen, die den Freihandel weltweit zurückdrängen und das Auslandsgeschäft zunehmend erschweren. Die IHKLW stützt sich bei ihrer Analyse auf die Ergebnisse der aktuellen Umfrage „Going International 2025“ der DIHK unter knapp 2.600 auslandsaktiven Unternehmen mit Sitz in Deutschland.
Hemmnisse auf den Weltmärkten
Die Herausforderungen für deutsche Unternehmen variieren je nach Weltregion erheblich. In den USA stellen höhere Zölle für die Hälfte der Unternehmen bereits eine Belastung dar – im Vorjahr waren es noch 24 Prozent. In China wird insbesondere der Zwang zu Local Content als Hindernis genannt (44 Prozent). Auch der Handel innerhalb der Eurozone wird von verschiedenen Hemmnissen, vor allem bürokratischen, erschwert: 55 Prozent der Unternehmen beklagen eine für sie mangelnde Transparenz der Gesetzgebung, 52 Prozent berichten von erschwertem Zugang zu öffentlichen Aufträgen, 50 Prozent sehen lokale Zertifizierungsanforderungen als Problem. Sanktionen wirken sich weiterhin insbesondere auf das Russlandgeschäft aus, wo 78 Prozent der betroffenen Unternehmen deren Einfluss spüren.
Die Herausforderungen für deutsche Unternehmen variieren je nach Weltregion erheblich. In den USA stellen höhere Zölle für die Hälfte der Unternehmen bereits eine Belastung dar – im Vorjahr waren es noch 24 Prozent. In China wird insbesondere der Zwang zu Local Content als Hindernis genannt (44 Prozent). Auch der Handel innerhalb der Eurozone wird von verschiedenen Hemmnissen, vor allem bürokratischen, erschwert: 55 Prozent der Unternehmen beklagen eine für sie mangelnde Transparenz der Gesetzgebung, 52 Prozent berichten von erschwertem Zugang zu öffentlichen Aufträgen, 50 Prozent sehen lokale Zertifizierungsanforderungen als Problem. Sanktionen wirken sich weiterhin insbesondere auf das Russlandgeschäft aus, wo 78 Prozent der betroffenen Unternehmen deren Einfluss spüren.
Wie es sein sollte
Die hoch internationalisierte deutsche Wirtschaft ist angewiesen auf ein wirtschaftlich souveränes Europa, das international für offene Märkte sowie in der Praxis umsetzbare Regeln für Handel und Investitionen eintritt und den eigenen Markt offenhält. Nach Ansicht der Mehrzahl der Unternehmen sollte die Handlungsfähigkeit der EU zur Abwehr wirtschaftlicher Zwangsmaßnahmen anderer Länder gestärkt werden. Eine Abschottung der EU und ihrer Handelspartner sowie eine globale wirtschaftliche Entkopplung schränken den deutschen Außenhandel und damit die Geschäftsmöglichkeiten der Unternehmen hingegen ein. Dazu ist es aus Sicht der großen Mehrheit der Wirtschaft essenziell, protektionistischen Tendenzen entschlossen entgegenzutreten.
Bei Handelsschutzmaßnahmen gilt es, das Interesse der Wirtschaftszweige, die von den importierten Waren abhängen, mit dem berechtigten Schutzinteresse gegen wettbewerbswidrige Praktiken internationaler Handelspartner, die EU-Herstellern schaden, abzuwägen. Grundsätzlich sollten Schutzmaßnahmen daher mit Augenmaß angewandt werden. Wichtig ist bei allen Maßnahmen eine frühzeitige und umfassende Einbeziehung der Wirtschaft. Zudem sollte die EU-Marktzugangsstrategie, also die Minderung der Handelshemmnisse bei Handelspartnern, eine Priorität in der EU-Wirtschaftspolitik erfahren. Dies sollte aus Sicht der Betriebe auch insbesondere nicht tarifäre Handelshemmnisse wie etwa "Local Content"-Vorgaben, Bevorzugung in der staatlichen Auftragsvergabe, bürokratische Zulassungsverfahren oder technische Normen umfassen.
Was zu tun ist
Die Wettbewerbsfähigkeit deutscher Unternehmen und der Wirtschaftsstandort Deutschland sind in Gefahr. Das zeigt eine Sonderauswertung der IHK-Konjunkturumfrage. Unsere IHKLW setzt sich zusammen mit der Arbeitsgemeinschaft IHK Nord e.V. und der DIHK dafür ein, dass die Politik die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Wirtschaftsstandorte stärkt. Klar ist: Es braucht neue Antworten auf die aktuellen geopolitischen und geoökonomischen Herausforderungen. Anstelle von Abschottungsmaßnahmen sollte Europa seine wirtschaftliche Attraktivität durch die Verbesserung der allgemeinen Standortbedingungen stärken – durch Bürokratieabbau und Investitionen in Innovation, Forschung und Bildung. Statt über neue Schulden in den globalen Überbietungswettbewerb für Subventionen einzusteigen, sind Investitionsanreize insbesondere durch eine wettbewerbsfähige Besteuerung mit modernen Abschreibungsregeln nötig. Im Bericht aus Brüssel informiert die DIHK über neue Vorhaben der EU-Kommission.
Was die IHKLW tut
Neben den Gesprächen mit den Menschen, die in Unternehmen Verantwortung tragen sind Umfragen eine wichtige Informationsquelle für die IHKLW, um herauszufinden, wo bei Unternehmen der Schuh drückt. Die vierteljährliche IHK-Konjunkturumfrage, die Unternehmensbarometer, die IHKLW-Standortumfrage und Umfragen zu speziellen Themen wie das Auslandsgeschäft sind die Grundlage für politische Interessenvertretung und Initiativen der IHKLW, die sich an Politik und Verwaltung richten. Auf Initiative unserer IHKLW hat die IHK Nord die Forderung nach einem Bürokratiekosten-Check in die europapolitischen Positionen aufgenommen. Bevor neue EU-Richtlinien und EU-Verordnungen verabschiedet werden, sollte geprüft werden, ob die Regulierungen notwendig sind. Durch kleinteilige bürokratische Vorhaben wie beispielsweise die EU-Lieferkettenrichtlinie mit unverhältnismäßigen Melde- und Berichtspflichten sieht unsere IHKLW die Attraktivität und Wettbewerbsfähigkeit der Wirtschaftsstandorte in der EU zunehmend gefährdet.
