Drei Generationen für ein Wohlfühl-Zuhause

Wer heute einen Handwerker sucht, muss Glück haben. In der Heizungsbranche haben die steigenden Energiepreise das Kunden-Interesse zusätzlich angekurbelt: „Viele Leute denken jetzt darüber nach, ihre Heizung zu modernisieren“, sagt Ann-Christin Lipinski. „Der Beratungsbedarf ist so riesig, dass wir die Zahl der Anfragen kaum noch bewältigen können.“
Das Heizungs- und Sanitärunternehmen, die Lipinski GmbH, aus Dorfmark hat deshalb jetzt einen „Energietag“ organisiert, bei dem Interessierte sich über die Möglichkeiten nachhaltiger und effizienter Heiztechnik informieren können. Denn die sind vielfältig und in den Ausstellungsräumen sogar im Echtbetrieb zu sehen. Holzhackschnitzel- und Pellet-Heizungen etwa hat die Lipinski GmbH schon lange im Programm. „Ökologie und Ökonomie sind wichtige Aspekte für die Kunden“, sagt Ann-Christin Lipinski. „Auf Basis des Wärmebedarfs entwickeln wir eine Lösung, die genau auf die Situation vor Ort passt.“
Wenn die Heizungsbaumeisterin von „wir“ spricht, ist neben dem 20-köpfigen Lipinski-Team die halbe Familie mitgemeint. Die 33-Jährige und ihr Bruder André teilen sich schon seit einigen Jahren mit den Eltern führende Funktionen im Betrieb. Pünktlich zum 50-jährigen Jubiläum findet nun die offizielle Geschäftsübergabe statt. Während Kauffrau Anja Lipinski (57) die Stütze im Büro bleibt, ist Heizungsbaumeister Bernd Lipinski (53) bereits zu Jahresbeginn ausgeschieden. Ungewöhnlich früh also. „Von der Entwicklung her passt das. Wir wollten, dass unsere Kinder mit ihrem ganzen jugendlichen Elan die Verantwortung übernehmen“, sagt Bernd Lipinski. „Und uns bleibt Zeit, noch etwas ganz anderes zu machen.“ Auch für die dritte Generation eine Lösung nach Wunsch: „Solche Entscheidungen treffen wir als Familie gemeinsam“, sagt die Tochter. „Ich habe den Anspruch, das, was wir aufgebaut haben, gut weiterzuführen. Das ist natürlich ein gewisser Druck, aber ein positiver.“
Ein Vorbild ist der Familie dabei Winfried Lipinski (85). Er hatte sich 1972 mit zwei Meisterbriefen als Heizungsbauer und Gas-Wasser-Installateur selbstständig gemacht. Sohn Bernd tat es ihm gleich, die Schwiegertochter kam als perfekte Ergänzung hinzu. „Von meinem Mann heißt es immer: Der ist mit Blaumann und Rohrzange zur Welt gekommen“, sagt Anja Lipinski und lacht. „Genauso bin ich mit Tastatur und Bleistift zur Welt gekommen.“ Die erste Übergabe erfolgte schrittweise Ende der 90er-Jahre. „Das war gut geregelt. Wir hatten freie Hand.“ Mit dem Umzug 2011 an die Dorfmarker Hauptstraße wurden Lager und Werkstatt um eine Bäderausstellung ergänzt.
Heute ist die Lipinski GmbH ein Fachbetrieb für Heizung und Bad, der sowohl im Altbau- als auch im Neubausektor tätig ist und dazu umfassenden Wartungs- und Reparatur-Service bietet. „In den Schwerpunkten spiegelt sich genau unsere Entwicklung wider“, sagt Ann-Christin Lipinski. „Nur aufgrund unserer Manpower konnten wir alle Bereiche voll ausschöpfen.“ Soll heißen: Während sie selbst sich auf Badplanung spezialisiert hat, verantwortet ihr Bruder den Bereich Heizungstechnik. „Für mich ist es das, was ich schon immer gern wollte und was mir liegt. Genau wie mein Bruder als absoluter Technikmensch der Gegenpol dazu ist.“
Hohe handwerkliche Qualität ist die Klammer, die alle Bereiche umfasst. Dazu wurden eigene Hausmarken entwickelt: Hinter dem Badkonzept „banjo/design“ steckt das gestalterische und technische Know-how der jungen Chefin im Komplettpaket. Und „eco/mode“ steht für effiziente Heizsysteme, die von der Brennwerttechnik über die Einbindung von Solaranlagen bis zur Brennstoffzelle oder dem Blockheizkraftwerk reichen.
„Bei meinem Opa hieß es noch: Bau mir da mal ’ne Heizung rein“, sagt Ann-Christin Lipinski und lacht. Heute gelte es, individuelle Lösungen zu finden. „Uns ist sehr wichtig, auf die Bedürfnisse der Kunden einzugehen. Ein Bad ist heute ein Wohlfühlort. Und nicht jede Heizung passt in jedes Gebäude.“ Im Neubausektor sei die Wärmepumpe mittlerweile Standard, aber die Entwicklung gehe weiter: „Es wird sicher einiges kommen, was die Hersteller jetzt noch in der Schublade haben.“ Nicht nur das technische Know-how müsse also Schritt halten. „Wir müssen auch in Beratung und Service stark bleiben“, sagt die Meisterin und fügt einen Satz an, der auch als Familienmotto taugen könnte: „Eins ist klar: Zurückrudern gibt’s bei uns nicht.“
Ute Klingberg

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