DIHK-Umweltbarometer 2025
Das DIHK-Umweltbarometer ist eine Unternehmensbefragung, die die Einschätzung der deutschen Wirtschaft zur Belastung, Relevanz und Wettbewerbswirkung umweltpolitischer Regelungen erfasst. Ziel ist es, aufzuzeigen, wo Unternehmen Umsetzungsschwierigkeiten sehen, welche Instrumente als hilfreich eingeschätzt werden und welche Politikmaßnahmen aus Unternehmenssicht dringend sind.
Mit der Unterstützung der Industrie- und Handelskammern nahmen 1.674 Unternehmen aus ganz Deutschland zwischen dem 1. Juli und 29. August 2025 an der Befragung teil. Die Antworten entfallen zu 43 Prozent auf das verarbeitende Gewerbe, 25 Prozent auf den Dienstleistungssektor, 12 Prozent auf Handelsunternehmen, 5 Prozent auf das Baugewerbe, 3 Prozent auf die Entsorgungswirtschaft sowie 2 Prozent auf die Gastronomie und 11 Prozent sonstiger Branchen. 69 Prozent der Antworten stammen von KMUs.
Kernergebnisse im Überblick:
Kernergebnisse im Überblick:
Barometerwert: Gesamtwert −1 (Balance aus positiven, negativen und neutralen Bewertungen; positive und negative Einschätzungen liegen mit je ~30 Prozent nahezu gleichauf).
Bürokratie & Aufwand: Nahezu 9 von 10 Betrieben wünschen sich weniger Bürokratie, verlässliche Rahmenbedingungen und einheitliche Regelungen auf EU- und nationaler Ebene. Dokumentationsaufwand nimmt wöchentlich mehrere Stunden in Anspruch (bei vielen Unternehmen >5 Stunden/Woche).
Digitaler Produktpass (DPP): Großer Informationsbedarf — rund zwei von drei Unternehmen kennen den DPP nicht; unter denen, die ihn kennen, überwiegt die Einschätzung, dass er eher Chance als Risiko ist.
EU-Verpackungsverordnung (PPWR): Nur etwa ein Viertel der Unternehmen ist derzeit vertraut mit den Anforderungen; viele erwarten hohen administrativen Aufwand, sehen aber langfristig Vorteile durch Harmonisierung.
Chemikalienregulierung: Hohe Belastung — jedes zweite Unternehmen empfindet wachsende Anforderungen als komplex und zeitaufwendig; 33 Prozent bewerten die Auswirkungen auf Wettbewerbsfähigkeit als negativ. Besondere Sorge bei möglichen Stoffverboten (z. B. PFAS), da Ersatzstoffe nicht immer verfügbar sind.
Biodiversität: Thema gewinnt an Relevanz, bleibt aber für viele (rund die Hälfte) noch nachrangig; größere Unternehmen setzen häufiger konkrete Maßnahmen um.
Schlussfolgerungen und Empfehlungen
Schlussfolgerungen und Empfehlungen
Die Ergebnisse des DIHK-Umweltbarometers 2025 zeigen ein ambivalentes Bild: Die Auswirkungen von Umweltregulierungen auf die Wettbewerbsfähigkeit werden von den Unternehmen sehr unterschiedlich bewertet. Positive, negative und neutrale Einschätzungen halten sich branchenübergreifend die Waage. Besonders gefordert sind jedoch Unternehmen aus der Entsorgungswirtschaft, dem verarbeitenden Gewerbe sowie dem Handel. Der administrative Aufwand – etwa durch umfangreiche Dokumentationspflichten oder die Bearbeitung von Sicherheitsdatenblättern im Chemikalienbereich – nimmt erhebliche Zeit in Anspruch. Viele Betriebe investieren hierfür mehrere Stunden pro Woche.
Kleine und mittlere Unternehmen (KMU) sind zusätzlich häufig durch Fachkräftemangel und komplexe Abstimmungsprozesse mit Behörden belastet. Trotz dieser Herausforderungen erkennen viele Unternehmen ihre Verantwortung und betrachten Umweltregulierungen grundsätzlich als wichtigen gesellschaftlichen Beitrag. Gleichzeitig bremsen jedoch Bürokratie, fehlende europaweite Standards sowie hohe Umsetzungs- und Dokumentationskosten ein stärkeres Engagement.
