14.10.2026
Der deutsche Nachfolgemarkt steht vor einer Belastungsprobe: Immer mehr Unternehmer der Babyboomer-Generation erreichen das Ruhestandsalter, während der Kreis potenzieller Nachfolger kleiner wird. Der aktuelle Nachfolgemonitor macht diese Entwicklung sichtbar. Gleichzeitig zeigt die Studie, welches wirtschaftliche Potenzial in einer erfolgreichen Unternehmensnachfolge liegt.
Nachfolgemonitor 2026: Mittelstand am Wendepunkt
Der Nachfolgemonitor 2026 ist die elfte Ausgabe der jährlich erscheinenden Studie. Herausgegeben wird sie von der FOM Hochschule, dem Verband Deutscher Bürgschaftsbanken (VDB) und der Creditreform Rating AG. Der Bericht basiert auf tatsächlich realisierten und von Bürgschaftsbanken begleiteten Unternehmensübernahmen. Die Studie erhebt quantitative Kennzahlen, beispielsweise zum Alter der Übergeber und Übernehmer, zum Frauenanteil sowie zur Umsatz-, Ertrags- und Bonitätsentwicklung nach der Übergabe. Darüber hinaus analysiert sie strukturelle Entwicklungen, Hürden und Erfolgsfaktoren der Unternehmensnachfolge.
Drei Erkenntnisse zu den beteiligten Personen:
- Das Medianalter der Übergeber liegt bei 64 Jahren, das der Übernehmer bei 38 Jahren.
- Der Frauenanteil unter den Übernehmern ist auf 18,9 Prozent gesunken und liegt damit erstmals unter der Marke von 20 Prozent.
- Mehr als 81 Prozent der Unternehmen werden von Einzelpersonen übernommen. Teamnachfolgen bleiben die Ausnahme.
Zwei Erkenntnisse zur wirtschaftlichen Entwicklung der Nachfolgeunternehmen:
- Bei 53 Prozent der untersuchten Unternehmen steigt nach der Übernahme das operative Ergebnis vor Abschreibungen (EBITDA). Zugleich sinkt bei 54 Prozent das Ergebnis nach Abschreibungen (EBIT). Dies kann unter anderem auf Investitionen in Digitalisierung, IT, Maschinen und moderne Betriebsstrukturen sowie auf die damit verbundenen höheren Abschreibungen zurückzuführen sein.
- Mehr als die Hälfte der zuvor bonitätsschwächeren Unternehmen erreicht nach der Übernahme eine bessere Ratingklasse. Dies zeigt, dass neue unternehmerische Impulse Unternehmen stabilisieren, ihre Wettbewerbsfähigkeit stärken und zur Sicherung von Arbeitsplätzen und regionaler Wertschöpfung beitragen können.
Eine besondere Herausforderung bleibt die Finanzierung der Nachfolge: Durchschnittlich 77 Prozent des gesamten Kapitalbedarfs entfallen auf den Kaufpreis. Bei der Finanzierungsplanung sollte deshalb neben dem Unternehmenserwerb auch ausreichend Spielraum für notwendige Investitionen und die weitere Unternehmensentwicklung vorgesehen werden.
Der Nachfolgemonitor 2026 enthält außerdem eine Sonderauswertung zur Nachfolgelandschaft in Hessen.
Die vollständige Studie sowie weitere Informationen finden Sie auf der Homepage des Nachfolgemonitors.
Unterstützung durch die IHK
Die Nachfolgemoderation der IHK Heilbronn-Franken unterstützt Unternehmer und Nachfolgeinteressierte bei der Vorbereitung und Gestaltung des Nachfolgeprozesses. Das Angebot umfasst eine neutrale Erstberatung, Informationen zur Unternehmensbewertung und Finanzierung sowie Unterstützung bei der Suche nach einem geeigneten Übergeber oder Nachfolger.
Tipp: Ob Gründung, Wachstum oder Unternehmensnachfolge: Bei den Finanzierungssprechtagen der IHK Heilbronn-Franken mit der L-Bank, der Bürgschaftsbank Baden-Württemberg und der MBG erhalten Sie eine individuelle Einschätzung zu Ihrem Vorhaben und Informationen zu geeigneten Finanzierungsmöglichkeiten.