Verlässliche Rahmenbedingungen und Planbarkeit tun Not!
Halle (Saale), 30. September 2026. Die Ergebnisse der Landtagswahl und die daraus folgenden Anforderungen an die künftige Gestaltung der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen in Sachsen-Anhalt standen im Mittelpunkt der Herbstsitzung der Vollversammlung der Industrie- und Handelskammer Halle-Dessau (IHK). Die Unternehmerinnen und Unternehmer diskutierten, welche Voraussetzungen für Investitionen, Beschäftigung, Wertschöpfung und wirtschaftliche Entwicklung in den kommenden Jahren entscheidend sein werden.
„Der Wählerwille verdient Respekt. Jetzt liegt es bei den gewählten Abgeordneten und Parteien, daraus stabile und handlungsfähige politische Verhältnisse zu schaffen“, sagte IHK-Präsident Sascha Gläßer.
Die IHK werde den weiteren politischen Prozess parteipolitisch neutral begleiten und mit jeder Landesregierung auf sachlicher Grundlage zusammenarbeiten. Entscheidend sei dabei die konkrete Politik.
„Unser Maßstab sind die politischen Entscheidungen und ihre Auswirkungen auf Unternehmen, Beschäftigung, Investitionen und die wirtschaftliche Entwicklung unseres Landes“, betonte Gläßer.
Entsprechend werde die IHK auch künftig politische Vorhaben und Maßnahmen daraufhin prüfen, welche Folgen sie für die Unternehmen im südlichen Sachsen-Anhalt und für die Wettbewerbsfähigkeit des Wirtschaftsstandortes haben. Im Mittelpunkt stehen aus Sicht der Wirtschaft stabile und verlässliche Rahmenbedingungen, Weltoffenheit und internationale Wettbewerbsfähigkeit, Investitionsmöglichkeiten, leistungsfähige Infrastruktur, Fachkräftesicherung sowie eine handlungsfähige Verwaltung.
Ein besonderer Schwerpunkt der Diskussion lag auf der überregionalen Anschlussfähigkeit Sachsen-Anhalts. Unabhängig davon, wie die künftige Landesregierung zusammengesetzt sein werde, müsse das Land für Unternehmen, Investoren sowie Fach- und Arbeitskräfte aus dem In- und Ausland attraktiv und offen bleiben.
„Weltoffenheit ist Standortpolitik“, unterstrich Gläßer.
Viele Unternehmen im IHK-Bezirk seien auf internationalen Märkten tätig, arbeiteten mit ausländischen Geschäftspartnern zusammen oder beschäftigten Mitarbeiter aus zahlreichen Ländern. Auch bei Investitionsentscheidungen spielten neben Kosten, Infrastruktur und Flächenverfügbarkeit das gesellschaftliche Umfeld und die Außenwahrnehmung eines Standortes eine wichtige Rolle.
Die Vollversammlung richtete den Blick zugleich auf die Zusammenarbeit Sachsen-Anhalts mit dem Bund, den anderen Bundesländern und europäischen Partnern. Wirtschaftliche Entwicklung, große Infrastruktur- und Forschungsprojekte sowie ein gelingender Strukturwandel seien auf eine verlässliche Zusammenarbeit über politische und föderale Grenzen hinweg angewiesen. Dabei liege die Verantwortung auf beiden Seiten: Eine künftige Landesregierung müsse gesprächs-, kooperations- und arbeitsfähig gegenüber ihren Partnern bleiben. Zugleich müssten Bund und Länder die sachliche Zusammenarbeit mit Sachsen-Anhalt unabhängig von den jeweiligen politischen Mehrheitsverhältnissen gewährleisten.
Gläßer dazu: „Unser Land darf sich nicht isolieren – und es darf auch von anderen nicht isoliert werden. Für die Wirtschaft brauchen wir verlässliche Zusammenarbeit und Planungssicherheit über viele Jahre hinweg.“
Für die IHK Halle-Dessau bleibe damit auch nach der Landtagswahl der in ihrem Positionspapier „Wohlstand durch Freiheit und Wettbewerb“ festgeschriebene wirtschaftspolitische Maßstab unverändert: Entscheidend sei, ob politische Entscheidungen unternehmerische Entwicklung ermöglichen, Investitionen erleichtern, Arbeitsplätze und Wertschöpfung sichern und die Wettbewerbsfähigkeit Sachsen-Anhalts stärken.
Die IHK Halle-Dessau ist die gemeinsame Stimme von 52.000 Unternehmen im südlichen Sachsen-Anhalt. Ihre Mitglieder sichern 400.000 Arbeitsplätze und tragen mit jährlich 30 Milliarden Euro maßgeblich zur regionalen Wertschöpfung bei. Als Körperschaft des öffentlichen Rechts vereint die IHK Gesamtinteressenvertretung, Dienstleistungen und hoheitliche Aufgaben.