Tourismus

Nationale Tourismusstrategie beschlossen

Am 28. Januar hat das Bundeskabinett die Nationale Tourismusstrategie (NTS) beschlossen. Diese bündelt erstmals die für den Tourismus relevanten Maßnahmen aller Ressorts unter dem übergeordneten Ziel der Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit des Tourismusstandortes Deutschland. Dabei werden die für den Tourismus wichtigen Schwerpunktthemen Unternehmensentlastung und Bürokratieabbau, Attraktivität und Anbindung des Reiselands Deutschland, Digitalisierung, Arbeitsbedingungen und Arbeitskräftegewinnung, nachhaltiger Tourismus und EU-Tourismuspolitik adressiert und alle Bereiche der Querschnittsbranche Tourismus gleichermaßen berücksichtigt.
Konkret setzt die Nationale Tourismusstrategie folgende Ziele und sieht dazu passgenaue Maßnahmen vor:
Unternehmen entlasten, Bürokratie abbauen
  • Steuersenkungen; Kostenreduzierungen
  • Vorschriften, Berichtspflichten reduzieren, Verfahren straffen und Gestaltungsspielräume ausweiten
  • Praxischecks nutzen
  • Keine bürokratische Übererfüllung von EU-Regeln
  • Unternehmensgründungen, -nachfolgen erleichtern
Attraktivität und Anbindung des Reiselands Deutschlands stärken
  • Stabile institutionelle Förderung der DZT mindestens auf dem Niveau des Jahres 2024 gemäß Koalitionsvertrag
  • Beschleunigung Visavergabe
  • Investitionsstau angehen
  • Luftverkehrsverbindungen ausbauen
  • ÖPNV stärken
  • Mobilität vernetzen
  • Neuer Schub für Fuß- und Radverkehr
  • Weitere Förderung des Wassertourismus durch Maßnahmen im Rahmen des Masterplans Freizeitschifffahrt
Digitalisierung und Nutzung von KI in der Tourismusbranche vorantreiben
  • Bessere Mobilfunk- und Glasfaserinfrastruktur
  • Besserer Wissens- und Informationstransfer
  • Kluges Datenmanagement, erfolgreiche digitale Vermarktung
  • Anwendungsmöglichkeiten für KI im Tourismus in die Fläche tragen
  • AI Act innovationsfreundlich und bürokratiearm umsetzen
  • „EUDI-Wallet“ für den Tourismus nutzbar machen
Qualifizierte Arbeitskräfte gewinnen und Arbeitsbedingungen zeitgemäß gestalten
  • Arbeitszeitregelungen flexibilisieren
  • Mehrarbeit fördern
  • Duale Ausbildung fördern
  • Weiterbildung stärken
  • Gewinnung von Fachkräften aus dem Ausland erleichtern
Tourismusbalance und lebenswerte, resiliente Räume durch nachhaltigen Tourismus stärken
  • Förderprogramme gezielt und effizient nutzen
  • Natur- und Klimaschutz stärken
  • Schutz bei Extremwetterereignissen und Sturmfluten
  • Verlässliche Bemessungsstandards
  • Barrierefreiheit im Tourismus stärken
EU-Tourismuspolitik besser mit nationalen Interessen verzahnen
  • Bürokratiearme EU-Gesetzgebung
  • Bessere Verzahnung der tourismusrelevanten Dossiers
  • Zugang zu EU-Fördermitteln erleichtern
  • Folgenabschätzungen (Impact-Assessments) und Praxischecks (zur Bewertung der Auswirkungen von EU-Maßnahmen auf den mittelständisch geprägten Tourismussektor) verstärkt nutzen
  • Digitalisierung und Datennutzung verbessern
Vernetzung und Beteiligung der Akteure im Tourismuspolitischen Forum des Koordinators der Bundesregierung ausbauen
  • Einrichtung eines Tourismuspolitischen Forum beim Koordinator der Bundesregierung als zentralem Ansprechpartner für alle Angelegenheiten rund um die Tourismuspolitik
  • Aufgabe des neuen Gremiums: insbesondere Unterstützung der Umsetzung der Nationalen Tourismusstrategie und themenspezifisches Arbeiten, ergänzt von einem großen Expertenpool.
Bundesministerin für Wirtschaft und Energie Katherina Reiche: „Mit der Nationalen Tourismusstrategie stellen wir den Tourismusstandort Deutschland konsequent auf Wachstum und Wettbewerbsfähigkeit. Wir entlasten Unternehmen, bauen Bürokratie ab und schaffen mehr Flexibilität am Arbeitsmarkt. Unser Ziel ist klar: Der Tourismus in Deutschland soll investieren, wachsen und gute Arbeitsplätze sichern können. Dafür setzen wir jetzt die richtigen wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen."
Der Koordinator für Maritime Wirtschaft und Tourismus Christoph Ploß: „Wir schaffen mit der Nationalen Tourismusstrategie bessere Rahmenbedingungen für die Unternehmen und Mitarbeiter der Tourismusbranche. Mehr Investitionen in die Infrastruktur, geringe Standortkosten für die Luftfahrt und die Digitalisierung von Visaverfahren werden neben vielen anderen Maßnahmen dazu beitragen, dass die Tourismuswirtschaft in Deutschland in den nächsten Jahren wachsen wird. Die Flexibilisierung des Arbeitszeitgesetzes, mit der in Zukunft eine wöchentliche statt einer täglichen Höchstarbeitszeit gilt, soll noch in diesem Jahr beschlossen werden. Diese Reform wird vor allem den kleinen und mittelständischen Betrieben sehr helfen.“
Die Strategie konzentriert sich auf Maßnahmen in Bundeszuständigkeit. Deutlich hervorgehoben wird einleitend im Strategiepapier, dass die genannten Maßnahmen oder sich daraus ergebende neue Maßnahmen unter Finanzierungsvorbehalt sowie unter dem Vorbehalt einer bestehenden Verwaltungs- und Finanzierungskompetenz des Bundes ständen und etwaige für den Bund resultierende Mehrbedarfe an Personal- und Sachmitteln vollständig und dauerhaft gegenzufinanzieren seien.
Der Bund setzt Rahmenbedingungen und hat eine koordinierende Funktion, die Länder steuern Entwicklung, Vermarktung und Finanzierung des Tourismus und haben ihre eigenen Tourismusstrategien. So wird aktuell unter der Leitung und Koordination der Landestourismusgesellschaft TourismusMarketing Niedersachsen eine neue Tourismusstrategie für das Land Niedersachsen erarbeitet.
Neben dem Strategiepapier Nationale Tourismusstrategie finden Sie im Bereich Tourismus des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (https://www.bundeswirtschaftsministerium.de/Redaktion/DE/Dossier/tourismus.html) weitere relevante Informationen wie beispielsweise zur volkswirtschaftlichen Bedeutung des Tourismus (Wertschöpfung, Erwerbstätige, Umsatzentwicklung, Gästezahlen und Übernachtungen), zur betrieblichen Struktur der deutschen Tourismuswirtschaft, zu politischen Gremien für die Tourismuswirtschaft (Koordinator für Tourismus, Tourismuspolitisches Forum), zum Kompetenzzentrum Tourismus des Bundes, zur BMWE-Fördermaßnahme LIFT sowie zur Vermarktung Deutschlands im Ausland über die Deutsche Zentrale für Tourismus.
Stand: 05.02.2026