Handel

Wirtschaftsminister Tonne zeichnet Engagement für Innenstädte aus

Die Siegerinnen und Sieger des landesweiten Wettbewerbs „Gemeinsam aktiv – Handel(n) vor Ort“ stehen fest. Unter dem diesjährigen Motto „Für alle Generationen“ wurden besondere Projekte von Einzelhandelsunternehmen und Standortgemeinschaften ausgezeichnet, die sowohl Kinder und Jugendliche als auch Familien und ältere Menschen im Blick haben. Niedersachsens Wirtschaftsminister Grant Hendrik Tonne hat die Preisträgerinnen und Preisträger am 2. November in Hannover geehrt. Die sechs Gewinner-Projekte erhielten gleichwertig ein Preisgeld von jeweils 5000 Euro. Ausgezeichnet wurden:
Gewinnerfoto des Wettbewerbs "Gemeinsam aktiv - Handel(n) vor Ort
Fotograf: Jörg Schiffke

  • Tante Emma, Cuxhaven: Sozialer Anker im Quartier, von Secondhand bis Repair-Café
  • Damme Inklusiv, Damme: Schulen machen die Innenstadt mit Klemmbaustein-Rampen barrierefrei
  • Königslutter aktiv, Königslutter: Kindergärten im Schaufenster & Begegnung ohne Kaufzwang
  • Carl Schäffer, Osnabrück: Traditionskaufhaus vereint Online, 24/7-Abholstation & analoge Event-Magie
  • Poshpinks, Sottrum, LK Rotenburg (Wümme): Treffpunkt und Workshops für Näh- und Wollbegeisterte von 16 bis 78 Jahren
  • HEINER'S Landladen, Visselhövede: Nahversorgung trifft Café und Entwicklungsförderung für Jugendliche
Nach Ansicht der Jury haben die Bewerberinnen und Bewerber der 9. Auflage des Wettbewerbs gezeigt, auf welch vielfältige und kreative Weise ein generationenfreundliches Angebot im niedersächsischen Einzelhandel geschaffen wird. Dabei hat sich herausgestellt, dass vor allem auch kleinere und mittlere Unternehmen großes Engagement bei diesem Thema zeigen. Die verschiedenen Ansätze, die Handelsräume nicht nur als Verkaufsräume, sondern auch als generationenübergreifende Begegnungs- und sogar Bildungsstätten zu nutzen, haben die Wettbewerbspartner beeindruckt.
Grant Hendrik Tonne, Wirtschaftsminister: „Die Kreativität der eingereichten Wettbewerbsbeiträge macht deutlich, dass der niedersächsische Einzelhandel gute Antworten auf die Aufgabe der Generationenfreundlichkeit parat hat. Sie zeigen, wie ein lebendiger und zukunftsfähiger Handel in unseren Städten und Gemeinden attraktiv gestaltet werden kann. Ich gratuliere allen Ausgezeichneten herzlich.“
IHKN-Präsident Gerhard Oppermann betonte in seinem Grußwort, dass Generationenfreundlichkeit nicht nur ein gesellschaftlicher Auftrag sei, sondern auch eine Chance, den Handel und die niedersächsischen Innenstädte und Ortskerne nachhaltig zu stärken.
Auch die weiteren Laudatorinnen und Laudatoren waren voll des Lobes über das Engagement und den Gestaltungswillen der Preisträgerinnen und Preisträger. Angesichts der herausfordernden Zeiten im Handel bedürfe es Aktiven vor Ort, die Verantwortung übernehmen und mit Mut und Ausdauer Lösungen entwickelt, die Dank Barrierearmut, Inklusion und Teilhabe Allen zugutekommen.
Organisatoren sind das niedersächsische Wirtschaftsministerium, die IHK Niedersachsen (IHKN), der Handelsverband Niedersachsen-Bremen (HNB), der Genossenschaftsverband Weser-Ems und die NordenhAM Zukunftswerk GmbH.
Rund 40 Bewerbungen gingen 2026 ein, von denen sich sechs durchsetzen konnten. Hier die ausgezeichneten Projekte im Einzelnen:

“Tante Emma: Handel mit Herz”, Begegnungszentrum Tante Emma, Cuxhaven
Tante Emma im Cuxhavener Lotsenviertel verbindet bereits seit dem Jahr 2020 Einzelhandel mit sozialem Engagement und schafft einen Ort der Begegnung für Menschen aller Generationen. Das Projekt vereint nachhaltigen Einkauf, kreative Angebote, Bildungs- und Beratungsformate unter einem Dach und fördert den Austausch zwischen Jung und Alt. Ob Secondhand-Kaufhaus, Repair-Angebote, Digitalkurse oder Nachbarschaftstreffs – die vielfältigen Aktivitäten stärken Teilhabe, Gemeinschaft und gegenseitige Unterstützung. Familien, Seniorinnen und Senioren, Zugewanderte, Kreative und lokale Kleinsthändler finden hier gleichermaßen Raum zum Mitmachen und Vernetzen. Gleichzeitig trägt Tante Emma zur Belebung des Quartiers bei und zeigt, wie Handel, Nachhaltigkeit und gesellschaftlicher Zusammenhalt generationenübergreifend wirken können.

“Barrierefrei einkaufen in Damme” - Handels- und Gewerbeverein Damme e.V., Damme:
Das Projekt „Barrierefrei einkaufen in Damme“ setzt sich für eine generationenfreundliche und barrierefreie Innenstadt ein. In Zusammenarbeit mit Schulen, dem Verein Damme Inklusiv e. V. und örtlichen Einzelhändlern entstehen aus gespendeten Klemmbausteinen, wie zum Beispiel Lego, individuell angepasste Rampen, die den Zugang zu Geschäften erleichtern. Menschen mit Rollstuhl, Rollator, Gehhilfe oder Kinderwagen profitieren unmittelbar von der verbesserten Erreichbarkeit der Läden. Gleichzeitig engagieren sich Schülerinnen und Schüler aktiv für gesellschaftliche Teilhabe und Inklusion. Das Projekt verbindet Jugendengagement, Nachhaltigkeit und die Stärkung des stationären Handels auf innovative Weise. Die auffälligen Rampen schaffen nicht nur praktische Lösungen, sondern machen Barrierefreiheit sichtbar und fördern den generationenübergreifenden Austausch. So zeigt Damme, wie gemeinschaftliches Handeln die Attraktivität und Zugänglichkeit von Innenstädten und Handelsbetrieben für alle Menschen erhöhen kann.

“Königslutter verbindet Generationen”, Werbegemeinschaft Königslutter aktiv, Königslutter:
Mit dem Projekt „Königslutter verbindet Generationen“ macht die Werbegemeinschaft Königslutter aktiv den stationären Handel zum Treffpunkt für Austausch, Teilhabe und Gemeinschaft. Ausgangspunkt ist eine Aktion mit örtlichen Kindergärten, deren kreative Arbeiten in den Schaufenstern der Innenstadt präsentiert werden und die Stadt aus Kinderaugen zeigt. Ergänzend schaffen generationenübergreifende Angebote wie Techniksprechstunden, Gewinnspiele und barrierearme Serviceleistungen neue Anlässe für Begegnungen, die auch ohne Kauf möglich sind. Mitgliedsunternehmen von Königslutter aktiv werden auch zur Barrierefreiheit beraten. Das Ziel der Werbegemeinschaft, Stadterlebnis ganzheitlich für alle Generationen zugänglich zu machen, geht auf. Die Attraktivität der Innenstadt wird gestärkt, die persönliche Beratungskompetenz des Handels gefördert und junge, ältere und mobilitätseingeschränkte Menschen auf niedrigschwellige Weise verbunden. So entsteht ein ganzheitliches Modell für einen lebendigen, generationenfreundlichen Einzelhandel, dass die lokale Frequenz erhöht.
“Erlebnis-Kaufhaus Innenstadt”, Carl Schäffer GmbH & Co. KG, Osnabrück:
Das Osnabrücker Traditions- und Erlebniskaufhaus Schäffer ist seit 135 Jahren ein nicht mehr wegzudeckender Anker der Osnabrücker Innenstadt. Generationen von Osnabrückern haben hier von Kleinkind bis ins hohe Alter ihre Einkäufe erledigt. Heute zeichnet sich das Kaufhaus durch ein Multichannelkonzept mit eigener App, Online-Shop, 24/7-Abholstation sowie verschiedenen Kassensystemen aus. Die Service- und Kommunikationskonzepte zielen auf verschiedene Altersgruppen ab und beziehen sogar andere Akteure der Innenstadt mit ein. Verschiedene Events wie Speed-Puzzeln, eine Halloween-Nacht im Kaufhaus oder eine Genuss-Nacht sprechen die unterschiedlichen Generationen an und vermischen sie bei den Events sogar. Das Konzept erregt weit über die Stadtgrenzen hinweg Aufmerksamkeit.

„Mehr als nur Verkaufsfläche“, poshpinks GmbH, Sottrum:
Wie aus drohendem Leerstand ein lebendiger Treffpunkt für Kreative wird, zeigt poshpinks im so genannten Kreativhaus Sottrum. Als das traditionsreiche Gardinenhaus Sackmann nach einem Nachfolger suchte, drohte das Aus für ein Geschäft, das seit 1954 zum Ortskern gehört. Mit der Kooperation von poshpinks und Sackmann entstand Anfang 2025 eine neue Perspektive: Unter einem Dach verbinden sich inzwischen Stoffe, Kurzwaren und Gardinen mit Textilreinigung, Nähkursen und kreativen Veranstaltungen. Doch das Besondere an poshpinks ist, was über den Einkauf hinaus entsteht. Bei Formaten wie „Stoff’n’Schnack“, offenen Nähtreffs und Strickrunden kommen Menschen unterschiedlicher Generationen zusammen, teilen ihr Wissen, entwickeln Ideen und knüpfen neue Kontakte. Das Konzept zieht sogar Kreative von weit über Sottrum hinaus an und stärkt zugleich die örtliche Gastronomie. So zeigt poshpinks, wie aus unternehmerischem Mut und einer kreativen Kooperation mehr werden kann als ein Geschäft: ein Ort, der Handel, Gemeinschaft und neues Leben im Ortskern miteinander verbindet.

„Heiner´s verbindet Generationen“, Heiner‘s Landladen, Visselhövede:
Heiner’s ist ein traditionsreicher Landladen in Visselhövede, der im letzten Jahr neue Eigentümer gefunden hat. Der Landladen sollte nicht nur fortgeführt werden, sondern auch alles das bewahren, was ihn seit Jahrzenten auszeichnet. Das Konzept verbindet regionale Nahversorgung, persönliche Beratung und vielfältige Serviceangebote mit einem generationenfreundlichen Ansatz. Café, Veranstaltungen, Mitmachaktionen und Aufenthaltsbereiche schaffen Raum für Begegnungen zwischen Jung und Alt. Zu jeder Jahreszeit belebt Heiner’s mit verschiedenen Anlässen Visselhövede. Auch Kinder und Jugendliche, die aktuell nicht regelmäßig am Schulunterricht teilnehmen können, werden von 16 Mitarbeitenden in einem geschützten und praxisnahen Lehrrahmen gefördert. Mit Heiner‘s ist ein Ort entstanden, der Handel und Landleben vielfältig vereint.
Weitere Informationen und Impressionen vom Wettbewerb finden Sie unter:

Stand: 04.11.2026