International
Blitzumfrage der niedersächsischen Industrie- und Handelskammern zu China
Der Wettbewerbsdruck chinesischer Unternehmen wird für viele niedersächsische Betriebe zunehmend zu einer Herausforderung. Das zeigt eine aktuelle Umfrage der niedersächsischen Industrie- und Handelskammern. Die Unternehmen fordern von der Europäischen Union ein entschlosseneres außenwirtschaftliches Auftreten und Maßnahmen gegen strategische Abhängigkeiten. Gleichzeitig steht ein Großteil der Unternehmen zusätzlichem Protektionismus skeptisch gegenüber und warnt vor mehr Bürokratie, steigenden Kosten sowie möglichen Gegenreaktionen auf internationalen Märkten.
Die wichtigsten Ergebnisse:
Die Konkurrenz chinesischer Anbieter ist für viele Unternehmen längst Alltag. Insgesamt berichten 67 Prozent der niedersächsischen Unternehmen, die an der Umfrage teilgenommen haben, von einem zunehmenden Wettbewerbsdruck. Besonders hoch ist die Betroffenheit in der Industrie.
Der Wettbewerb beschränkt sich dabei längst nicht mehr auf den chinesischen Markt. Die Unternehmen erleben die Konkurrenz vor allem im Inland sowie im europäischen Binnenmarkt. Fast jedes zweite betroffene Unternehmen berichtet zudem von zunehmendem Konkurrenzdruck auf Drittmärkten außerhalb Europas.
Wie die Ergebnisse der Umfrage zeigen, setzen die Unternehmen als Reaktion vorrangig auf Möglichkeiten, ihre eigene Wettbewerbsfähigkeit stärken, um dem gestiegenen Wettbewerbsdruck aus China zu begegnen (Produktinnovationen, Kostensenkungen, Suche nach neuen Absatzmärkten).
Im Hinblick auf die Erwartungen an die EU erfahren Maßnahmen die größte Zustimmung, die auf eine stärkere strategische Position Europas abzielen, wie ein gemeinsames und koordiniertes außenwirtschaftliches Auftreten der Europäischen Union, Maßnahmen, um strategische Abhängigkeiten zu reduzieren und einen stärkeren Schutz kritischer Infrastrukturen.
Ein heterogenes Stimmungsbild ergibt sich hinsichtlich zusätzlicher Schutzmaßnahmen. Zwar stimmten 55 Prozent der Unternehmen der Aussage zu, die Europäische Union solle auch dann stärkere handelspolitische Maßnahmen gegen Wettbewerbsverzerrungen einführen, wenn dadurch negative Folgen für das eigene Unternehmen entstehen könnten. Gleichzeitig lehnen 37 Prozent eine solche Linie ab.
Die Umfrage für Niedersachsen wurde im Zeitraum vom 20. Juli 2026 bis zum 10. August 2026 im Rahmen einer bundesweiten Befragung durchgeführt. Teilgenommen haben 259 Unternehmen aus Niedersachsen.
Die ausführlichen Ergebnisse der IHKN-Blitzumfrage zu China finden Sie auf den Seiten der IHK Niedersachsen. Eine Zusammenfassung der Ergebnisse der bundesweiten Umfrage finden Sie auf den Seiten der Deutschen Industrie- und Handelskammer.
Stand: 22.09.2026
