Zukunftsplan Niedersachsen 2035
Niedersachsen muss seine Innovationskraft konsequenter nutzen, um Wohlstand und Arbeitsplätze zu sichern. Der „Zukunftsplan für Niedersachsen“ zeigt, wo das Land dafür ansetzen sollte.
Der Innovationsrat unter Vorsitz von VolkswagenStiftung-Vorstand Georg Schütte legt Empfehlungen bis 2035 vor. Angesichts des Umbruchs in der Automobilindustrie, des Fachkräftebedarfs und der rasanten Entwicklung künstlicher Intelligenz drängt das Gremium auf entschlossenes Handeln.
Der Zukunftsplan benennt sechs Handlungsfelder: Industriepolitik, Hochschulen und Wissenschaft, Transfer und Ausgründungen, Finanzierung, Fachkräftebildung sowie die Steuerung der Innovationspolitik. Die Empfehlungen enthalten Verantwortlichkeiten und Zeitrahmen, flankiert von Best Practice-Beispielen. Für die Umsetzung kündigt die Landesregierung ein ressortübergreifendes Lenkungsgremium unter Vorsitz von Ministerpräsident Olaf Lies an.
Sechs Handlungsfelder mit besonderer Bedeutung für die Zukunftsfähigkeit Niedersachsens
Niedersachsen braucht vor allem verlässliche und innovationsfreundliche Rahmenbedingungen, die Umsetzung nicht bremsen, sondern beschleunigen. Fördermittel sollten gezielter auf Zukunftstechnologien und Wachstumsbranchen konzentriert werden. Dazu gehören künstliche Intelligenz und Robotik, Biotechnologien sowie Energie und Kreislaufwirtschaft. In diesen Feldern soll Niedersachsen seine Stärken ausbauen und neue wirtschaftliche Chancen erschließen.
Handlungsbedarf besteht auch beim Weg von der Forschung in den Markt. Eine begleitende Analyse des Centre for European Policy Studies bescheinigt Niedersachsen eine starke industrielle Basis und wissenschaftliche Kompetenzen. Sie zeigt zugleich Schwächen bei digitalen Innovationen, beim Zugang zu Wagniskapital und bei der Verbindung von Wissenschaft und technologischer Entwicklung. Genau hier liegt ein zentraler Hebel: Forschungsergebnisse müssen schneller in marktfähige Produkte, Geschäftsmodelle und neue Unternehmen überführt werden.
Die Landesregierung will deshalb die Wachstumsbedingungen für junge Unternehmen verbessern, insbesondere für Start-ups und technologieorientierte Ausgründungen aus Hochschulen und Forschungseinrichtungen. Eine „Scaleup-Plattform“ soll gemeinsam mit privaten Investoren und Partnern den Zugang zu Kapital erleichtern.
Ebenso wichtig ist ein schnellerer Transfer von Forschung in die Praxis: Kooperationen zwischen Wissenschaft, Wirtschaft und Investoren müssen erleichtert, Ausgründungen gezielter unterstützt und vorhandene Kompetenzen besser miteinander verbunden werden. Innovation braucht nicht nur gute Ideen und Forschung, sondern vor allem die Möglichkeit, diese schnell zu erproben, zu finanzieren und in den Markt zu bringen.
Darüber hinaus unterstreicht der Zukunftsplan die Bedeutung einer zukunftsorientierten Fachkräftebildung und einer strategisch gesteuerten integrierten Innovationspolitik. Innovationspolitik sollte zur Chef*innensache gemacht, Verwaltungsprozesse und Entscheidungswege entschlackt werden.
Damit liegt ein klarer Fahrplan vor, um Innovationen schneller in die Anwendung zu bringen, neue Wertschöpfung zu schaffen und Niedersachsen langfristig als wettbewerbsfähigen und attraktiven Wirtschafts- und Lebensstandort zu stärken. Entscheidend wird nun sein, aus den Empfehlungen schnell konkrete Maßnahmen zu machen.
