16.06.2026

Stimmung kippt nun auch in der Dienstleistungswirtschaft

Drei Jahre ohne Wachstum, steigende Energiepreise, geopolitische Schocks: Die multiplen Krisen erfassen nun auch den bislang robusten Dienstleistungssektor in voller Breite. Das belegt eine entsprechende Analyse der DIHK-Konjunkturumfrage Frühsommer 2026.

Geschäftslage: Rückgang um 7 Punkte

Die Dienstleistungswirtschaft galt lange als Stabilitätsanker der deutschen Wirtschaft und zeigte sich weniger anfällig für Konjunkturschwankungen als etwa die Industrie – bisher. In der
DIHK-Konjunkturumfrage Frühsommer 2026 bewerten jedoch nur noch 27 Prozent der befragten Dienstleistungsunternehmen ihre aktuelle Geschäftslage als gut; 23 Prozent stufen sie als schlecht ein. Damit fällt der Lagesaldo von 10 Punkten in der Befragung vom Jahresbeginn auf nunmehr 3 Punkte.

Geschäftserwartungen sinken um 10 Punkte

Noch gravierender ist der Absturz beim Blick nach vorn: 31 Prozent der Unternehmen erwarten für die kommenden zwölf Monate eine Verschlechterung, lediglich 13 Prozent rechnen mit einer Belebung. Der Erwartungssaldo bricht von minus 8 auf minus 18 Punkte ein.
Ursachen für die Entwicklung sind die anhaltende Schwäche der Industrie, der geopolitische Schock des Nahost-Konflikts mit seinen Folgen für Energiepreise und Reiseströme sowie eine spürbare Konsumzurückhaltung der privaten Haushalte.
Die DIHK fordert auf dieser Basis gezielte wirtschaftspolitische Maßnahmen, insbesondere zur Entlastung bei Energiekosten, zur Vereinfachung bürokratischer Auflagen und zur Stärkung der Inlandsnachfrage.
Quelle: Deutsche Industrie- und Handelskammer (DIHK)