Praktikum und Mindestlohn

Ab dem 1. Januar 2021 gilt für fast alle Arbeitnehmer zunächst ein gesetzlicher Mindestlohn in Höhe von brutto 9,50 Euro je Zeitstunde, welcher zum 1. Juli 2021 um 0,10 Euro steigt und dann in weiteren Schritten zum 1. Januar 2022 auf brutto 9,82 Euro und zum 1. Juli 2022 auf brutto 10,45 Euro angehoben wird. Dieser Beschluss beruht auf die Mindestlohnkommission vom 30. Juni 2020 und auf die dritte Mindestlohnanpassungsverordnung des Bundeskabinetts.
„Die von der Mindestlohnkommission vorgeschlagene Anpassung orientiert sich an der Tarifentwicklung, berücksichtigt aber zugleich auch die wirtschaftlichen Unsicherheiten der Corona-Pandemie. Die stufige Erhöhung trägt dazu bei, die daraus resultierenden Lohnkostensteigerungen für die Unternehmen tragfähig zu verteilen und zugleich den Mindestschutz der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in den nächsten zwei Jahren konstant zu verbessern.“ so Bundesminister Hubertus Heil ( BMAS - Mindestlohn steigt, 07.01.2021).
In den vergangen 4 Jahren ist der Mindestlohn bereits schrittweise um 0,66 Euro pro Arbeitsstunde gestiegen. Heil ist optimistisch und sieht perspektivisch noch deutlich Luft nach oben. So plant er, auf Grundlage der Mindestlohn-Evaluation Vorschläge zu unterbreiten, um das Mindestlohngesetz weiterzuentwickeln, damit der Mindestlohn rasch weiter steigen kann.
Zum Teil müssen auch Praktikanten mit dem Mindestlohn entlohnt werden.
Anspruch auf Mindestlohn:
  • Praktikanten außerhalb einer Ausbildung oder eines Studiums mit einer abgeschlossenen Berufsausbildung oder einem Studienabschluss
  • Freiwillige Praktika begleitend zu Studium oder Ausbildung ab dem vierten Monat
  • Freiwillige Praktika begleitend zu Studium oder Ausbildung, wenn bereits ein solches Praktikumsverhältnis mit demselben Ausbildenden bestanden hat
  • Freiwillige Praktika zur Orientierung bei der Berufs- und Studienwahl ab dem vierten Monat
Vom Mindestlohn ausgenommen:
  • Praktikanten während eines Pflichtpraktikums im Rahmen von Schule, Ausbildung oder Studium
  • Freiwillige Praktika begleitend zu Studium oder Ausbildung bis zu drei Monaten (Achtung mit Ausnahmen!)
  • Freiwillige Praktika bis zu drei Monaten, die zur Orientierung bei der Berufs- oder Studienwahl dienen
  • Einstiegsqualifizierungen nach § 54 a des Dritten Sozialgesetzbuches teilnehmen
  • Jeder unter 18 Jahren ohne Berufsabschluss ist
Praktikanten mit Anspruch auf den Mindestlohn, haben ebenfalls Anspruch auf die schriftliche Niederlegung der wesentlichen Vertragsbedingungen.
Unter  https://www.bmas.de/DE/Themen/Arbeitsrecht/Mindestlohn/mindestlohn-praktikum.html finden Sie weitere Informationen. Über einen Klickpfad können Sie Schritt für Schritt ermitteln, ob Ihr Praktikum nach Mindestlohn bezahlt werden muss.
Hinweis: Dieses Angebot dient nur zur Orientierung. Die angezeigten Informationen erheben nicht den Anspruch der vollständigen Berücksichtigung aller Spezialfälle. Sollten Sie hier keine Antwort auf Ihre Frage erhalten, nutzen Sie die Mindestlohn-Hotline unter 030/60 28 00 28.