Unsere Wirtschaft
Nr. 7034626
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Porträt Amir Mirsakarimi in der Produktionshalle. Er hält ein weißes Papier in den Händen.

Papier aus Lachendorf erobert den Weltmarkt

Drewsen Spezialpapiere aus Lachendorf hat gestern beim Niedersächsischen Außenwirtschaftstag im Expowal in Hannover den Niedersächsischen Außenwirtschaftspreis 2026 in der Kategorie Großunternehmen gewonnen. Die Auszeichnung rückt ein Unternehmen aus dem Landkreis Celle ins Licht, das aus dem Bezirk unserer IHK Lüneburg-Wolfsburg (IHKLW) heraus seit Jahren international wächst und Spezialpapiere aus Lachendorf in mehr als 70 Länder liefert.
„Die Auszeichnung ist ein starkes Signal für unseren Standort und für die internationale Wettbewerbsfähigkeit der Industrie im IHKLW-Bezirk. Drewsen zeigt, wie sich Tradition, Spezialisierung und weltweite Marktpräsenz erfolgreich verbinden lassen“, sagt Michael Wilkens, der als stellvertretender IHKLW-Hauptgeschäftsführer auch das Thema Außenwirtschaft verantwortet.
Auszeichnung mit Signalwirkung
Das Land Niedersachsen ehrte Drewsen Spezialpapiere am 22. April auf der Hannover Messe im Rahmen des Niedersächsischen Außenwirtschaftstags. Die Jury würdigte, dass der Spezialpapier-Hersteller seine internationale Präsenz kontinuierlich und nachhaltig ausgebaut habe. Neben Drewsen Spezialpapiere wurden auch die Simtec Systems GmbH aus Braunschweig in der Kategorie Kleine und mittlere Unternehmen sowie die Keil Anlagenbau GmbH & Co. KG aus Bohmte-Hunteburg mit dem Sonderpreis der Jury ausgezeichnet.
„Die heute ausgezeichneten Unternehmen zeigen eindrucksvoll, wie internationale Wettbewerbsfähigkeit aus Niedersachsen aussieht“, sagte Niedersachsens Wirtschaftsminister Grant Hendrik Tonne bei der Preisverleihung.
Tradition, Spezialisierung, Weltmarkt
Dass Drewsen Spezialpapiere den Preis erhalten hat, überrascht nicht. Das Familienunternehmen zeigt, wie ein traditionsreicher Industriestandort mit Spezialisierung, Investitionen und globalem Vertrieb international erfolgreich bleiben kann. Drewsen Spezialpapiere produziert seit 1538 in Lachendorf und gehört damit zu den traditionsreichsten Papierherstellern Deutschlands. Heute arbeiten dort 451 Beschäftigte, darunter 34 Auszubildende. Die Jahreskapazität liegt bei 170.000 Tonnen, der Standort in Lachendorf ist Produktions- und Verwaltungssitz zugleich. Von hier aus beliefert das Unternehmen Kund*innen in über 70 Ländern weltweit.
International erfolgreich ist Drewsen mit einem hochspezialisierten Portfolio. Das Unternehmen stellt ungestrichene holzfreie Spezialpapiere her, darunter Sicherheits-, technische, grafische und Verpackungspapiere. Hinzu kommen Papiere, die Kunststoff ersetzen sollen. Diese Kombination aus Spezialisierung, Innovationskraft und internationaler Marktbearbeitung dürfte wesentlich dazu beigetragen haben, dass Drewsen den Preis als bestes Großunternehmen gewann.
Internationalisierung und Transformation
Zuletzt hat Drewsen seine internationale Position weiter geschärft. Anfang 2025 übernahm das Unternehmen den britischen Hersteller Portals Papers, einen Spezialisten für Hochsicherheitspapiere und Passpapiere. Im Herbst 2025 stärkte Drewsen zudem seine Präsenz in Südostasien mit einem neuen Regional Sales Director für Sicherheitspapiere. Parallel baut das Unternehmen neue Geschäftsfelder aus, etwa mit heizsiegelfähigen Papierlösungen als Alternative zu Kunststoffverpackungen.
Auch beim Thema Transformation setzt das Unternehmen Akzente. 2024 kündigte Drewsen Investitionen in Solarenergie in Höhe von 15 Millionen Euro an und arbeitet nach eigenen Angaben an einer CO2-neutraleren Produktion. Ein weiteres Projekt zur Energieeffizienz soll bereits in den ersten Betriebswochen Strom in einer Größenordnung eingespart haben, die dem Verbrauch von mehr als 400 durchschnittlichen deutschen Haushalten entspricht.
Sandra Bengsch