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Weltweit Kontakte pflegen
Der Name Chriwa steht international für hochqualitative Wasseraufbereitungssysteme. Gegründet von Peter Christiansen, leitet seine Ehefrau Lizi Alexander-Christiansen seit drei Jahren die Geschicke der Unternehmensgruppe aus dem Landkreis Celle.
Lizi Alexander-Christiansen wirkt entspannt an diesem Tag, auch wenn sie weiß, dass das nachfolgende Wochenende ausfallen wird: Ein Teil der Belegschaft und auch sie selbst werden eine „Sonderschicht“ einlegen müssen. „Wir haben viel Arbeit im Moment, darüber freue ich mich sehr“, sagt die Geschäftsführerin der Chriwa Wasseraufbereitungstechnik GmbH. Drei Jahre ist es her, dass das Unternehmen seinen 50. Geburtstag begehen konnte – mit Ehrenurkunde unserer IHK Lüneburg-Wolfsburg (IHKLW) und Grußwort des Hambührener Bürgermeisters. „Wir haben sehr große Unterstützung von unserer Gemeinde“, sagt Lizi Alexander-Christiansen.
Gleich zwei Erfolgsgeschichten verbergen sich hinter dem Namen Chriwa. Zunächst natürlich die von Gründer Peter Christiansen, studierter Maschinenbauingenieur aus Hamburg, der sich 1973 selbstständig und in den folgenden Jahrzehnten weltweit einen Namen mit Wasseraufbereitungsanlagen gemacht hat. Die im Hambührener Stammwerk konzipierten, produzierten und vormontierten Systeme sind in einer niedersächsischen Molkerei und einer serbischen Produktion für Babynahrung ebenso zu finden wie in einem Wasserwerk in Litauen. Die Referenzobjekte sind in mehr als 110 Ländern verortet. Eine extrem wichtige Branche mit Partnern von Peru über Saudi-Arabien bis Kambodscha war schon immer die Getränkeindustrie – zu den Kunden zählen namhafte Marken wie Coca Cola und Heineken. „Zur Chriwa Group gehören mittlerweile drei Firmen“, sagt Lizi Alexander-Christiansen. Während Chriwa traditionell für Wasseraufbereitungsanlagen stehe, biete Cuss Systeme zur Abwasseraufbereitung an. „Und bei AWG geht es um Schwimmbadtechnik für Städte und Gemeinden, für Schulen oder auch Zoos.“
Neue Märkte erschließen
30 Jahre ist es her, dass die gelernte Innenarchitektin und spätere Ehefrau des Gründers bei Chriwa angefangen hat, um den lateinamerikanischen Markt zu erschließen. Geboren im kolumbianischen Barranquilla am Karibischen Meer, sei Wasser schon immer ihr Element gewesen. „Eine geregelte Trinkwasserversorgung wie in Deutschland ist in Südamerika jedoch keine Selbstverständlichkeit.“ Anfangs habe sie sich viel damit beschäftigen müssen, Fachtexte ins Spanische zu übersetzen, und dadurch eine Menge gelernt. Später kamen diverse Fernstudien hinzu. 2013 wurde Lizi Alexander-Christiansen Marketing-Geschäftsführerin. „Ich habe mich immer mehr für die Technik und unsere Verfahren begeistern können. Es ist Physik, es ist Chemie, es ist Biologie. Und es ist sehr lebendig.“
Man spürt ihre Begeisterungsfähigkeit, und diese Charaktereigenschaft wird einiges zu ihrer persönlichen Erfolgsgeschichte und der Weiterentwicklung des Unternehmens beigetragen haben. Schon früh begann die Kolumbianerin, an Delegationsreisen der Deutschen Auslandshandelskammer (AHK) teilzunehmen. Und obwohl es bei einer ersten Reise in die Dominikanische Republik eigentlich um das Thema „Erneuerbare Energien“ ging, kam sie mit einem gewichtigen Auftrag wieder. „Mehr Mut“ habe sie dadurch bekommen, später neue Kontakte auf Messen für die Getränkeindustrie geknüpft und so den Stein ins Rollen gebracht. „Es entstand eine gewisse Dynamik und irgendwann lieferten wir Anlagen in neun lateinamerikanische Länder, und ich war ständig mehrere Wochen dort.“ Weil Kommunikation ein Talent der Unternehmerin ist, nahm sie an vielen weiteren Delegationsreisen teil – etwa mit Joachim Gauck, Angela Merkel und Frank-Walter Steinmeier.
Lizi Alexander-Christiansen mit Behälterbauleiter Damian Dunia, einem der rund 160 Mitarbeitenden der Chriwa-Gruppe, die komplexe Systeme der Wasseraufbereitung entwickelt, herstellt und installiert.
Blick nach vorn
2023 habe es sich so entwickelt, dass sie die Geschäftsführung übernommen habe. „Ich habe dadurch vor allem am Standort Hambühren zu tun.“ Es geht um die Etablierung neuer Märkte in Europa, aber auch in Afrika und Zentralasien. Und es geht um die 200 Mitarbeitenden, die ihr sehr am Herzen liegen, sowie um die Ausbildung und Gewinnung neuer Fachkräfte. „Es ist nicht immer leicht, Expert*innen zu finden, denn unser Bereich ist sehr spezifisch und anspruchsvoll“, sagt die Geschäftsführerin, die viel Motivation daraus zieht, im Team zu arbeiten. Ein besonderes Anliegen ist es, andere Frauen zu fördern.
„Übertriebene Bürokratie“ sei wie für viele andere mittelständische Unternehmen auch für Chriwa ein Hindernis, doch bestimmte Zertifizierungen seien durchaus hilfreich, um die Qualität zu sichern. Auf dem Prädikat „Made in Germany“ mag sich die Unternehmerin nicht ausruhen. „Wir müssen kontinuierlich an der Sicherheit, an der Energieeffizienz und an der Langlebigkeit unserer Produkte arbeiten.“ Um sich von lieferkettenbedingten Abhängigkeiten zu befreien, investiere man stetig in Maschinen, um immer mehr Einzelteile selbst fertigen zu können. Service spiele außerdem eine wichtige Rolle. „Unsere Anlagen werden in Modulen ausgeliefert, und wir entsenden einen Supervisor für die Endmontage und Inbetriebnahme.“ Alle Anlagen seien voll automatisiert: „Wir sprechen von Wassermengen wie bei einem Fluss – so etwas kann kein Mensch manuell betreiben. Natürlich wird im Rahmen dieser Prozesse auch KI künftig eine Rolle spielen“, sagt Lizi Alexander-Christiansen.
Eines von ihren insgesamt fünf Kindern, der mit 27 Jahren jüngste Sohn, arbeitet mittlerweile mit im Unternehmen. „Momentan ist er Einkaufsleiter und wir begleiten ihn, damit er später mehr Verantwortung übernehmen kann.“ Auch wenn ihre Reisetätigkeit mittlerweile eingeschränkter sei, habe sie vor einer Weile die USA, die Philippinen und China besucht. Vielleicht wird sie es in diesem Jahr auch einrichten können, wieder einmal nach Lateinamerika zu fliegen. „Ich bin überzeugt davon, dass der persönliche Kontakt von Bedeutung ist – gerade in Zeiten der Digitalisierung.“
Alexandra Maschewski
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