Studie "Kameraeinsatz im Einzelhandel – Chancen und Grenzen der Ladendiebstahlprävention" veröffentlicht
Studie zu Kamera- und KI‑Einsatz im Einzelhandel
Ladendiebstahl stellt für viele Handelsunternehmen in Deutschland eine wachsende wirtschaftliche und organisatorische Belastung dar. Vor diesem Hintergrund hat ibi research an der Universität Regensburg mit Unterstützung der Deutschen Industrie- und Handelskammer (DIHK) die Studie “Kameraeinsatz im Einzelhandel – Chancen und Grenzen der Ladendiebstahlprävention” veröffentlicht.
Ziel der Untersuchung ist es, den Einsatz von Videoüberwachung und KI‑gestützten Systemen aus Sicht des Handels zu bewerten und bestehende Hemmnisse zu identifizieren.
Die Ergebnisse zeigen deutlich:
- Mehr als jedes zweite Handelsunternehmen war im Jahr 2025 nachweislich von Ladendiebstahl betroffen.
- Gleichzeitig berichten viele Betriebe von einer zunehmenden Professionalisierung der Täter sowie einer steigenden Gewaltbereitschaft.
- Ladendiebstahl ist damit längst kein Bagatelldelikt mehr, sondern ein ernstzunehmender Faktor für Wirtschaftlichkeit, Personalbelastung und die Attraktivität von Standorten und Innenstädten.
Ein zentrales Ergebnis der Studie ist die grundsätzlich hohe Akzeptanz moderner Video‑ und KI‑Technik im Handel.
Viele Unternehmen sehen darin ein wirksames Instrument zur Abschreckung, zur frühzeitigen Erkennung auffälliger Verhaltensmuster sowie zur Entlastung und zum Schutz der Beschäftigten – insbesondere vor dem Hintergrund von Personalmangel.
Kameras werden zunehmend als Bestandteil eines ganzheitlichen Sicherheitskonzepts verstanden, nicht als isolierte Überwachungsmaßnahme.
Viele Unternehmen sehen darin ein wirksames Instrument zur Abschreckung, zur frühzeitigen Erkennung auffälliger Verhaltensmuster sowie zur Entlastung und zum Schutz der Beschäftigten – insbesondere vor dem Hintergrund von Personalmangel.
Kameras werden zunehmend als Bestandteil eines ganzheitlichen Sicherheitskonzepts verstanden, nicht als isolierte Überwachungsmaßnahme.
Gleichzeitig benennt die Studie klare Grenzen:
- Als größte Hürde gilt aus Sicht des Handels die aktuelle datenschutzrechtliche Auslegung der DSGVO.
- Insbesondere die in der Praxis üblichen Speicherfristen von 48 bis 72 Stunden werden von vielen Betrieben als nicht ausreichend bewertet.
- Professionelle Diebstähle werden häufig erst im Rahmen von Inventuren erkannt – zu einem Zeitpunkt, an dem relevante Videoaufzeichnungen bereits gelöscht sind. Dies schmälert den präventiven und aufklärenden Nutzen der Technik erheblich.
Viele Händler äußern zudem Unverständnis über die Kombination aus hohen rechtlichen Anforderungen an den Eigenschutz und einer aus ihrer Sicht unzureichenden Strafverfolgung. In der Summe entsteht bei zahlreichen Unternehmen der Eindruck, bei der Bekämpfung von Ladendiebstahl weitgehend auf sich allein gestellt zu sein.
Aus Sicht der Industrie- und Handelskammern verdeutlicht die Studie den bestehenden Zielkonflikt zwischen Datenschutz, Eigentumsschutz und Standortattraktivität. Sichere Handelsstandorte sind eine zentrale Voraussetzung für lebendige Innenstädte und funktionsfähige Nahversorgungsstrukturen.
Der Handel benötigt daher klare, praxistaugliche und rechtssichere Rahmenbedingungen, um moderne Technologien verantwortungsvoll einsetzen zu können.
Die IHK setzt sich dafür ein, die Anliegen des Handels in den politischen Dialog einzubringen und Unternehmen bei der Einordnung aktueller Entwicklungen zu unterstützen.