IHK fordert Abschaffung des deutschen Lieferkettengesetzes

Halle (Saale), 10. Dezember 2025. Die EU schwächt das europäische Lieferkettengesetz deutlich ab. So sollen nur noch Großunternehmen mit mehr als 5.000 Beschäftigten und einem Jahresumsatz von mind. 1,5 Milliarden Euro unter das Gesetz fallen. Die Industrie- und Handelskammer Halle-Dessau (IHK) fordert deshalb die sofortige Abschaffung des deutschen Lieferkettengesetzes.
„Wir fordern die Bundesregierung auf, das deutsche Gesetz umgehend abzuschaffen. Denn es herrscht nun eine eklatante Wettbewerbsverzerrung innerhalb des europäischen Binnenmarktes. Deutsche Unternehmen müssen weiterhin umfassende und bürokratische Sorgfaltspflichten erfüllen, die weit über das hinausgehen, was ihre Wettbewerber in anderen EU-Staaten leisten müssen“, fordert IHK-Präsident Sascha Gläßer.
Die IHK Halle-Dessau weise seit langem darauf hin, dass nationale Alleingänge in globalisierten Lieferketten der falsche Weg seien. Zwar seien für das deutsche Gesetz die aufwändigen Berichtspflichten gestrichen worden, aber die Sorgfalts- und Dokumentationspflichten blieben unverändert erhalten.
„Die konsequente Streichung des deutschen Lieferkettensorgfaltspflichtengesetzes wäre ein echter Beitrag zum dringend notwendigen Bürokratieabbau!“, so der IHK-Präsident.
Die IHK Halle-Dessau ist die gemeinsame Stimme von 52.000 Unternehmen im südlichen Sachsen-Anhalt. Ihre Mitglieder sichern 400.000 Arbeitsplätze und tragen mit jährlich 30 Milliarden Euro maßgeblich zur regionalen Wertschöpfung bei. Als Körperschaft des öffentlichen Rechts vereint die IHK Gesamtinteressenvertretung, Dienstleistungen und hoheitliche Aufgaben.