28.08.2026

Nachhaltig ja – aber bitte praxistauglich

Mit der neuen EU-Verordnung über Verpackungen und Verpackungsabfälle (PPWR) verfolgt die Europäische Union wichtige Ziele für mehr Nachhaltigkeit und Kreislaufwirtschaft. Die Wirtschaft unterstützt diese Ziele, befürchtet aber unverhältnismäßige neue bürokratische Belastungen für Unternehmen.
Die IHK Hannover fordert eine bürokratiearme Umsetzung der PPWR. Insbesondere bei der erweiterten Herstellerverantwortung braucht es europaweit möglichst einheitliche Verfahren, damit Unternehmen ihre Pflichten auch bei grenzüberschreitenden Geschäften mit vertretbarem Aufwand erfüllen können.
„Die verpflichtende Benennung von Bevollmächtigten in einzelnen EU-Mitgliedstaaten sollte abgeschafft werden. Statt vieler unter-schiedlicher Registrierungs- und Meldeverfahren brauchen wir einen europäischen One-Stop-Shop, über den Unternehmen ihre EPR-Pflichten zentral und digital erfüllen können“, sagt Maike Bielfeldt, Hauptgeschäftsführerin der IHK Hannover.
Unternehmen, die Verpackungen in andere EU-Mitgliedstaaten in Verkehr bringen, werden mit aufwändigen nationalen Registrierungs-, Melde- und gegebenenfalls Vertretungspflichten konfrontiert.
Gerade für kleine und mittlere Unternehmen steht der damit verbundene Aufwand häufig in keinem angemessenen Verhältnis zum tat-sächlichen Geschäft. Dies kann dazu führen, dass Unternehmen einzelne Märkte künftig nicht mehr bedienen.
Sinnvoll wären praxistaugliche Bagatellgrenzen, damit Unternehmen mit geringen Verpackungsmengen nicht mit unverhältnismäßigem Verwaltungsaufwand belastet werden.
„Die Verpackungspolitik muss Nachhaltigkeitsziele und Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen zusammen denken, sonst gefährdet Überregulierung den europäischen Binnenmarkt“, so Bielfeldt.
Unternehmen, die ihre Erfahrungen und Herausforderungen mit den neuen Verpackungsvorschriften direkt an die EU adressieren möchten, können sich bis zum 10. September an einer aktuellen Konsultation der Europäischen Kommission zur Umsetzung der PPWR und zu bestehenden Bürokratiebelastungen beteiligen: