Auslandsinvestitionen 2026 der regionalen Industrie
Stabilität statt Expansion.
Rund ein Drittel (31 Prozent) der Industrieunternehmen aus der Region Heilbronn-Franken plant, im Jahr 2026 im Ausland zu investieren. Das ist ein leichter Anstieg gegenüber dem Vorjahr, als der Wert bei 27 Prozent lag. Damit halten die Unternehmen in etwa ihre Positionen. Sie investieren gezielt. Ein Investitionsboom ist nicht zu sehen, aber auch kein Rückzug aus den internationalen Märkten. Das geht aus einer Sonderauswertung der aktuellen Konjunkturumfrage der IHK Heilbronn-Frankenhervor, an der sich 160 regionale Industrieunternehmen beteiligt haben. 34 von ihnen haben detaillierte Angaben zu ihren Auslandsinvestitionen gemacht.
Eurozone attraktivster Standort für Auslandsinvestitionen – Kostensenkung im Fokus
Die Eurozone bleibt mit ihrem festen Rechtsrahmen und dem Wegfall der Wechselkursrisiken der attraktivste Standort für Auslandsinvestitionen und gewinnt gegenüber dem Vorjahr leicht an Bedeutung hinzu. Neun von zehn der regionalen Industrieunternehmen planen für das Jahr 2026 finanzielle Mittel für die Eurozone. Im Vorjahr waren es 86 Prozent.
Auffällig ist ein Wechsel der Investitionsmotive. Während zuletzt der Ausbau von Vertrieb und Kundendienst in der Eurozone im Vordergrund stand, geht es nun stärker um Kosteneffizienz. Für 43 Prozent der Unternehmen (Vorjahr 38 Prozent) ist die Senkung der Produktionskosten hier das wichtigste Motiv. Der stärkere Fokus auf Effizienz zeigt, unter welchem Wettbewerbsdruck viele Betriebe stehen. Internationale Wettbewerbsfähigkeit beginnt mit guten Rahmenbedingungen hier vor Ort.
63 Prozent der befragten Industrieunternehmen nennen die Region Asien/Pazifik als Ziel für ihre Auslandsinvestitionen. Zwar verliert die Region im Vergleich zur Vorjahresbefragung 13 Prozentpunkte, sie bleibt aber zusammen mit Nordamerika auf dem zweiten bzw. dritten Platz. Aufgrund ihrer eigenen Wirtschaftsdynamik scheint die Region wie im letzten Jahr ein attraktives Investitionsziel zu sein. Auch hier investieren die Unternehmen neben dem Ziel der Markterschließung jetzt verstärkt, um ihre Ausgaben zu senken.
53 Prozent der Unternehmen nennen darunter China als Investitionsziel verglichen mit 62 Prozent im Vorjahr. Diese gestiegene Zurückhaltung dürfte auf den wachsenden Konkurrenzdruck durch chinesische Wettbewerber und den damit verbundenen Preiskampf zurückzuführen sein. Zudem beklagen die Unternehmen eine Benachteiligung bei öffentlichen Ausschreibungen.
USA bleiben Schlüsselmarkt - US-Investitionen regionaler Firmen gehen allerdings zurück
Mit 63 Prozent steht Nordamerika gemeinsam mit Asien/Pazifik auf Platz zwei bzw. drei und verliert ebenso gegenüber dem Vorjahr 13 Prozentpunkte. Die USA sind zwar weiterhin ein Schlüsselmarkt, entwickeln sich für viele Unternehmen jedoch vom Wachstumstreiber zum Risiko. Die heimischen Unternehmen scheinen ihre Investitionspläne in der Region eher zu reduzieren, da die Rahmenbedingungen im Geschäft mit den USA durch die verschiedenen Zolldrohungen unkalkulierbar geworden sind. Seit dem Umfragezeitraum ist mit dem Krieg im Nahen Osten noch ein weiterer geopolitischer Risikofaktor hinzugekommen. Speziell im US-Markt planen nur noch 59 Prozent der regionalen Industriebetriebe für das Jahr 2026 Investitionen (Vorjahr 73 Prozent). Als Investitionsmotive werden neben Vertrieb und Kundendienst Kostenersparnisse sowie die Reaktion auf Handelshemmnisse genannt.
Für mehr als die Hälfte der Unternehmen sind auch die Länder der sonstigen EU, Norwegen und die Schweiz interessant (55 Prozent), für ein Viertel Süd- und Mittelamerika. Hier liegt jeweils der Schwerpunkt auf dem Ausbau von Vertrieb und Kundendienst.
Quelle: Konjunkturumfrage der IHK Heilbronn-Franken