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Rumänien/Bulgarien: Chancen durch Förderung der Lebensmittelindustrie

Rumänien und Bulgarien modernisieren ihre Lebensmittelindustrie gezielt durch staatliche Programme, um die lokale Wertschöpfung zu erhöhen. Vor dem Hintergrund steigender Energie-, Transport- und Rohstoffkosten rücken beide Länder zunehmend als alternative Produktions- und Beschaffungsstandorte innerhalb der EU in den Fokus. Deutsche Unternehmen können von diesen Entwicklungen sowohl als Investoren als auch als Technologielieferanten profitieren.
Steigende Preise für Energie, Logistik und Vorprodukte – unter anderem infolge globaler Krisen – erhöhen den Kostendruck auf die deutsche Lebensmittelindustrie. Eine Reaktion darauf ist die stärkere Verlagerung von Produktion und Beschaffung in kostengünstigere EU-Länder.
Rumänien und Bulgarien bieten hierbei Standortvorteile durch die niedrigsten Lohnkosten innerhalb der EU sowie vergleichsweise günstige Produktionsbedingungen. Beide Länder positionieren sich zunehmend als Alternative zu etablierten Produktionsstandorten wie Ungarn, Spanien oder Italien.
Zudem sind bereits zahlreiche internationale und deutsche Unternehmen in der Region aktiv, darunter Lebensmittelhersteller wie Hochland, Fuchs, Dr. Oetker oder Wiesenhof in Rumänien sowie Handelsketten wie Lidl, Kaufland und REWE in Bulgarien.
Inländische Unternehmen unter Modernisierungsdruck
Viele kleine und mittelständische Lebensmittelhersteller in beiden Ländern verfügen nur über begrenztes Kapital für Investitionen in moderne Produktionsanlagen. Dies führt teilweise zu Schwierigkeiten bei der Einhaltung von Liefermengen, Qualitätsanforderungen und EU-Standards.
Hinzu kommen steigende Anforderungen durch EU-Regulierungen, etwa im Bereich Verpackung, Energieeffizienz und Lebensmittelsicherheit. Auch der Fachkräftemangel erhöht den Druck zur Automatisierung und Modernisierung.
Förderprogramme unterstützen Investitionen in die Lebensmittelindustrie
In Rumänien unterstützt das staatliche Programm InvestAlim gezielt die Modernisierung der Lebensmittelverarbeitung. Gefördert werden Unternehmen aus der Fleisch-, Milch-, Obst- und Gemüseverarbeitung. Das Programm stellt jährlich rund 150 Mio. Euro in Form von Zuschüssen bereit, die unter anderem in neue Maschinen für Verarbeitung, Verpackung und Kühlung investiert werden.
Auch in Bulgarien flankieren wirtschaftspolitische Maßnahmen und EU-Fördermittel die Modernisierung der Branche.
Bulgarien setzt auf hochwertige Veredelung und Bio-Produkte
Ein Schwerpunkt der bulgarischen Industriepolitik liegt auf der Förderung der Weiterverarbeitung landwirtschaftlicher Produkte. Bis 2027 stellt das Landwirtschaftsministerium jährlich rund 27 Mio. Euro zur Förderung von Bio- und Qualitätsprodukten bereit.
Im Fokus stehen insbesondere Milchprodukte sowie die Verarbeitung von Obst und Gemüse. Ziel ist es, die Wertschöpfung im Land zu erhöhen und die Exportfähigkeit zu stärken.
Sourcing: Lieferungen nach Deutschland steigen kontinuierlich
Die Importe Deutschlands aus Bulgarien und Rumänien im Lebensmittelbereich wachsen seit Jahren kontinuierlich. Wichtige Importprodukte sind Getreideerzeugnisse, Obst und Gemüse sowie zunehmend auch Milch- und Fleischerzeugnisse.
Aus Rumänien stammen unter anderem Tomaten, Gurken, Heidelbeeren sowie Tierfutterprodukte. Bulgarien liefert verstärkt Joghurt, Paprika und Trockenfrüchte. Bulgarische Hersteller profitieren dabei unter anderem von traditionellen Fermentationskulturen wie dem Bacillus Bulgaricus.
Rumänien verfügt über eine breitere industrielle Basis in der Lebensmittelverarbeitung, während die bulgarische Branche kleiner, aber stärker exportorientiert ist. Beide Länder zeichnen sich durch eine stark kleinteilige Unternehmensstruktur aus.
Chancen für deutsche Unternehmen
Für deutsche Unternehmen ergeben sich insbesondere folgende Geschäftschancen:
  • Maschinen und Anlagen für Verarbeitung, Verpackung und Kühlung
  • Technologien zur Automatisierung und Effizienzsteigerung
  • Lösungen für Lebensmittelsicherheit, Qualität und Energieeffizienz
  • Kooperationen mit lokalen Herstellern und Handelsunternehmen
  • Nutzung von Förderprogrammen für Investitionen in Produktionsstandorte
Quelle und weitere Informationen: GTAI – Lebensmittelindustrie Bulgarien/Rumänien
Stand: 19.05.2026