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Nr. 7178176
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Waving,Flags,Of,The,European,Union,And,China,Together,On

Konkurrenz auf Augenhöhe

Der Wettbewerb mit China hat eine neue Qualität erreicht. 67 Prozent der befragten niedersächsischen Unternehmen berichten von wachsendem Konkurrenzdruck durch chinesische Anbieter. Besonders deutlich fällt die Entwicklung bei Betrieben mit direktem China-Geschäft aus: 86 Prozent der Exporteure nach China und 89 Prozent der Unternehmen mit eigenen Standorten dort nehmen eine zunehmende Konkurrenz wahr. Das zeigt eine Sonderumfrage der Industrie- und Handelskammern unter 259 Unternehmen in Niedersachsen.
Dabei findet der Wettbewerb längst nicht mehr allein auf dem chinesischen Markt statt. 60 Prozent der betroffenen niedersächsischen Unternehmen erleben stärkere chinesische Konkurrenz in Deutschland, 57 Prozent im europäischen Binnenmarkt. Auch auf Märkten außerhalb Europas nimmt der Druck zu. Bundesweit beschreibt die Deutsche Industrie- und Handelskammer (DIHK) chinesische Unternehmen inzwischen als technologisch starke und international zunehmend präsente Wettbewerber.
Unternehmen setzen auf Innovation
Die niedersächsischen Betriebe reagieren zunächst selbst auf die neue Wettbewerbslage. Sechs von zehn setzen stärker auf Produktinnovationen, die Hälfte versucht Kosten zu senken und knapp vier von zehn erschließen zusätzliche Absatzmärkte. Investitionsverlagerungen oder der Rückzug aus Geschäftsfeldern spielen dagegen bislang eine deutlich kleinere Rolle.
Das bundesweite Bild weist in dieselbe Richtung: Ein Rückzug aus umkämpften Geschäftsfeldern kommt für 88 Prozent der befragten Unternehmen nicht infrage. Innovation, Effizienz und die Suche nach neuen Märkten stehen im Vordergrund.
Europa soll geschlossen handeln
Gleichzeitig erwarten die niedersächsischen Unternehmen politische Antworten. Zwei Drittel wünschen sich ein gemeinsames und koordiniertes außenwirtschaftliches Auftreten der Europäischen Union. Sechs von zehn sprechen sich dafür aus, strategische Abhängigkeiten zu reduzieren, fast die Hälfte für einen stärkeren Schutz kritischer Infrastruktur.
Bei neuen handelspolitischen Schutzmaßnahmen zeigt sich allerdings, wie schwierig die Balance ist. 55 Prozent der befragten niedersächsischen Unternehmen würden stärkere EU-Maßnahmen gegen Wettbewerbsverzerrungen auch dann unterstützen, wenn daraus Nachteile für den eigenen Betrieb entstehen könnten. 37 Prozent lehnen einen solchen Kurs ab. Viele fürchten zusätzliche Bürokratie, höhere Produktionskosten und Gegenmaßnahmen anderer Staaten.
Für die IHKLW sind handelspolitische Eingriffe deshalb das letzte Mittel. Vorrang habe, die eigene Wettbewerbsfähigkeit zu stärken.
Die Sonderumfrage wurde vom 20. Juli bis 10. August durchgeführt. Bundesweit beteiligten sich 1.325 Unternehmen, davon 259 aus Niedersachsen.
Gerd Ludwig