18.09.2026

Baustellen in Hannover - IHK: Einschränkungen müssen minimiert werden

Die Vielzahl und Dauer der Baumaßnahmen in der Stadt führen bei vielen betroffenen Unternehmen zu teils existenzbedrohenden Situationen. „Es ist richtig, dass wir unsere Infrastruktur ertüchtigen müssen, und dies lässt sich nicht ohne Einschränkungen für den Einzelnen erreichen“, erklärt Dr. Mirko-Daniel Hoppe, stellvertretender Hauptgeschäftsführer der IHK Hannover. „Aber wenn die Stadt laut einem Bericht der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung in der Oststadt von einem ‘Beispiel für gute Koordinierung von Baustellen‘ spricht, deckt sich dies angesichts der massiven Auswirkungen der Baumaßnahmen nur sehr eingeschränkt mit den Erfahrungen der dortigen Unternehmen.“
Gerade Hannovers Oststadt erlebte in den vergangenen Monaten und Jahren massive Baumaßnahmen. So war beispielsweise die Friesenstraße langfristig gesperrt, die Unternehmen waren nur eingeschränkt erreichbar. „Wenn jetzt ein Gastronom die Situation als kaum noch erträglich beklagt, so ist dies von der Stadt ernst zu nehmen“, so Hoppe. Schließlich stehen Arbeitsplätze und auch Gewerbesteuereinnahmen auf dem Spiel. Außerdem drohe die Attraktivität des Viertels zu sinken, weil Nutzungsvielfalt verlorengeht, so Hoppe.
Der stellvertretende IHK-Hauptgeschäftsführer betonte, dass die Oststadt kein Einzelfall sei. Er wies zum Beispiel auf die Prinzenstraße hin, bei der die Bauarbeiten aus rechtlichen Gründen jetzt auch noch ruhen. Auch hier spüren Unternehmen massive Belastungen.
Hoppe: „Die Qualität der Koordinierung von Baumaßnahmen ist von außen nur schwer zu bewerten, die Auswirkungen auf Unternehmen dagegen sehr wohl. Und diese werden aus Sicht der IHK bislang zu wenig berücksichtigt.“ Die Abläufe dürften nicht nur aus Sicht des Bauträgers beurteilt werden, sondern müssten auch die Einschränkungen für Unternehmen und Stadtgesellschaft im Blick haben.
Aus Sicht der IHK sind Baumaßnahmen in Hannover häufig durch lange Bauzeiten, erhebliche Belastungen und nicht selten auch durch deutliche Verzögerungen gekennzeichnet. Als Beispiel weist die IHK auf die Veloroute am Bischofsholer Damm hin. Hier waren für Teilabschnitte Bauphasen von sechs Wochen kommuniziert worden. Tatsächlich dauerten sie über sechs Monate.
Die IHK warnt davor, sehenden Auges die Existenz insbesondere kleiner Unternehmen durch lange Baumaßnahmen zu gefährden und fordert, die Auswirkungen auf die lokale Wirtschaft stärker zu berücksichtigen. Dabei sollte grundsätzlich geprüft werden, wie Bauzeiten verkürzt und Beeinträchtigungen minimiert werden können. Unternehmen können eine kurze, intensive Einschränkung oft besser verkraften als monatelange Unsicherheit und dauerhaft erschwerte Erreichbarkeit.