Konjunkturumfrage Herbst 2026: Stimmung hellt auf, doch Erholung ist fragil


Die Ostthüringer Wirtschaft zeigt sich im Herbst 2026 zuversichtlicher. Gleichwohl signalisieren die Ergebnisse der aktuellen Konjunkturumfrage der IHK Ostthüringen zu Gera (noch) keinen breit angelegten Aufschwung.

Die Ergebnisse im Überblick:

Konjunkturklima
Der IHK-Konjunkturklimaindikator, der die Bewertungen der Geschäftslage und die Erwartungen der Unternehmen aggregiert, steigt gegenüber der Vorumfrage um 5,8 auf 90,7 Punkte. Dies ist der beste Stimmungswert seit Frühjahr 2023. Allerdings bewegt sich der IHK-Konjunkturklimaindikator im langjährigen Vergleich weiterhin auf einem unterdurchschnittlichen Niveau: Der Mittelwert der letzten zehn Jahre liegt bei 102,3 Punkten.
Geschäftslage
Die Geschäftslage der Ostthüringer Unternehmen stabilisiert sich. Der Lagesaldo steigt erstmals seit drei Jahren wieder in den positiven Bereich (1,8 Punkte; plus 3,6). 29 Prozent der Befragten (plus zwei) melden eine gute Geschäftslage, weitere 45 Prozent (unverändert) bewerten diese als befriedigend oder saisonüblich. Indessen bleibt der Druck auf viele Unternehmen hoch: Jeder vierte Betrieb (zuvor 28 Prozent) berichtet von schlechten Geschäften. Die schwache Nachfrage und hohe Kosten für Energie und Personal sind nach wie vor branchenübergreifende Belastungsfaktoren.
Erwartungen
Die Erwartungen verbessern sich im Saldo um sieben Punkte, allerdings überwiegen noch immer die skeptischen Einschätzungen. Mit einer günstigeren Geschäftsentwicklung rechnen derzeit 12 Prozent der Betriebe (minus eins), während der Anteil von Unternehmen mit einer negativen Einschätzung um neun Punkte auf 32 Prozent sinkt. Zugleich erwarten 56 Prozent der Befragten (plus zehn) keine Veränderung. Konjunkturelle Belastungen einerseits und hartnäckige strukturelle Herausforderungen andererseits prägen auch künftig die wirtschaftliche Entwicklung in Ostthüringen.
Investitionen
In diesem nach wie vor schwierigen Umfeld prüfen Unternehmen genau, ob sich neue Projekte am Standort lohnen. Trotz leichtem Anstieg bleibt die Investitionstätigkeit insgesamt zurückhaltend. Nur 15 Prozent der Umfrageteilnehmer (plus eins) planen mit einem größeren Investitionsbudget, weitere 34 Prozent (plus zwei) mit konstanten Ausgaben. Demgegenüber werden 51 Prozent der Betriebe in den nächsten 12 Monaten weniger oder nicht investieren. Das Hauptmotiv für Investitionen bleibt mit großem Abstand der Ersatzbedarf (68 Prozent). Etwas gestiegen ist der Anteil von Unternehmen, die in die Erweiterung der Kapazitäten investieren (20 Prozent, plus zwei), jedoch ausgehend von einem niedrigen Niveau.
Beschäftigung
Auch die Personalpläne der Unternehmen bleiben restriktiv. Lediglich acht Prozent der Befragten (plus eins) erwarten eine steigende Beschäftigtenzahl. Die Mehrheit der Firmen rechnet weder mit einer Vergrößerung noch mit einer Verkleinerung ihrer Belegschaft (72 Prozent; minus zwei). Bei jedem fünften Unternehmen (zuvor 19 Prozent) ist hingegen ein Stellenabbau ein Thema.
Export
Strukturelle Standortnachteile und handelspolitische Risiken bremsen die hiesige Exportwirtschaft. Lediglich 15 Prozent der Industriebetriebe (plus eins) rechnen mit einem steigenden Ausfuhrvolumen, weitere 29 Prozent der Firmen (minus eins) mit stabilen Exporten, während jeder fünfte Befragte (zuvor 18 Prozent) von einem Rückgang ausgeht und 37 Prozent der Industrieunternehmen (minus eins) nicht exportieren werden.
Den ausführlichen Konjunkturbericht der IHK Ostthüringen zu Gera finden Sie unter 'Weitere Informationen'.