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Westbalkan: Geschäftschancen in der Abfallwirtschaft
Die Länder des Westbalkans stehen vor einer umfassenden Modernisierung ihrer Abfallwirtschaft. In Bosnien und Herzegowina, Nordmazedonien und Serbien besteht erheblicher Bedarf beim Ausbau von Sammel-, Sortier- und Recyclingstrukturen. Die drei Westbalkanstaaten müssen im Zuge des EU-Beitrittsprozesses ihr Abfallrecht anpassen. Zudem integrieren die drei Länder bereits formell Vorgaben der Erweiterten Herstellerverantwortung (EPR) in ihre Rechtssysteme. Deutschland unterstützt die Länder beim Übergang zur Kreislaufwirtschaft und der Harmonisierung mit dem EU-Recht. Die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) realisiert bis Ende 2027 ein Projekt zur Entwicklung der Kreislaufwirtschaft für die gesamte Region.
Aktuell werden große Mengen an Kommunal- und Industrieabfällen weiterhin deponiert. Fehlende Recyclingkapazitäten, veraltete Infrastruktur und unterschiedliche regulatorische Rahmenbedingungen stellen die Länder vor große Herausforderungen. Gleichzeitig eröffnen sich dadurch vielfältige Marktchancen für deutsche Anbieter von Umwelttechnik, Recyclinglösungen, Anlagenbau, Abfalllogistik und innovativen Technologien zur Ressourcenschonung.
Investitionsbedarf in Milliardenbereiche
Das zweitgrößte Westbalkanland Bosnien und Herzegowina arbeitet am Aufbau einer leistungsfähigen Kreislaufwirtschaft. Die Recyclingquote für Siedlungsabfälle liegt derzeit noch bei rund 2 Prozent und soll deutlich gesteigert werden. Investitionen in Sammelsysteme, Sortieranlagen und moderne Abfallbehandlung sind erforderlich. Aufgrund der komplexen Verwaltungsstruktur gewinnen zudem regionale und interkommunale Lösungen zunehmend an Bedeutung.
Auch Serbien modernisiert seinen Abfallwirtschaftssektor. Das Land arbeitet an der Umsetzung seines Abfallwirtschaftsprogramms bis 2031 und passt seine Gesetzgebung an europäische Standards an. Kommunale Abfallunternehmen investieren verstärkt in moderne Deponietechnik, Recyclingzentren und Ausrüstung. Besonders gefragt sind Lösungen für getrennte Sammlung, Recycling und die Behandlung von Industrie- und Sonderabfällen.
Internationale Institutionen unterstützen die Entwicklung der Branche. Projekte werden unter anderem durch die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ), die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW), die Europäische Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (EBWE) sowie weitere internationale Fördergeber begleitet.
Chancen für deutsche Unternehmen
Für deutsche Unternehmen ergeben sich Geschäftsmöglichkeiten insbesondere in folgenden Bereichen:
- Recycling- und Sortiertechnik
- Anlagenbau und Modernisierung bestehender Infrastruktur
- Abfallmanagement und Digitalisierung
- Sammel- und Logistiklösungen
- Technologien für Kreislaufwirtschaft und Ressourceneffizienz
- Lösungen für Industrie- und Sonderabfälle
Wirtschaftsdelegationsreise mit Grant Hendrik Tonne im Oktober
Das Niedersächsische Wirtschaftsministerium führt unter Leitung von Grant Hendrik Tonne vom 11. bis 16. Oktober 2026 eine Wirtschaftsdelegationsreise nach Serbien (Belgrad) sowie Bosnien und Herzegowina (Sarajevo) durch. Unternehmensvertreterinnen und -vertreter niedersächsischer Unternehmen sind herzlich eingeladen, an der Reise teilzunehmen. Details zur Reise finden Sie hier.
Weitere Informationen: Westbalkan entwickelt Kreislaufwirtschaft mit deutschem Know-how | Branchen | Westbalkan | Abfall- und Recyclingwirtschaft
(DR)
Stand: 15.07.2026
