Bedrohungen im Internet
Kripo Hagen warnt vor aktuellen Cyber-Betrugsmaschen
Gefälschte Jobangebote, manipulierte Webseiten oder vermeintliche Wartungsanrufe: Cyberkriminelle nutzen immer raffiniertere Methoden, um sich Zugang zu Unternehmensnetzwerken und vertraulichen Daten zu verschaffen. Die Kriminalpolizei Hagen hat die SIHK auf mehrere aktuelle Betrugsmaschen aufmerksam gemacht.
Dabei nutzen die Täter vermehrt berufliche Netzwerke und setzen verstärkt auf sogenanntes Social Engineering. Durch gezielte Täuschung und Manipulation versuchen sie, Beschäftigte zur Preisgabe von Zugangsdaten oder zur Ausführung von Schadsoftware zu bewegen. Unternehmen sollten insbesondere folgende Vorgehensweisen kennen:
- Gefälschte Jobangebote: Über berufliche Netzwerke wie Xing oder LinkedIn kontaktieren Täter bei der “Headhunter-Masche” potenzielle Opfer mit gefälschten Jobangeboten. Unter dem Vorwand von Programmieraufgaben im Bewerbungsprozess sollen diese Schadsoftware auf dienstlichen Systemen ausführen.
- Manipulation des IT-Supports: Zunächst fangen die Täter Zugangsdaten mittels Phishing ab. Anschließend wenden sie sich an den IT-Support des Unternehmens und versuchen, diesen unter Druck zu setzen, um ein neues Gerät für die Zwei-Faktor-Authentifizierung (2FA) registrieren zu lassen.
- Gefälschte Wartungsanrufe: Betroffene erhalten gefälschte Rechnungen über angeblich auslaufende Softwarelizenzen, verbunden mit der Androhung hoher Kosten. Die angegebene Servicenummer führt direkt zu den Tätern. Diese versuchen, unter dem Vorwand notwendiger technischer Anpassungen einen Fernwartungszugriff auf die Unternehmenssysteme zu erhalten.
- Manipulierte Suchmaschinenanzeigen: Über bezahlte Suchmaschinenwerbung, beispielsweise Google Ads, platzieren Kriminelle bösartige Webseiten weit oben in den Suchergebnissen. Beim Aufruf erscheint eine Meldung wie „CAPTCHA nicht unterstützt“. Ein Klick kopiert unbemerkt einen schädlichen Befehl in die Zwischenablage. Anschließend werden die Nutzer aufgefordert, eine bestimmte Tastenkombinationen auszuführen., wodurch PowerShell-Skripte gestartet und Schadsoftware ausgeführt werden.
- Gefälschte Login-Seiten: Phishing-Mails enthalten Links zu Webseiten, die denen real existierender Unternehmen täuschend ähnlich sehen. Die dort eingegebenen Zugangsdaten werden von den Tätern mithilfe von Bots in Echtzeit abgefangen. Anschließend greifen sie häufig auf Cloud-Speicher zu, in denen beispielsweise 2FA-Backups oder weitere Zugangsdaten hinterlegt sind. So können mehrere Benutzerkonten vollständig übernommen werden.
Wie können sich Unternehmen schützen?
Entscheidend sind sensibilisierte Beschäftigte und klare Sicherheitsprozesse. Unternehmen sollten insbesondere ungewöhnliche Kontaktaufnahmen, vermeintliche Support-Anfragen und unerwartete Aufforderungen zur Eingabe von Zugangsdaten kritisch prüfen. Die Registrierung neuer 2FA-Geräte und die Freigabe von Fernwartungszugriffen sollten nur nach eindeutiger Identitätsprüfung erfolgen. Besondere Vorsicht gilt auch bei Webseiten, die zur Ausführung von Tastenkombinationen oder PowerShell-Befehlen auffordern.
Verdächtige Vorgänge sollten Beschäftigte unverzüglich ihrer IT-Abteilung melden, damit mögliche Angriffe frühzeitig erkannt und Schäden verhindert werden können.
Quelle: Informationen der Kriminalpolizei Hagen an die SIHK zu Hagen.