Unternehmensnachfolge als Aufstiegschance für Führungskräfte
Seit Februar 2025 hat die aus Sachsen kommende Firmengruppe WIN, die sich auf Industriedienstleistungen spezialisiert hat, ein neues Tochterunternehmen in Korbußen nahe Gera: die WIN Messmittel und Service GmbH. Die Firma ist keine komplette Neugründung, sondern eine Firmenübernahme im Zuge einer Unternehmensnachfolge. Für die Firmengruppe bedeutet das die Erweiterung ihres Dienstleistungsangebotes. Für Betriebsleiter und Prokurist Marco Kahnes ist es der erste Schritt in Richtung Geschäftsführung.
Mit der Kraft der Firmengruppe die Unternehmensnachfolge meistern (v.l.n.r.): Swen Schindler (Hauptgeschäftsführer der WIN Gruppe), Tony Friedrich (Geschäftsführer der WIN Messmittel und Service GmbH) und Martin Leistner (Prokurist WIN CNC GmbH/Vertrieb WIN Gruppe)
Unternehmensnachfolge als Chance für Firmengruppe und Mitarbeiterbindung
Kern der heutigen Unternehmensgruppe ist die 1993 in Zwickau gegründete WIN GmbH. Als Dienstleister für die Industrie übernahm sie zunächst die aus in vielen Unternehmen ausgegliederten Wartungs- und Instandsetzungsarbeiten an Maschinen und Anlagen. In den letzten Jahren kamen neue Geschäftsbereiche und Dienstleistungsangebote hinzu. Es entstand die heutige Firmengruppe mit einer Holding-Struktur und sieben Tochterunternehmen. „Wir haben uns bewusst dafür entschieden, denn so können die einzelnen Firmenbereiche als selbstständige Unternehmen agieren und haben gleichzeitig den Rückenwind der ganzen Gruppe“, erläutert Hauptgeschäftsführer Swen Schindler. So wie das jüngste „Familienmitglied“ WIN Messmittel und Service GmbH sind auch andere Tochterunternehmen in Zuge einer Nachfolgeregelung in die WIN-Familie aufgenommen worden.
Betriebsleiter, Prokurist und künftiger Geschäftsführer Marco Kahnes
Für ihn liegen die Vorteile auf der Hand: „Die Firmen passen nicht nur vom Portfolio zu uns, sind am Markt eingeführt, haben einen festen Kundenstamm. Oft haben wir bereits erfolgreich mit ihnen zusammengearbeitet.“ Und: „Wir können so unseren engagierten Führungskräften die Chance eröffnen, sich vom Mitarbeiter zum Geschäftsführer weiterzuentwickeln.“ Die Idee dahinter: Die Firmengruppe übernimmt die finanzielle Abwicklung und Verwaltungsaufgaben für die neue Firma. Der künftige Geschäftsführer kann sich mit diesem Rückhalt auf das Kerngeschäft konzentrieren, so wie jetzt Marco Kahnes, der als Betriebsleiter und Prokurist eingestiegen ist und künftig die Geschäftsleitung übernehmen wird.
Dienstleistungsangebot erweitern
Die WIN Messmittel und Service GmbH in Korbußen ergänzt das Leistungsspektrum der Firmengruppe. Als akkreditiertes Kalibrierlabor übernimmt das Unternehmen nicht nur die vorgeschriebenen regelmäßigen Prüfungen von Messschiebern, Prüflehren bis hin zu komplexen Längenmesssystemen, sondern bietet bei Bedarf auch Reparaturen oder Ersatzbeschaffung an. Vor allem Unternehmen aus der Metall- und Automotiv-Branche nutzen diesen Service. „Wir haben seit der Firmenübernahme rund 150.000 Euro in neue Messtechnik, einen neuen Prüfstand, Computertechnik und Software investiert“, erläutert Tony Friedrich, der zunächst die Geschäftsführung übernommen hat. Es sei ein holpriger Start gewesen. Prozesse optimieren, Mitarbeiter halten oder neue gewinnen nennt er die größten Herausforderungen. Jetzt soll das Leistungs- und Servicespektrum weiter ausgebaut werden. „Wir wollen unseren Kunden künftig ein attraktives Komplettpaket anbieten: neben mechanischer auch elektronische Messtechnik prüfen, eine neue digitale online Prüfmittelverwaltung für die Kunden einführen sowie bei Bedarf auch vor Ort und nicht nur im eigenen Labor tätig werden“, erläutert Martin Leistner.
Aus Quereinsteigern Spezialisten machen
Das ginge natürlich nicht ohne qualifizierte und engagierte Mitarbeiter, sagt Tony Friedrich und freut sich, mit dem Betriebsleiter und der Laborleiterin zwei Spezialisten an seiner Seite zu haben. Die Suche nach neuen Fachkräften für das WIN-Team sei durchaus eine Herausforderung. „Den Beruf ‚Messmitteltechniker‘ gibt es so nicht. Menschen mit passenden Qualifizierungen und Berufserfahrungen sind auf dem Arbeitsmarkt kaum zu finden.“ Deshalb setzt die Firma auch auf die Qualifizierung von Quereinsteigern und arbeitet dafür mit dem Berufsförderungswerk Thüringen zusammen. „So konnten wir bereits einige neue Kollegen gewinnen.“
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