USA
Trotz Unsicherheit und Zöllen: Deutsche Unternehmen sehen Chancen in den USA
Trotz handelspolitischer Unsicherheiten und anhaltender Zollkonflikte blicken deutsche Unternehmen in den USA optimistisch auf das Jahr 2026. Das zeigt der aktuelle German American Business Outlook 2026 der AHK USA.
Die Ergebnisse der Umfrage wurden 6. März 2026 vorgestellt. An der Studie beteiligten sich insgesamt 243 deutsche Unternehmen mit Geschäftstätigkeit in den Vereinigten Staaten. Die Details finden sich in der Präsentation und Executive Summary zum Download. An dieser Stelle haben wir die wichtigsten Ergebnisse zusammengefasst:
Enttäuschendes Jahr 2025, aber bessere Aussichten voraus.
Nach einem schwierigen Jahr 2025 erwarten 82 Prozent der deutschen Unternehmen in den USA für 2026 steigende Umsätze. Das ist deutlich mehr als im Vorjahr, als 64 Prozent Wachstum meldeten, während 23 Prozent Umsatzrückgänge verzeichneten. Die Geschäftserwartungen sind – vermutlich auf Grund des aktuellen Handelsumfeld allerdings sehr ambivalent: Während 24 Prozent der befragten Unternehmen mit einem sehr starken Umsatzwachstum rechnen, erwarten 10 Prozent – das sind doppelt so viele wie in den Jahren zuvor – einen Umsatzrückgang.
Größte Herausforderung? Die politische Unsicherheit.
Größe Herausforderungen sind für die befragten Unternehmen inzwischen die politische Unsicherheit in den USA (46 %) sowie die finanziellen Folgen von Zöllen (44 %). Fast ein Drittel der deutschen Unternehmen sieht zudem die administrative Belastung durch die Zölle als erhebliche Hürde. Die meisten Unternehmen (86 %) berichten von negativen Auswirkungen der US-Zollpolitik. Aber es gibt nicht nur Verlierer: Von 31 Prozent der befragten Unternehmen werden positive Effekte gemeldet – unter anderem aufgrund der Wettbewerbsvorteile, die deutsche Unternehmen in den USA gegenüber Konkurrenten aus Drittländern haben.
Investitionspläne? Stabil.
Unsicherheiten – ja. Aber die Größe des US-Marktes hält die Investitionsbereitschaft hoch. Zwei Drittel der Unternehmen wollen ihre Investitionen in den USA in diesem Jahr erhöhen und mehr als die Hälfte plant, in den kommenden drei Jahren mindestens 1 Mio. US-Dollar zu investieren. Dies vor allem in die Entwicklung von Fachkräften sowie die digitale Transformation. Digitale Transformation, das bedeutet für viele Unternehmen Künstliche Intelligenz. 57 Prozent der Unternehmen haben bereits entsprechende Anwendungen eingeführt – mehr als doppelt so viele wie im Vorjahr.
Matthias Amberg, Präsident der Deutsch-Amerikanischen Handelskammern fasst die Ergebnisse des diesjährigen German-American Business Outlook zusammen: „Die USA bleiben ein Wachstumsmarkt und Unternehmen investieren entsprechend. Unsere Mitglieder begegnen der handelspolitischen Unsicherheit mit Pragmatismus, auch wenn sie sich mehr Planbarkeit und Entlastung bei Zöllen er hoffen würden.“
Jedes Jahr befragen die Deutsch-Amerikanischen Handelskammern (AHK USA) deutsche Tochtergesellschaften in den Vereinigten Staaten zu ihren Einschätzungen und Erwartungen im US-Geschäfts- und Investitionsumfeld. Das Ergebnis ist der German American Business Outlook (GABO) – ein zentrales Stimmungsbarometer für die deutsch-amerikanischen Wirtschaftsbeziehungen. Für 2026 zeigt dieses deutlich nach oben: Trotz handelspolitischer Unsicherheiten und anhaltender Zollkonflikte blicken viele Unternehmen optimistisch auf das Jahr 2026.
Stand: 09.03.2026
