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Knappe Gewerbeflächen bremsen wirtschaftliche Entwicklung
Das Gewerbeflächenmonitoring der Metropolregion Hamburg offenbart Standortnachteile. Kreise, Kommunen und Regionalplanung sind gefordert, mit aktiver Gewerbeflächenpolitik gegenzusteuern.
Kurzfristig verfügbare Gewerbeflächen werden in den Landkreisen Lüneburg und Harburg zur Mangelware. Das zeigt das Gewerbeflächenmonitoring der Metropolregion Hamburg für die Jahre 2022 und 2023. Demnach standen 2023 im Landkreis Lüneburg nur 9,3 Hektar, im Landkreis Harburg nur 8,9 Hektar sofort verfügbare Gewerbeflächen bereit. Beide Kreise liegen damit deutlich unter der Marke von 25 Hektar, unterhalb derer der Bericht von einem engen Flächenmarkt spricht.
Für Unternehmen in der Region hat das direkte Folgen: Wer wachsen, den Betrieb erweitern oder eine Neuansiedlung vorbereiten will, braucht verlässlich verfügbare Flächen. Fehlen diese, geraten Standorte schnell ins Hintertreffen – gerade dort, wo die Nachfrage besonders hoch ist. Das gilt vor allem für die gut angebundenen Lagen im Umland Hamburgs. Während andere Teile der Metropolregion noch größere Reserven aufweisen, bleibt das Angebot entlang der wichtigen Verkehrsachsen rund um die Metropole angespannt.
„Wer Unternehmen in der Region halten und neue Investitionen ermöglichen will, muss ihnen auch Raum für Entwicklung geben. Wenn geeignete Gewerbeflächen fehlen, wird aus einem Standortvorteil schnell ein Standortnachteil“, sagt Michael Zeinert, Hauptgeschäftsführer unserer IHK Lüneburg-Wolfsburg (IHKLW). „Das trifft nicht nur große Ansiedlungen, sondern vor allem mittelständische Betriebe, das Handwerk und logistiknahe Unternehmen, die auf verlässlich verfügbare Flächen angewiesen sind.“ Zusätzlich verschärft wird die Lage durch konkurrierende Nutzungsansprüche. Flächen für Gewerbe und Industrie stehen immer häufiger in Konkurrenz zu Wohnungsbau, Verkehrsinfrastruktur, Naturschutz und Projekten der Energiewende. Gerade in verdichteten Räumen rund um Hamburg wächst dieser Druck weiter. Aus Sicht der IHKLW reicht es deshalb nicht, auf einzelne freie Flächen zu verweisen. Entscheidend ist eine strategische und vorausschauende Flächenpolitik.
Auch aus der Praxis kommt ein klares Signal. „Wir erleben, dass die Nachfrage da ist, passende Flächen aber oft nicht im nötigen Umfang oder nicht zum richtigen Zeitpunkt verfügbar sind. Das erschwert Betriebserweiterungen ebenso wie Neuansiedlungen. Gerade für Kommunen wird es damit immer schwerer, wirtschaftliche Entwicklung aktiv zu gestalten. Wir brauchen schneller verfügbare, erschlossene Flächen und eine engere Abstimmung über kommunale Grenzen hinweg“, sagt Jens Wrede, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung im Landkreis Harburg GmbH (WLH) und Mitglied der IHKLW-Vollversammlung.
Unsere IHKLW appelliert deshalb an Bürgermeister*innen, Kreis- und Gemeinderäte sowie an die Regionalplanung, Gewerbeflächen frühzeitig zu sichern, interkommunale Gewerbegebiete voranzubringen und Planungs- und Genehmigungsverfahren zu beschleunigen. „Gewerbeflächen sind eine zentrale Voraussetzung für wirtschaftliche Entwicklung, Beschäftigung und kommunale Einnahmen“, sagt Zeinert. „Wenn wir wollen, dass Unternehmen in der Region bleiben, investieren und Arbeitsplätze sichern, müssen Kreis- und Kommunalpolitik jetzt gemeinsam handeln.“
Das Monitoring liefert dafür eine belastbare Grundlage. Jetzt kommt es darauf an, daraus konkrete Konsequenzen abzuleiten und in den Landkreisen Lüneburg und Harburg wieder realistische Entwicklungsoptionen für Unternehmen zu schaffen. Denn nur mit ausreichend Flächen bleibt die Region langfristig wettbewerbsfähig.
Jan Weckenbrock
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