Industrie

Branchenüberblick

Branchenbeschreibung

Die Hamburger Industrie ist breit aufgestellt: An kaum einem anderen Standort in Europa tritt die Grundstoffindustrie, zum Beispiel in Form des weltweit führenden integrierten Kupferkonzerns (Aurubis), eines hocheffizienten Stahlwerkes (ArcelorMittal) und einer modernen Aluminiumhütte (Trimet) so konzentriert auf wie in Hamburg.
Zudem ist Hamburg der weltweit drittgrößte Standort des zivilen Flugzeugbaus, mit dem beschäftigungsstärksten Unternehmen Hamburgs (Airbus: ca. 12.000) sowie der Nummer drei in dieser Statistik (Lufthansa Technik: ca. 10.000). Auch das einzige DAX-Unternehmen aus Hamburg zählt zum produzierenden Gewerbe: Beiersdorf, mit ca. 4.500 Beschäftigten vor Ort. Eine wichtige Rolle spielt zudem die Branche der Erneuerbaren Energien: Hamburg hat sich in den letzten Jahren zur Windenergiehauptstadt Norddeutschlands entwickelt, viele Unternehmen aus dem Windenergiebereich haben sich mit ihren Verwaltungssitz oder mit einer Zweigniederlassung in Hamburg angesiedelt. Hamburg ist darüber hinaus Standort bedeutender  Schaltzentralen internationaler Industriekonzerne, darunter beispielsweise ExxonMobil, Shell, BP, Siemens, Philips, British American Tobacco sowie Hauptsitz für industrielle Weltmarktführer wie z.B. Körber und Jungheinrich. 

Volkswirtschaftliche Daten

Kenngrößen der Industrie in Hamburg (2018) Daten
Zahl der Unternehmen mit 20 oder mehr Beschäftigten
456
Umsatz dieser Unternehmen 
79,7 Mrd. €
Anteil des Auslandsumsatzes dieser Unternehmen
31 %
Gesamtzahl der Beschäftigten in diesen Unternehmen 
88.371
Quelle: Statistisches Landesamt Nord
Hamburg ist im Städtevergleich, gemessen am Umsatz, der mit Abstand größte Industriestandort Deutschlands. Laut Statistischem Landesamt erzielten die 456 Hamburger Betriebe mit mehr als 20 Mitarbeitern in 2018 zusammen einen Umsatz von 79,7 Mrd. Euro und beschäftigten über 88.000 Personen (Leiharbeitnehmer/innen nicht erfasst). Die beschäftigungsstärksten Unterbranchen waren 2017: Sonstiger Fahrzeugbau (29.127),  Maschinenbau (12.640) und H. v. Möbeln u. sonst. Waren, Rep. u. Installation von Maschinen und Ausrüstungen (10.712). Die stärksten Umsätze wurden erzielt in den Unterbranchen: Mineralölverarbeitung (33,8 Mrd.), Metallerzeugung und -bearbeitung (7,4 Mrd.) und Maschinenbau (5,9 Mrd.).
Hamburgs Industrie kann als mittelstandsgeprägt gelten: Der Handelskammer-Wahlgruppe Industrie sind über 8.000 Unternehmen zugeordnet und mehr als 98 Prozent dieser Unternehmen haben weniger als 50 Mitarbeiter. Der Schwerpunkt der Handelskammer-Aktivitäten für die Hamburger Industrie zielt daher auf KMU ab.

Klimaschutz in der Industrie 

Zum 1. Januar 2021 ist die neue Förderrichtlinie „Dekarbonisierung in der Industrie“ des Bundesumweltministeriums in Kraft getreten. Das Förderprogramm soll energieintensiven Branchen  dabei helfen, schwer vermeidbare, prozessbedingte Treibhausgasemissionen dauerhaft zu reduzieren. Ermöglicht werden soll dies durch den Einsatz innovativer Klimaschutztechnologien. Bis 2024 stehen für das Programm insgesamt rund 2 Milliarden Euro zur Verfügung.
Die energieintensive Industrie verursacht durch hohe energie- und prozessbedingte CO 2-Emissionen einen Anteil von circa 20 Prozent an den deutschen Treibhausgasemissionen. Die Vermeidung von prozessbedingten Emissionen ist eine besonders große Herausforderung, da hierfür häufig gänzlich neue Verfahren entwickelt und eingesetzt werden müssen. Im Rahmen des Förderprogramms werden sowohl Erforschung und Entwicklung, Erprobung und Demonstration, als auch Investitionen in innovative Klimaschutztechnologien, die zur Vermeidung von prozessbedingten Treibhausgasemissionen der energieintensiven Industrie beitragen, gefördert. Das Bundesumweltministerium setzt damit eine der zentralen Maßnahmen des Klimaschutzplans 2050, des Klimaschutzprogramms 2030 und der Nationalen Wasserstoffstrategie um.
Ansprechpartner für das BMU-Förderprogramm ist das Kompetenzzentrum Klimaschutz in energieintensiven Industrien (KEI) in Zusammenarbeit mit dem Umweltbundesamt (UBA). Weitere Informationen finden Sie unter www.klimaschutz-industrie.de/foerderung

Aktuelles Klima in der Industrie   

Die Lage in der Hamburger Industrie ist seit jeher ein guter Indikator für die aktuelle Lage der Hamburger Wirtschaft insgesamt. Dieser Konjunkturbericht zum Ende des I. Quartals 2021 basiert auf einer zwischen dem 24. März und 12. April 2021 durchgeführten Unternehmensbefragung der Handelskammer Hamburg mit insgesamt 659 Antworten. Seit dem ersten “Lockdown” im Frühjahr haben sich die Wirtschaft und die Industrie wieder erholt und befindet sich fast wieder auf Vorkrisen-Niveau. Das Klima in der Hamburger Industrie hat sich mit einem Klimaindikator von 109,5 Punkten um weitere drei Punkte im Vergleich zum Winter verbessert und liegt damit bereits über dem Vorkrisen-Wert von 105,9 im 4. Quartal 2019. Auffällig dabei: Weiterhin ergeht es der Industrie in der aktuellen Krise im Vergleich zur gesamten Hamburger Wirtschaft durchschnittlich besser, das Klima in der Hamburger Wirtschaft steigt zwar ebenfalls (97,3 Punkte), hat aber noch nicht wieder das Vorkrisenniveau erreicht (108,3 Punkte). 
Für detailliertere Konjunkturdaten zum Produzierenden und Verarbeitenden Gewerbe in Hamburg finden sie hier das aktuellste Hamburger Industriebarometer.
Der errechnete Geschäftsklimaindikator für die Hamburger Wirtschaft und die jeweiligen Branchen ergibt sich aus den Beurteilungen zur aktuellen Lage und der zukünftigen Entwicklung. Die daraus resultierenden Werte liegen zwischen 0 und 200 Indexpunkten. Informieren Sie sich über weitere Ergebnisse in unserem  Hamburger Konjunkturbarometer.

Aktuelles aus dem Ausschuss

Am 15. April 2021 traf sich der Ausschuss zur digitalen Sitzung, welche unter dem thematischen Schwerpunkt “Verkehrswende” stand. Herr Eggenschwiler, Vorsitzender der Wasserstoff Gesellschaft Hamburg und Herr Pitz, Leiter der Stabstelle Wasserstoff in der Behörde für Wirtschaft und Innovation, igaben in einem gemeinsamen Vortrag einen Sachstandsbericht zum Aufbau einer Wasserstoffwirtschaft in Hamburg und Norddeutschland. Anschließend informierte Herr Lindlahr, Geschäftsführer der hySOLUTIONS GmbH, zum aktuellen Stand der Elektromobilität und Aufbau einer Ladesäuleninfrastruktur in Hamburg. 

Themen 2020-2024

  • Bürokratieabbau
  • 3D-Druck
  • Die Sutainable Development Goals der UN und ihre Umsetzung in Hamburg
  • Digitalisierung in der Industrie
  • Industrie 4.0
  • Emissionshandel der EU
  • Künstliche Intelligenz
  • Masterplan Industrie: Sachstand der Umsetzung und aktuelle Entwicklungen
  • Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrum Hamburg
  • Störfallbetriebsbereiche un Wohnungbau
  • Wasserstoffwirtschaft

Literaturtipps für die Industrie

Die Commerzbibliothek in der Handelskammer Hamburg ist öffentlich zugänglich und verfügt über einen großen Bestand an Büchern und Zeitschriften, auch aus dem Bereich Industrie. Überdies erhalten Sie als Mitglied der Handelskammer von zu Hause einen Online-Zugang zu zahlreichen elektronischen Datenbanken, wie z.B. Statista.
Für Handelskammermitglieder ist der Leserausweis kostenlos. Jetzt beantragen!

Energiebranche im Überblick

Die Energiebranche wandelt sich derzeit grundlegend mit der Umsetzung der Energiewende. Im Rahmen der Energiewende spielt vor allem der Ausbau erneuerbarer Energien, aber auch der umweltschonende Einsatz fossiler Energien eine zentrale Rolle.
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