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Ab dem 20. August feiert Edeka Bergmann in gleich vier Filialen seinen 75. Geburtstag. Meike Bergmann führt das Familienunternehmen in dritter Generation – mit Begeisterung und einem klaren Blick nach vorn.
Just in dem Moment, in dem das Gespräch beginnen soll, ertönt ein Feuermelder. Meike Bergmann schaut sofort nach dem Rechten, um dann lächelnd Entwarnung zu geben: „Ich wusste gar nicht, dass hier gerade eine Brandschutzübung abläuft.“ Der Schauplatz ist „Edeka in der Saline“, der größte von vier Märkten des Familienunternehmens Bergmann: Adendorf, Barendorf und zwei in Lüneburg.
In diesem Jahr feiert das Unternehmen sein 75-jähriges Bestehen. Walter Bergmann gründete 1951, sein Sohn Volker übernahm 1978. Heute steht Meike Bergmann an der Spitze und pendelt zwischen den vier Standorten.
„Ich würde auf jeden Fall sagen, dass ich den Unternehmergeist von meinem Vater geerbt habe“, sagt die 50-Jährige. Ihre Ausbildung absolvierte sie dennoch bewusst nicht im Familienbetrieb. „Ich wollte nach dem Abitur gern noch einmal weggehen und habe deshalb meine Ausbildung in Ratingen bei Düsseldorf gemacht.“ Es folgten mehrere Förderprogramme und eine Position als stellvertretende Marktleiterin im Bergischen Land.
Meike Bergmann führt das Familienunternehmen heute in dritter Generation.
Dann meldete sich ihr Vater. „Dann rief irgendwann mein Vater an, um zu erzählen, dass er noch einen Markt angeboten bekommen habe. Ohne mich ergebe dies jedoch keinen Sinn.“ 2002 machte sich Meike Bergmann mit dem Markt im Loewe-Center in Lüneburg selbstständig. „Mein Baby sozusagen."
Von Beginn an wollte sie eigene Entscheidungen treffen. „Die große Salatbar, elektronische Etiketten – es gab einige Dinge, die wir anders gemacht haben.“ Mit der Expansion wuchsen zugleich die Synergien zwischen den Standorten. „Ich habe mich relativ schnell marktübergreifend um das Thema Personal und Ausbildung gekümmert."
Ihr Vater ließ ihr dabei früh Freiraum. Von ihm lernte sie auch, wie wichtig der Austausch mit anderen Unternehmer*innen ist.
Meike Bergmann selbst war lange Mitglied der Vollversammlung unserer IHK Lüneburg-Wolfsburg (IHKLW) und ist als Prüferin in der beruflichen Ausbildung aktiv. Zudem ist sie im Netzwerk des Mittelständischen Lebensmittel-Filialbetriebe e.V. engagiert. Einen wichtigen Impuls aus ihrem Netzwerk erhielt sie bei der Suche nach Auszubildenden im Ausland. Im vergangenen Mai starteten fünf Nachwuchskräfte aus Indonesien, Nepal und Pakistan im Unternehmen, das inzwischen 25 Auszubildende und 272 Mitarbeitende zählt. „Nachwuchs zu finden ist nicht völlig aussichtslos, aber eben doch wesentlich schwieriger als früher.“ Um neue Zielgruppen zu erreichen, setzt das Unternehmen verstärkt auf soziale Medien. „Inklusive TikTok-Filmchen für die Jüngeren.“ Auch beim Thema Nachhaltigkeit übernahm Bergmann früh eine Vorreiterrolle. „Wir waren die Ersten hier im ganzen Raum, die die Plastiktüte rausgeschmissen haben. Da war die Edeka an sich ja noch gar nicht so weit.“ Hinzu kamen Mehrwegfrischeboxen und die Teilnahme am Programm „Too Good To Go“.
Als selbstständige Kauffrau beobachtet sie, wie schnell sich das Einkaufsverhalten verändert. „Es gibt nicht mehr DEN Kunden.“ Zwar grenze sich Edeka über Sortiment und Qualität vom Discount ab, doch achte auch die eigene Kundschaft stärker auf den Preis. Die vier Standorte betrachtet Bergmann dabei als Vorteil. „Wenn einer gerade Probleme hat oder umgebaut werden muss, dann können die anderen helfen.“ Ab dem 20. August, dem Tag des 75. Geburtstags, wird es in jedem Markt ein Event mit besonderen Aktionen geben. Im Mittelpunkt sollen nicht allein das Unternehmen und seine Inhaberin stehen, sondern auch langjährige Mitarbeitende und regionale Partner. „Ich werde im Rahmen des Jubiläums unsere Lieferanten herausstellen, von denen einige schon mit meinem Opa zusammengearbeitet haben.“ Dazu zählen etwa der Spargelhof Strampe aus Neetze, der Geflügelhof Hirsch aus Handorf und die Fleischerei Rothe aus Lüneburg. Für Meike Bergmann ist diese Verlässlichkeit ein Teil der Unternehmensgeschichte: „Weil man voneinander weiß, dass das Unternehmen schon von den vorherigen Generationen aufgebaut wurde.“
Alexandra Maschewski
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