Konjunkturumfrage Jahreswechsel 2025/2026

Langsame Konsolidierung

Der Weg zum Aufschwung ist lang und steinig. Auch zu Jahresbeginn 2026 zeichnet sich noch keine echte konjunkturelle Trendwende ab, allenfalls eine Konsolidierung. Neben der weiterhin verhaltenen Nachfrage aus dem In- und Ausland bremsen die Ostthüringer Unternehmen vor allem hohe Kosten und Abgaben (Personal, Energie, Steuern), umfangreiche Berichtspflichten und lange Verfahren.
Das zeigt die Konjunkturumfrage der IHK Ostthüringen zu Gera zum Jahreswechsel 2025/2026, an der sich 329 Unternehmen mit insgesamt 12.900 Beschäftigten beteiligt haben.

Die Ergebnisse im Überblick:

Konjunkturklima
Der IHK-Konjunkturklimaindikator notiert zu Jahresbeginn 2026 bei 90,3 Punkten. Gegenüber der Vorumfrage im Herbst 2025 ist das ein leichtes Plus von 1,1 Punkten. Der Stimmungsindex der Ostthüringer Wirtschaft steigt somit zwar zum dritten Mal in Folge, bleibt im langjährigen Vergleich aber unterdurchschnittlich.
Geschäftslage
Trotz politischer Impulse der Landes- und Bundesregierung hat sich die Geschäftslage nur marginal verbessert. Die wirtschaftliche Situation vieler Unternehmen bleibt angespannt. Nur 28 Prozent der Ostthüringer Firmen melden eine gute (plus zwei ggü. Vorumfrage), weitere 41 Prozent (minus zwei) eine befriedigende bzw. saisonübliche Lage, während unverändert 31 Prozent der Betriebe von schlechten Geschäften berichten.
Erwartungen
Die Erwartungen der Ostthüringer Unternehmen sind weiterhin von Unsicherheiten hinsichtlich der wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen und Absatzrisiken bestimmt. Nur 14 Prozent der Betriebe rechnen derzeit mit einer positiven Geschäftsentwicklung, während 55 Prozent der Unternehmen keine Veränderung erwarten und 31 Prozent der hiesigen Firmen eine negative Geschäftsprognose machen. Gegenüber der Vorumfrage ist das ein leichtes Plus bei den Erwartungen von einem Saldenpunkt.
Investitionen
Bei den Investitionen bleiben viele Unternehmen vorsichtig. Nur 15 Prozent der Betriebe (minus drei) planen, ihre Ausgaben zu erhöhen, während 50 Prozent der Befragten (minus vier) ihr Budget verringern oder nicht investieren werden. Mit Blick auf die Investitionsmotive überwiegt weiterhin klar die Ersatzbeschaffung. Es folgen Produktinnovationen und Rationalisierungsmaßnahmen zur Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit. Investitionen in die Erweiterung der Produktionskapazitäten bleiben nachrangig – unverändert nur 18 Prozent der investierenden Unternehmen planen entsprechende Ausgaben.
Beschäftigung
Angesichts der schwachen Konjunktur und der verhaltenen Geschäftserwartungen sind die Unternehmen auch bei Neueinstellungen zurückhaltend. Mit zusätzlichem Personal planen derzeit nur sechs Prozent der Betriebe, die Mehrheit der Befragten versucht, ihren Personalbestand zu halten, während 26 Prozent der Unternehmen einen Stellenabbau erwägen. Damit sinkt der Saldo der Beschäftigungsabsichten auf -20 Punkte (minus fünf), was den niedrigsten Wert der letzten zehn Jahre darstellt.
Export
Geopolitische Risiken, Zölle und die fehlende Verlässlichkeit auf wichtigen Absatzmärkten dämpfen die Exportaussichten. So rechnen 16 Prozent der Ostthüringer Industrieunternehmen mit einem steigenden Ausfuhrvolumen, weitere 38 Prozent der Betriebe mit einem stabilen Auslandsgeschäft, während 15 Prozent von einem Rückgang ausgehen und 31 Prozent der befragten Industrieunternehmen nicht exportieren werden.