Indien: Zertifizierungen und Standards

Das indische Ministerium für Schwerindustrie (Ministry of Heavy Industries, MHI) hat aktualisierte regulatorische Maßnahmen angekündigt, die den Maschinen- und Industriesektor betreffen. Es handelt sich um Zertifizierungen durch das nationale Normungsgremium, das Bureau of Indian Standards (BIS) nach dem Zertifizierungssystem Schema X. Die Einhaltung der neuen Anforderungen wird zu einer wesentlichen Voraussetzung für den Import sowie die Vermarktung von Maschinen und Anlagen in Indien.
UPDATE: Das indische Ministry of Heavy Industries hat die Zertifizierungspflicht im Rahmen des „Machinery and Electrical Equipment Safety (Omnibus Technical Regulation) Order 2024" endgültig aufgehoben. Hierzu würde auch die Zertifizierung nach Scheme X zählen. Diese Entscheidung stellt eine erhebliche Entlastung für Unternehmen im Maschinen- und Anlagenbau dar und trägt dazu bei, den Exportprozess nach Indien deutlich zu vereinfachen.
Trotz der abgeschafften Zertifizierungspflicht sollten Unternehmen weiterhin sorgfältig prüfen, welche regulatorischen Vorgaben für Ersatzteile und spezifische Produktgruppen bestehen bleiben. Den offiziellen Text finden Sie in der Gazette of India.
Bereits jetzt ist die Antragstellung für die erforderlichen Zertifizierungen möglich. Zunächst ist mit einer längeren Bearbeitungszeit zu rechnen, da zusätzlicher Klärungsaufwand erforderlich sein wird und die Behörde eine erhöhte Arbeitsbelastung durch die Umsetzung der neuen Anforderungen erwartet. Unternehmen wird daher empfohlen, zeitnah zu prüfen, ob ihre Exportwaren von den Maßnahmen betroffen sind und ihre Zertifizierungsverfahren frühzeitig zu beginnen, ggf. Lagerbestände aufzubauen und sich auf die Umsetzung der Anforderungen vorzubereiten.
Die Deutsch-Indische Handelskammer hat den Leitfaden für die BIS-Zertifizierung herausgegeben, der Details u.a. zum Zertifizierungsverfahren (zu notwendigen Produkttests und Werksinspektionen), zur Produktkennzeichnung sowie zur Zertifikatsgültigkeit enthält.
Folgende Produktkategorien wurden in den verpflichtenden Katalog des Bureau of Indian Standards (BIS) aufgenommen:
  • Pumpen
  • Kompressoren
  • Thermische Verarbeitungsmaschinen
  • Zentrifugen und Filtermaschinen
  • Verpackungsmaschinen: Maschinen zum Füllen, Verschließen, Etikettieren und Verpacken
  • Kräne
  • Baumaschinen: Maschinen für Bauwesen, Erdbewegung und Bergbau
  • Textilmaschinen: Webmaschinen, Stickmaschinen und deren Baugruppen und Komponenten
  • Werkzeugmaschinen: Maschinen zur Materialbearbeitung, einschließlich Zerspanungsmaschinen und solche für Stein, Keramik, Beton und ähnliche Materialien
  • Kunststoff- und Gummimaschinen
  • Getriebe und Antriebselemente: Zahnräder, Kettenräder, Übertragungselemente und verwandte Komponenten
  • Elektrische Maschinen: Rotierende elektrische Maschinen wie Generatoren, Transformatoren, Leistungshalbleiterwandler und Schaltanlagen
Unternehmen sollten die weiteren Entwicklungen aufmerksam verfolgen und sich regelmäßig über mögliche Fristverlängerungen oder weitere Änderungen informieren.
Germany Trade & Invest (GTAI) informiert ebenfalls über Standards und Normen für den Vertrieb von Waren in Indien.
Quellen: Deutsch-Indische Handelskammer, IHK Magdeburg, GTAI