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Neue Wege im US-Geschäft: Strategien deutscher Unternehmen

Es ist nicht alles gut – aber auch nicht alles schlecht in den deutsch-amerikanischen Geschäftsbeziehungen. Die Sonderauswertung USA des World Business Outlook Frühjahr 2026 der Deutschen Industrie- und Handelskammer (DIHK) zeichnet ein vielschichtiges Bild.
Einerseits hat sich – laut Angaben der befragten deutschen Unternehmen – die Geschäftslage in den USA seit Herbst 2025 merklich stabilisiert. Fast die Hälfte bewertet ihre Geschäftsperspektiven dort positiv, etwas weniger berichten bereits heute von einer guten aktuellen Lage.
Gleichzeitig bleibt das wirtschaftliche Umfeld angespannt. An der anhaltenden Unsicherheit, die unternehmerische Planungen erschwert, hat sich kaum etwas geändert. Durch Zollverfahren, Ursprungsnachweise und zusätzliche Compliance-Anforderungen ist der bürokratische Aufwand weiter deutlich gestiegen – ebenso wie die Kosten, etwa durch zusätzliches Personal oder externe Beratung.
Auf diese veränderten Rahmenbedingungen müssen Unternehmen reagieren – so oder so. Allerdings nicht unbedingt durch einen Rückzug aus dem US-Markt oder einer Verringerung des US-Engagements. Eher durch Preisanpassungen und Investitionen in die Wertschöpfung vor Ort: Rund 40 Prozent der deutschen Unternehmen in den USA richten ihre Lieferketten zunehmend lokal aus, knapp ein Drittel setzt verstärkt auf das US-Geschäft und eine „Local-for-Local“-Produktion für den US-Markt.
Ein etwas anderes Bild zeigt sich bei den Strategien deutscher Unternehmen, die im Rahmen des AHK World Business Outlook an Standorten außerhalb der USA befragt wurden. Demnach reduziert jedes zweite US-aktive Unternehmen entweder sein Engagement im US-Geschäft oder richtet den Fokus stärker auf andere Märkte. Nur 11 Prozent planen, ihre Aktivitäten in den USA auszubauen.
Fazit: Trotz zunehmender Handelsbarrieren und der Prüfung neuer Absatzmärkte bleibt die USA für international tätige deutsche Unternehmen ein zentrales wirtschaftliches Standbein mit hoher strategischer Bedeutung. Besonders fest im Markt verankerte Unternehmen profitieren von ihrer Nähe zu Kunden, Partnern und Lieferketten und investieren in diese. Eine breitere internationale Diversifizierung ist allerdings für viele Betriebe ein Thema – allerdings nicht vorwiegend als Ersatz zum US-Markt, sondern als Ergänzung.
Stand: 30.06.2026