FACHFORUM QM
KI in der Praxis
Künstliche Intelligenz kann Produktionsprozesse verbessern – doch dafür braucht es zunächst Transparenz, belastbare Daten und das Know-how der Mitarbeitenden
Das wurde bei Treffen des SIHK-FachForums Qualitätsmanagement DGQ-Regionalkreis Märkische Region unter der Leitung von Karin Schulze deutlich. Tim Vogler von der Vogler GmbH & Co. KG und Andreas Schymainda von der Albrecht Jung GmbH & Co. KG berichteten aus der Praxis über die Einführung und Nutzung von KI in ihren Unternehmen.
Bei der Vogler GmbH & Co. KG steht die bessere Planbarkeit von Maschinen und Personaleinsatz im Fokus. Dafür müssen zunächst die technischen Gegebenheiten, Vertretungsregelungen, das Produktionslayout und bereits eingesetzte digitale Werkzeuge betrachtet werden. Ziel ist es, Abläufe verlässlich zu planen und vorhandenes Wissen digital verfügbar zu machen, statt es ausschließlich bei einzelnen Mitarbeitenden zu belassen.
Andreas Schymainda zeigte am Beispiel der Albrecht Jung GmbH & Co. KG, wie Produktionsdaten zur Analyse von Störungen genutzt werden. Bei durchschnittlich 90.000 gefertigten Teilen pro Tag helfen Daten-Pipelines und Fehler-Heatmaps dabei, Auffälligkeiten zu erkennen und mögliche Fehler frühzeitig zu prognostizieren. Die Ergebnisse der KI werden anschließend durch Mitarbeitende überprüft, um tatsächliche Fehler von sogenannten Pseudofehlern zu unterscheiden.
Schymainda sieht KI dabei nicht als Ersatz für menschliches Know-how: „Eine KI wird uns nicht sagen, wie die Maschine richtig läuft. Das machen die Menschen.“
Die Praxisbeispiele zeigten übereinstimmend: KI ist vor allem dann sinnvoll einsetzbar, wenn Datenqualität, Prozesse und Verantwortlichkeiten stimmen. Erst auf dieser Grundlage kann KI zur Unterstützung und Optimierung betrieblicher Abläufe beitragen.