05.03.2026
Jede zehnte Anerkennung eines ausländischen Berufsabschlusses durch die IHK Hannover
Rund 10 Prozent aller Verfahren zur Anerkennung ausländischer Berufsabschlüsse bundesweit werden von der IHK Hannover bearbeitet. Im vergangenen Jahr stellten die Mitarbeitenden der IHK 1007 Bescheide aus – ein neuer Höchststand.
„Das Fachkräfteeinwanderungsgesetz eröffnet viele Wege, Talente aus Drittstaaten zu gewinnen. Die IHK Hannover bietet ein bundesweit einzigartiges Modell der Anerkennung ausländischer Berufsabschlüsse mit einem One-Stop-Shop der Anerkennung ausländischer Abschlüsse direkt vor Ort. Die umfassende Beratung von Unternehmen sowie Durchführung von Anerkennungsverfahren unterstützt die Unternehmen bei der Rekrutierung von Fachkräften, die in vielen Branchen fehlen“, sagt Silke Richter, Leiterin des Bereichs Berufliche Bildung und Fachkräfte bei der IHK Hannover.
Die Gewinnung von Fachkräften aus dem Ausland ist auch in der aktuellen wirtschaftlichen Lage für viele Unternehmen aus der Region weiterhin wichtig. Die mehrfach weiterentwickelten Regelungen des vor sechs Jahren in Kraft getretenen Fachkräfteeinwanderungsgesetzes (FEG) eröffnen Unternehmen inzwischen deutlich mehr Möglichkeiten, qualifizierte Fachkräfte aus Drittstaaten zu gewinnen. Grundlage dafür ist häufig die Anerkennung ausländischer Berufsqualifikationen.
Die IHK Hannover führt Anerkennungsverfahren in ihrem Bereich eigenständig durch. Seit dem Start des Anerkennungsgesetzes im Jahr 2012 wurden bislang insgesamt 6481 Bescheide ausgestellt. Die häufigsten Anträge kamen von Menschen aus der Türkei (820), Kolumbien (816), Spanien (811), Syrien (740) und Polen (461).
Unter den Top 5 der durch die IHK Hannover anerkannten Berufe finden sich mit drei Elektro- und IT-Berufen (1.405) sowie dem Beruf Koch/Köchin (674) Abschlüsse, die auf dem Arbeitsmarkt besonders nachgefragt sind. Bei etwas mehr als der Hälfte aller bisher geprüften Qualifikationen konnte der ausländische Abschluss sofort einem deutschen Ausbildungsberuf gleichgestellt werden.
Gleichzeitig bleiben für viele Unternehmen die komplexen Regelungen des FEG eine Herausforderung. Neue Instrumente wie etwa die Anerkennungspartnerschaft und das beschleunigte Fachkräfteverfahren haben zwar Entlastungen geschaffen, doch sorgen lange Wartezeiten bei Auslandsvertretungen, umfangreiche Nachweise und die Vielzahl an beteiligten Akteuren nach wie vor für hohen Beratungsbedarf. Hilfe bietet das Welcome & Business Center der IHK Hannover, das Unternehmen durch den Prozess begleitet – von der Auswahl des Verfahrens bis zum Arbeitsstart der Fachkraft.
Durch die enge Verzahnung von Beratung, Anerkennung der Qualifikationen und Verfahrensbegleitung schafft die IHK reibungslose Abläufe und trägt dazu bei, dass qualifizierte ausländische Fachkräfte schnell und erfolgreich in die Unternehmen einsteigen können.
