IHK NRW

Lockerungen schaffen Luft – Vorsorge jetzt vorantreiben

IHK NRW Präsident Ralf Stoffels, zugleich auch Präsident der Südwestfälischen Industrie- und Handelskammer zu Hagen (SIHK) zu den aktuellen Beschlüssen der Ministerpräsidenten-Konferenz:
„Die heute angekündigten Lockerungen sind das wichtige Signal, auf das viele unserer Unternehmen sehnsüchtig gewartet haben. Auch wenn sich große Teile der Wirtschaft eine frühere Lockerung gewünscht haben, so bieten die Entscheidungen nun vielen Branchen die erhoffte Perspektive, um zu einer normalisierten Geschäftstätigkeit zurückzukehren. Nun können die Unternehmen planen und eine Öffnung spätestens bis zum 20. März vorbereiten.
Zuletzt hatte sich die Situation in den Branchen, die besonders unter den seit Anfang Dezember eingeführten Beschränkungen leiden, wie dem Gastgewerbe, Teilen des innerstädtischen Handels, der Veranstaltungs- und der Tourismusbranche zugespitzt. Beim „Sorgenkind“ Gastronomie melden 71 Prozent der Unternehmen Probleme mit der Finanzierung, 14 Prozent der befragten Gastronomen fürchten eine Insolvenz. Nach zwei Krisenjahren sind im Reisegewerbe und in der Veranstaltungsbranche viele Unternehmen stillschweigend – auch ohne Insolvenzanmeldung aus dem Markt ausgeschieden. Die Öffnungen kommen für viele Unternehmen daher gerade noch zur rechten Zeit.
Dennoch können die jetzigen Entscheidungen alleine, die Betroffenen nicht auf die Erfolgsspur zurückbringen. Vielen Kundinnen und Kunden fehlt weiter das Vertrauen. Als eine Folge der Infektionslage, aber auch der ständigen Regeländerungen sind große Teil der Bevölkerung verunsichert. Die Lockerungen sollten daher mit weiteren, vertrauensbildenden Maßnahmen etwa in unseren Innenstädten begleitet werden. In der Übergangszeit sind die betroffenen Unternehmen weiter auf Überbrückungshilfen und Hilfen zur Liquiditätssicherung angewiesen. Die Hilfen können die größte Not abfedern, eine wirtschaftlich sichere Perspektive geben sie aber nicht.
Zuletzt gilt es nun, die Lehren aus den vergangenen Jahren zu ziehen. Denn mit den Öffnungen ist die Pandemie keineswegs beendet. Im Gegensatz zum vergangenen Jahr sollten nun die Maßnahmen von der Digitalisierung bis zur Gesundheitsvorsorge zur Vorsorge fortgeführt und neu aufgesetzt werden. Wir haben jetzt genügend zeitlichen Vorlauf, um einer eventuellen Verschärfung der Krise im Herbst 2022 entgegenzuwirken.“
17. Februar 2022