26.02.2026
Digitalisierungsumfrage: Unternehmen erwarten Produktivitätssteigerungen mit KI
Mehr als zwei Drittel der Unternehmen in der Wirtschaftsregion der IHK Hannover setzen Anwendungen der Künstlichen Intelligenz ein oder planen dies bereits. Dies ist ein Ergebnis der diesjährigen Digitalisierungsumfrage der IHK-Organisation. In der bundesweiten Umfrage wurde nach KI-Anwendungen gefragt, die über die Standard-Versionen von sogenannten „Large-Language-Modellen“ wie Chat GPT oder CoPilot hinaus gehen.
„Viele Unternehmen nutzen KI in den Bereichen der Generierung von Inhalten, der Qualitätssicherung und Prozessüberwachung sowie Produktentwicklung und Optimierung. Künstliche Intelligenz ist damit der Treiber für mehr Produktivität. Fast jedes vierte Unternehmen sieht hier hohes Potenzial“, sagt Maike Bielfeldt, Hauptgeschäftsführerin der IHK Hannover.
Insgesamt stagniert die Beurteilung der Unternehmen in Bezug auf ihren eigenen Digitalisierungsfortschritt. Vor einem Jahr beurteilten 78 Prozent der befragten Betriebe ihren Stand mit einer Schulnote im Bereich von 1 bis 3. Jetzt sind es 76 Prozent. Jedes zweite Unternehmen in der Region sieht in der Komplexität und der Zeit wesentliche Hürden für eine schnellere Digitalisierung. Mehr als jedes dritte Unternehmen sieht Sicherheitsrisiken, die bei der Digitalisierung bremsen.
Weiterhin unzufrieden sind die Unternehmen in der Wirtschaftsregion mit der Umsetzung der Verwaltungsdigitalisierung. Zwar sinkt der Anteil derer, die der öffentlichen Verwaltung eine 5 oder 6 geben würden, von 55 auf 42 Prozent, dennoch kritisieren fast vier von fünf Unternehmen den Zustand und den Fortschritt.
„Die neue Governance-Struktur mit der Digitalisierungsstaatssekretärin ist ausdrücklich zu begrüßen. Mit der klaren Verantwortlichkeit besteht die Chance, mehr Tempo aufzunehmen und gemeinsame Standards durchzusetzen. Das gilt vor allem auch für den kommunalen Bereich", so Christian Grascha, stellvertretender Hauptgeschäftsführer und Beauftragter für digitale Transformation bei der IHK Hannover.
Die Digitalisierung darf nicht zum Flickenteppich werden. Deswegen brauchen die Kommunen mehr Unterstützung und mehr Verbindlichkeit, gemeinsame Anwendungen und einheitliche Standards, um die Digitalisierung voranzubringen. Unternehmen sind mit durchschnittlich mehr als 200 Kontakten zur öffentlichen Verwaltung die Power-User und fordern dringend schlankere Prozesse über alle Verwaltungsebenen ein.
Im Bereich der IHK Hannover beteiligten sich 119 Unternehmen an der Digitalisierungsumfrage, die von der DIHK bundesweit einmal im Jahr durchgeführt wird.
