E-Leadership

E-Leadership

Die Digitalisierung von Produktionsprozessen und Dienstleistungen sowie immer kürzere Produktlebenszyklen bringen für Unternehmen erhebliche Veränderungen mit sich. Wie Unternehmen in naher Zukunft ihre Produkte und Dienstleistungen entwickeln, produzieren, verkaufen und kontinuierlich verbessern, wird derzeit maßgeblich von Konzepten und Lösungen beeinflusst, die unter dem Begriff „Industrie 4.0“ diskutiert werden.

Der Begriff steht für ein neues digitales Zeitalter der Industrialisierung, das insbesondere durch zunehmende Vernetzung und Integration von Geschäftsprozessen, Maschinen, IT-Systemen und menschlicher Arbeitsleistung gekennzeichnet ist.
Eine ganz besondere Rolle kommt den Führungskräften in der digitalen Transformation zu, deren Aufgabe es ist, den Wandel zu managen, Strukturen anzupassen und bei Ihren Mitarbeitern Akzeptanz für die Digitalisierung zu schaffen. 

Definition E-Leadership

Sowohl in der Unternehmenspraxis als auch in der wissenschaftlichen Literatur finden sich bisher diverse Begriffe für eine Beschreibung von Führung und Digitalisierung (z.B. digitale Führung, virtuelle Führung, Leadership 2.0, E-Leadership). Folgende Definitionen für E-Leadership schlägt die Mittelstand 4.0-Agentur Kommunikation vor:
  • E-Leader in einem institutionellen Sinne bezeichnet diejenigen Akteure in Organisationen, die als Vorgesetzte mit Anweisungsbefugnissen ausgestattet sind und zugleich die Digitalisierung in Unternehmen verantworten. Hierzu gehören z.B. Geschäftsführer, CDO (Chief Digital Officer) oder auch IT-Abteilungsleiter.
  • E-Leadership in einem funktionalen Sinne fokussiert auf ein noch breiteres Verständnis: Hier geht es – unabhängig von formalen Positionen – um eine durch digitale Medien vermittelte Aufgabenerfüllung in digitalen Organisationskontexten. In diesem Sinne ist E-Leadership grundsätzlich durch all diejenigen Akteure möglich, die digitale Medien für die Interaktion mit anderen Akteuren nutzen und darüber verschiedene digitale Einflusspotenziale einsetzen, die weit über Anweisungsbefugnisse hinausgehen (z.B. IT-Expertenwissen, Zugänge zu digitalen Informationen, etc.).

Grundlagen der E-Leadership

Während die Themen Digitalisierung und E-Leadership in Großunterneh­men schon vermehrt auf oberster Steuerungsebene Verankerung gefun­den haben (z.B. in Form expliziter Digi­talisierungsstrategien oder institutio­nalisiert als CDO, Chief Digital Officer), ist es für kleine und mittelständische Unternehmen bisher oft noch schwer, zu entscheiden, welche der neuen digi­talen Möglichkeiten für die Zukunftsfähigkeit des eigenen Unternehmens relevant sind.
Im Rahmen der Digitalisierung müs­sen eine Reihe von Entscheidungen getroffen werden, um über Vernetzung und Teilnahme am nationalen und internationalen Wettbewerb langfris­tig und nachhaltig die eigene Markt­position zu sichern. Oftmals ist für sol­che Entscheidungen im Unternehmen kein ausreichendes Wissen zu techno­logischen, prozessbasierten und kom­munikativen Entwicklungen verfügbar. Zudem begegnen Führungskräfte und Mitarbeiter den digitalen Veränderun­gen zunächst häufig mit Skepsis und geringer Akzeptanz.
Führungskräfte fungieren damit als E-Leader in einem institutionellen Sinne ganz besonders als Multiplika­toren der Digitalisierung, da sie auf­grund ihrer zentralen Stellung diverse Digitalisierungsthemen in die Unter­nehmen tragen und digitale Transfor­mation mitgestalten können.

Herausforderungen und Chancen für Führungskräfte

Folgende Herausforderungen der Digitalisierung für Führungskräfte – und Lösungsansätze – können hierbei allerdings auftreten:
  • Digitale Transformation ist Realität und kann radikale Auswirkungen haben.
    → Werden Sie zum E-Leader
  • Digitalisierung verändert Unterneh­mensstrukturen (z.B. traditionelle Hierarchien) und -kulturen.
    → Agieren Sie proaktiv
     
  • Führungskräfte haben in Zeiten des digitalen Wandels eine Vorbild­funktion.
    → Denken Sie Führung neu und optimieren Sie Ihr virtuelles Führungsverhalten
     
  • Digitalisierung betrifft jeden und verändert die Kommunikation der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.
    → Bleiben Sie gelassen und fördern Sie die IT-Kompetenzen in allen Unternehmensbereichen
     
  • Daten sind wertvoll, und Maschi­nen werden durch künstliche Intel­ligenz zunehmend zu wichtigen Interaktionspartnern.
    → Nutzen Sie die Daten für Ihr eigenes Unternehmen und führen Sie an der Schnittstelle von menschlicher und künstlicher Intelligenz
Wichtig ist, dass Sie als Führungsperson trotz aller Veränderungen und Entwicklungen das Big Picture ständig im Blick behalten. Lassen Sie sich von der Technik nicht beherrschen.
Ständige Erreichbarkeit im virtuellen Raum kann ebenfalls zu Stress, Ablenkung und ineffizientem fragmentiertem Arbeiten führen.
Eignen Sie sich daher wirksame Stra­tegien an (z.B. durch Einplanen kom­pakter Zeitfenster im Arbeitstag für virtuelle Kommunikation aber auch explizite Offline-Zeiträume), damit Sie die Technik beherrschen – und nicht umgekehrt! Nur so können Sie als E-Leader bestehen und anspruchsvolle Führungsaufgaben in der Zukunft meistern.
Quelle und weitere Informationen:
Dieser Artikel wurde vom Team des Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrum Hamburg erstellt.
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