28.07.2026

Aktueller IHK-Konjunkturbericht für das 2. Quartal 2026

Leichte Stabilisierung, aber noch kein Aufschwung.
Die Einschätzungen der Unternehmen in der Region Heilbronn-Franken zur aktuellen Geschäftslage fallen im 2. Quartal 2026 nahezu unverändert gegenüber Frühjahr 2026 aus. Der Saldo der Lageurteile liegt nach wie vor im Plusbereich, aber deutlich unter dem langfristigen Durchschnitt. Hinsichtlich der Geschäftserwartungen zeigen sich die Betriebe weniger skeptisch. Die Unsicherheit der Unternehmen hat infolge der zwischenzeitlichen Entspannungstendenzen im Nahen Osten abgenommen. Das sind die zentralen Ergebnisse der aktuellen Konjunkturumfrage der IHK Heilbronn-Franken, an der sich 316 Betriebe aller Branchen und Größenklassen mit insgesamt rund 78.000 Beschäftigten aus dem gesamten IHK-Bezirk beteiligt haben.
Die Linien geben jeweils den Saldo der Prozentanteile positiver und negativer Urteile der Unternehmen aller Branchen zur aktuellen Geschäftslage sowie zur erwarteten Geschäftslage an.
TIPP: zum Hineinzoomen in die Grafik, diese anklicken und mit gehaltener linker Maustaste nach rechts und nach unten ziehen.
Im Branchenvergleich hat sich in der Industrie die Beurteilung der aktuellen Geschäftslage leicht abgeschwächt. Bei den In- und Auslandsorders ist jedoch wieder mehr Dynamik zu verzeichnen. Das lässt hoffen, dass die Betriebe die Folgen des Nahostkonflikts besser verkraften konnten als befürchtet. Im Baugewerbe hat sich das Stimmungsbild verbessert. Deutlich an Dynamik haben die Auftragseingänge im Straßen- und Tiefbau gewonnen. Auch die Großhändler zeigen sich spürbar zufriedener mit der aktuellen Geschäftslage als in den Vormonaten. Im Einzelhandel und im Dienstleistungssektor hat sich das Stimmungsbild weiter verschlechtert.

Weniger Skepsis bei Blick in die Zukunft

Die Einschätzungen der regionalen Unternehmen zur aktuellen Geschäftslage fallen per saldo unverändert gegenüber dem Vorquartal aus. 27 Prozent (Vorquartal 26 Prozent) der Betriebe melden eine gute Geschäftslage, während 21 Prozent (Vorquartal 20 Prozent) mit der wirtschaftlichen Situation unzufrieden sind. Der Saldo der Lageurteile liegt nach wie vor im Plusbereich, aber deutlich unter dem langfristigen Durchschnitt von 22 Prozent. Hinsichtlich der Geschäftserwartungen herrscht weniger Skepsis als zuvor. Wie im Vorquartal erwarten 18 Prozent eine bessere zukünftige Entwicklung, während nur noch 21 Prozent (Vorquartal 28 Prozent) von einer Verschlechterung ausgehen. Die Unsicherheit der Unternehmen hat infolge der zwischenzeitlichen Entspannungstendenzen im Iran-Krieg abgenommen.

Binnennachfrage und hohe Arbeitskosten größte Hemmnisse

Die größten Sorgen bereiten die schwache Binnennachfrage (59 Prozent, zuvor 54 Prozent), die hohen Arbeitskosten (55 Prozent, zuvor 49 Prozent) sowie die geopolitischen Spannungen (51 Prozent, zuvor 60 Prozent). Für 48 Prozent (zuvor 57 Prozent) sind die hohen Energiepreise, für 39 Prozent (zuvor 44 Prozent) die Rohstoffpreise und für 34 Prozent (zuvor 35 Prozent) die Wirtschaftspolitik zentrale Herausforderungen. Das Risiko von Lieferengpässen ist auf 18 Prozent zurückgegangen (zuvor 25 Prozent).

Trendwende am Arbeitsmarkt vorerst nicht zu erwarten

Am Arbeitsmarkt gibt es weiterhin wenig Änderungen. Die Beschäftigungspläne der Unternehmen haben sich auf niedrigem Niveau geringfügig verbessert. 14 Prozent (Vorquartal 12 Prozent) wollen neue Mitarbeiter einstellen, 26 Prozent (Vorquartal 25 Prozent) sehen einen Stellenabbau vor. In den nächsten Monaten ist keine Trendwende am Arbeitsmarkt zu erwarten.

Schnelle Verbesserung der Rahmenbedingungen erforderlich

Die Konjunkturumfrage liefert ein gemischtes Konjunkturbild. Insgesamt hat sich die Konjunktur stabilisiert, aber sie zieht noch nicht an. Unter anderem stützen die Stimulierungspakete der Bundesregierung die Konjunktur. In der Industrie lassen steigende Auftragseingänge hoffen, dass die Unternehmen die Folgen des Nahostkonflikts besser verkraften konnten als befürchtet. Allerdings lasten strukturelle Probleme, hohe Kosten für Personal oder Energie und Bürokratie schwer auf den Betrieben. Ohne schnelle Verbesserung der Rahmenbedingungen ist kein Aufschwung in Sicht. Die Reformvorschläge der Bundesregierung können allenfalls ein erster Schritt sein.
Die vollständigen Ergebnisse enthält der Konjunkturbericht (nicht barrierefrei, PDF-Datei · 1289 KB) zum Download.

Eine interaktive Übersicht zu den neuesten Ergebnissen der IHK-Konjunkturumfrage enthält das IHK-Konjunkturboard Baden-Württemberg.

Die Ergebnisse der nächsten Umfrage werden im Oktober 2026 veröffentlicht.