KfW-Studie: Nachfolge-Lösungen schwieriger, Schließungen nehmen zu
Jedes vierte mittelständische Unternehmen in Deutschland erwägt, nach dem Ausscheiden der jetzigen Senior-Generation kurz- bis mittelfristig zu schließen, wie das aktuelle Nachfolge-Monitoring Mittelstand der KfW zeigt.
Der Studie zufolge streben bei einer Betrachtung der Unternehmerinnen und Unternehmer, die ihren Rückzug aus der Firma bis Ende 2029 planen, 569.000 keine Fortführung des Unternehmens an. Das entspricht jährlich rund 114.000 Geschäftsaufgaben. Damit gibt es erstmals einen kleinen Überhang von Unternehmen, die die Stilllegung planen. Denn demgegenüber stehen 545.000 mittelständische Unternehmen, die bis Ende 2029 eine Nachfolgeregelung finden wollen – das sind gut 109.000 Unternehmen im Jahr.
Als Hauptgrund für Schließungspläne wird gemäß KfW-Analyse das Alter angegeben. Im Jahr 2025 waren 57 Prozent der mittelständischen Unternehmerschaft 55 Jahre oder älter, was noch einmal drei Prozentpunkte mehr als im Vorjahr bedeutete. Vor 20 Jahren waren dies lediglich 20 Prozent. Viele Unternehmerinnen und Unternehmer empfinden die Suche nach einer passenden Nachfolgerin oder einem passenden Nachfolger als sehr schwierig.
So erklären 47 Prozent der Befragten mit Stilllegungsplänen, dass es in ihrer Familie kein Interesse an einer Fortführung, etwa durch die Kinder, gebe. 42 Prozent nennen zu viel Bürokratie als einen Grund, wieso sie die Schließung planen – das sind zwölf Prozentpunkte mehr als im Vorjahr und so viele wie nie. Bei einer Nachfolge sind viele juristische Fragen zu klären, aber ebenso steuerliche Aspekte und Informations- und Meldepflichten zu beachten.
Ein schwieriger Schritt auf dem Weg zu einer erfolgreichen Unternehmensnachfolge ist zudem die Einigung auf einen für alle Beteiligten akzeptablen Kaufpreis. Erstmals seit 2019 hat KfW Research wieder erhoben, welche Kaufpreisvorstellungen die mittelständischen Unternehmenslenker haben. Diese sind seit 2019 merklich angezogen. Die Unternehmerinnen und Unternehmer, die binnen fünf Jahren eine Nachfolgeregelung anstreben, wollen demnach im Durchschnitt 499.000 Euro erzielen. Vor sechs Jahren waren es noch 372.000 Euro. Die Erhöhung der Kaufpreisvorstellungen liegt damit deutlich über der Inflation in diesem Zeitraum, preisbereinigt liegt das Plus bei 9,5 Prozent. Vor sechs Jahren wollten nur 18 Prozent der Mittelständler einen Kaufpreis von mehr als 1 Mio. Euro erzielen; nun sind es 27 Prozent. Dagegen wollen sich nur noch fünf Prozent der Unternehmerinnen und Unternehmer mit weniger als 50.000 Euro zufriedengeben; 2019 waren es noch 18 Prozent.
Zu diesen Ergebnissen kommt eine aktuelle Sonderauswertung im Rahmen des repräsentativen KfW-Mittelstandspanels, das zwischen Mitte Februar und Mitte Juni 2025 erhoben wurde. An der Befragung zum Panel beteiligten sich mehr als 13.000 mittelständische Unternehmen.
Das aktuelle Nachfolge-Monitoring ist auf der Website der KfW abrufbar:
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KfW Research: Nachfolge-Monitoring Mittelstand 2025
Angebote der IHK:
Die IHK Hannover bietet umfassende Unterstützung bei der Unternehmensnachfolge. Das Angebot umfasst neben grundlegenden Informationen, die Unternehmensbörse „nexxt change“, spezielle Seminare und Workshops sowie Beratungsgespräche.
Die nächsten Veranstaltungen zum Thema Unternehmensnachfolge:
- Nachfolge-Sprechtag mit der Steuerberaterkammer Niedersachsen am 28. Januar 2026
- Seminar „Unternehmensbewertung: Grundlagen und Besonderheiten“ am 10. Februar 2026
- Seminar „Der Notfallkoffer: Ihre systematische Vorsorge für Unternehmen und Familie“ am 12. März 2025
(Sl)
Stand: 15.01.2026
