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EU-Exporte: Das Zoll-Wirrwarr der USA
Die Handelspolitik Washingtons verunsichert auch Ostthüringer Firmen zunehmend. Seit einem Jahr geht das Zollgespenst umher. Für Exporteure heißt das: kalkulieren, dokumentieren, absichern. Eine Geraer Agentur beschreibt, wie sich ihr Alltag verändert hat.
Bereits während des Wahlkampfes 2024 hat Trump die Zollpolitik zu einem Hauptpfeiler seiner wirtschaftspolitischen Agenda erklärt.
Es ist das neueste Kapitel in der Handelspolitik der USA: Der Supreme Court schiebt der willkürlichen Erhebung von Zöllen einen Riegel vor. Für Präsident Donald Trump ist diese richterliche Entscheidung allerdings kein Grund, seine Zollpolitik zu überdenken. Für Importe in die USA gilt ab heute ein neuer globaler Zoll von 15 Prozent.
Der neue weltweite Zollsatz stützt sich auf ein Handelsgesetz von 1974, das der US-Regierung erlaubt, Importzölle bei der Bekämpfung „fundamentaler internationaler Zahlungsbilanzprobleme“ zu erheben. Die 15 Prozent gelten zunächst für 150 Tage, dann muss der US-Kongress über die Fortführung entscheiden.
Kein Wunder also, dass viele Firmen verunsichert sind, meint der Geschäftsführer der Zollagentur ZKS Gera GmbH, Swen Säckl: „Die Unsicherheit ist groß. Wir haben einige Kunden, die in die USA exportiert haben, von denen plötzlich keine Anmeldungen mehr kommen.“
Die Europäische Union verlangt von den USA unterdessen Klarheit über die konkrete Ausgestaltung der neuen Maßnahmen. Den im Juli 2025 vereinbarten Zoll-Deal hat die EU nach den aktuellen Entwicklungen vorerst auf Eis gelegt.
Planbarkeit fehlt
Speziell die Unberechenbarkeit politischer Entscheidungen in den USA ist für viele Unternehmen ein Problem. „Die US-Zölle kommen meist unvermittelt, ohne Vorwarnung und gelten damit auch für Produkte, die bereits auf dem Weg nach Amerika sind“, so Säckl. Diese zusätzlichen Kosten könnten Firmen nicht einplanen. Auch deshalb gingen die Exporte in die USA im vergangenen Jahr um fast zehn Prozent zurück, so das Statistische Bundesamt.
Insgesamt stiegen im Dezember allerdings die Ausfuhren aus EU-Staaten wieder leicht an. Eine gute Nachricht für die Exportnation Deutschland. Damit sich dieser Trend verstetigt, erhofft sich Swen Säckl weitere Vereinfachungen von der Politik: „Dokumente durchwühlen ist für viele Firmen, aber auch für uns als Agentur zu einer Daueraufgabe geworden.“ Der ZKS-Chef wünscht sich weniger Bürokratie, sodass Unternehmen „besser agieren“ können.
Dokumentation ist ausschlaggebend
Deutschland ist die drittgrößte Handelsnation der Welt. Nur die USA und China importieren und exportieren mehr, so eine Auswertung der Weltbank für das Jahr 2024. Dass der internationale Warenverkehr reibungslos funktioniert, ist also für viele Firmen die Grundlage des Geschäftsmodells. Vor allem das „Dokumentenhandling“ sei dabei entscheidend, meint Swen Säckl. „Die Papiere müssen passen, weil ansonsten Standzeiten entstehen und damit höhere Kosten“, so der Geschäftsführer weiter.
Kundenorientiert, flexibel und lösungsorientiert – so möchte ZKS arbeiten.
ZKS Gera wickelt aktuell die Export- und Importverzollung sowie weitere Dienstleistungen im Speditionswesen für circa 100 Kunden ab. Im Gegensatz zu großen Agenturen stehe beim Drei-Mann-Betrieb die persönliche Beratung im Vordergrund. „Bei uns geht keine KI-Stimme ans Telefon, sondern wir begleiten unsere Kunden von der Anfrage bis zum Abschluss der Lieferung persönlich“, erklärt Säckl. Für ihn ist die Zollabwicklung Profisache – gerade in handelspolitisch unsicheren Zeiten. „Es ist eine Herausforderung, alles zu überblicken und kleinste Fehler gehen richtig ins Geld.“ Bleibt ein Container am Hafen stehen, seien schnell 80 Euro pro Tag weg.
Bei Aus- wie Einfuhr bräuchten Händler deshalb ein vertrauensvolles Verhältnis zu ihrem Dienstleister, so der Zollagentur-Chef. Der persönliche Kontakt sei dafür ein entscheidender Faktor und ermögliche eine Zusammenarbeit auf Augenhöhe.
Das „New Normal“ in der US-Handelspolitik
Seit vielen Jahren pflegen die Vereinigten Staaten und Deutschland Handelsbeziehungen. Das transatlantische Bündnis hat eng verflochtene Lieferketten etabliert. Wenig verwunderlich ist es also, dass momentan drei Viertel der deutschen Unternehmen in den USA die Zollpolitik als wichtigsten Negativfaktor für ihr Geschäft ansehen, so der Außenhandelskammer (AHK) World Business Outlook aus dem Herbst 2025.
Eine neue Unsicherheit entsteht aktuell durch den schwächelnden Dollarkurs. Im Vergleich zum Euro hat der Dollar innerhalb eines Jahres mehr als zehn Prozent an Wert verloren, berichtet das Handelsblatt. Keine gute Nachricht für Exporteure aus Europa, denn sie haben es nun schwerer, ihre Produkte in die USA zu verkaufen. Im Gegensatz dazu werden Importe aus den Vereinigten Staaten aktuell attraktiver.
ZKS Gera GmbH
Vor zwei Jahren machte sich Swen Säckl selbstständig und gründete die Zollagentur ZKS Gera. Er und seine zwei Mitarbeiter haben bereits jahrzehntelange Erfahrung auf den Gebieten Import, Export und Zoll. Die Agentur biete eine ganzheitliche Betreuung – von der persönlichen Beratung bis zur Abwicklung, alles in einem Haus, ohne fragmentierte Prozesse, verspricht das Unternehmen. Dabei setzt die ZKS einen klaren Fokus auf die Region Ostthüringen.
zksgera.de
Vor zwei Jahren machte sich Swen Säckl selbstständig und gründete die Zollagentur ZKS Gera. Er und seine zwei Mitarbeiter haben bereits jahrzehntelange Erfahrung auf den Gebieten Import, Export und Zoll. Die Agentur biete eine ganzheitliche Betreuung – von der persönlichen Beratung bis zur Abwicklung, alles in einem Haus, ohne fragmentierte Prozesse, verspricht das Unternehmen. Dabei setzt die ZKS einen klaren Fokus auf die Region Ostthüringen.
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