Teamwork auf allen Ebenen

Obwohl in anderen Berufsfeldern gestartet, leiten Alexander und Johannes Wenzel seit 2017 bzw. 2021 erfolgreich die Geschicke der Trispel GmbH, zu der die Marken „rail-de-sign“ und „sign-in-celle“ gehören.
Noch vor etwas mehr als zehn Jahren hätte sich Alexander Wenzel kaum vorstellen können, einmal an der Spitze des väterlichen Unternehmens zu stehen. Der heute 39-Jährige hatte Stadtentwicklung sowie Urban Design in Hamburg studiert und arbeitete an der Elbe in einem erfolgreichen Büro für öffentliche Vergabeverfahren. Schon zu Schulzeiten hatte er bei Trispel in Celle gejobbt, nach dem Abitur allerdings große Lust gehabt, „noch etwas anderes“ zu sehen. Warum er mit seiner Frau und damaligen Kollegin 2015 trotzdem den Weg zurück in die Heimat und in den Betrieb gefunden hat, der Drucklösungen und Beschriftungen vor allem für die Bahnindustrie herstellt? „Wir waren neugierig und haben uns gesagt: Wenn wir jetzt nicht diese Entscheidung treffen, verstreicht vielleicht eine sehr interessante Option.“
Zu jenem Zeitpunkt sei in der Familie die Frage lauter geworden, wie es perspektivisch mit dem Betrieb weitergehen solle, der 1983 von Jürgen W. Trispel gegründet und 1996 vom ehemaligen Betriebsleiter Andreas Wenzel übernommen und anschließend ausgebaut worden war. „Mein Vater hat damals das Thema vorangebracht, weil er wusste, dass so ein Unternehmen nicht von jetzt auf gleich übergeben wird.“ Ein wichtiger Antrieb sei für ihn die Zukunft der Mit­ar­bei­tenden gewesen. „Ein Verkauf an externe Interessenten hätte bedeuten können, dass das Unternehmen, das mein Vater mit viel Herzblut aufgebaut hatte, an seinem jetzigen Standort nicht weitergeführt worden wäre.“
Also seien er selbst und seine Frau – beide „völlig fachfremd“ – bei Trispel in einer Management-Position eingestiegen, um wochenweise die Abteilung zu wechseln und sukzessive alle betrieblichen Abläufe kennenzulernen. „Dieser Schritt war wichtig, um mit den Mitarbeitenden in den Austausch zu gehen“, sagt Alexander Wenzel, der seit 2017 zwar offiziell das Unternehmen leitet, diese Aufgabe aber durchaus als Teamwork versteht. „Ich sehe ein starkes Team als einen zentralen Erfolgsfaktor. Natürlich sind die wahren Experten die Kollegen, die an den Maschinen stehen.“ Gleichzeitig liege die Verantwortung nicht bei der Führung allein. „Wir versuchen, unseren 100 Mitarbeitenden tagtäglich bewusst zu machen, dass jeder zum Gelingen beiträgt.“ Am Erfolg wirkt auch sein Bruder Johannes mit, den es nach BWL-Studium und wissenschaftlicher Laufbahn ebenfalls nach Celle zurückzog: Mit Ausscheiden des Vaters 2021 wurde er zum zweiten Geschäftsführer bestellt und verantwortet heute den wichtigen Personalbereich. „Ein Generationswechsel hört ja nicht bei der Geschäftsführung auf“, sagt Alexander Wenzel, der sich vorrangig um technische Belange und das Kun­den­ma­nage­ment kümmert.
Als äußerst bedeutsam für die Abstimmung innerhalb der Familie wertet der 39-Jährige nachträglich die externe Beratung durch den Steuerberater. „Neben der inhaltlichen Übergabe gibt es schließlich auch noch die Gesellschaftsstruktur, die irgendwann übergeben werden musste.“ Alexander Wenzel ist dankbar für den Tipp, abseits aller vertraglichen Bindungen einen „Letter of Intent“ aufzusetzen. „Damit wir uns selbst in Diskussionen immer wieder bewusst machen, dass wir unter einem gemeinsamen Wertekonstrukt handeln.“ Wenn man das hinbekomme, dann seien viele Stolpersteine aus dem Weg geräumt.
Alexandra Maschewski
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