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Horsch-Azubi aus Ronneburg schraubt in Australien
Tim Birkner hat für seine Ausbildung bei Horsch mehrere Wochen an der Westküste Australiens gearbeitet. Die Firma ermöglicht engagierten Azubis ein Auslandspraktikum. Davon profitieren die Nachwuchskräfte ebenso wie das Unternehmen selbst.
Schrauben bei 40 Grad in einer Halle mit großen Ventilatoren – für Tim Birkner ist das ein „spannendes“ Erlebnis gewesen, so sagt er selbst. Tim ist Auszubildender im dritten Lehrjahr beim Landmaschinenhersteller Horsch in Ronneburg. Der 20-Jährige möchte Fertigungsmechaniker werden und ist dafür sogar bis ans andere Ende der Welt geflogen – genauer gesagt nach Australien.
Es braucht Mut
Ab dem zweiten Lehrjahr bietet Horsch seinen Auszubildenden ein Auslandspraktikum an. Sechs bis sieben Wochen können die Azubis unter der australischen Sonne Landmaschinen aus deutscher Produktion vor Ort zusammenbauen oder reparieren. Die Voraussetzungen dafür sind gute Leistungen, Disziplin und Engagement. Tim Birkner bringt diese Eigenschaften mit. „Ich wurde von unserem Ausbildungsleiter gefragt, ob ich mir vorstellen könnte, nach Australien zu gehen und habe mich dann dafür entschieden“, erzählt der Azubi. Im Januar 2026 ging es für Tim dann gemeinsam mit zwei anderen Lehrlingen vom Horsch-Standort in Schwandorf nach Perth im Westen Australiens. Vor Ort wurde aber nicht nur in der Werkstatt gearbeitet. Es habe sogar Außeneinsätze gegeben. „Ab und zu sind wir zu den Bauern direkt auf die Farmen gefahren, um zu schrauben. Da waren wir teilweise fünf bis sechs Stunden unterwegs“, erzählt Tim Birkner.
2009 erster Horsch-Azubi in Ronneburg – heute Ausbildungsleiter, Christian Schlegel.
Das Praktikum in Perth sei eine Art Auszeichnung für besonders engagierte Azubis, erklärt Horsch-Ausbildungschef Christian Schlegel: „Durch diesen Bonus stärken wir unser eigenes Unternehmen und die Leistungskultur unter den Nachwuchskräften.“ Das Austauschprogramm werde von den Lehrlingen grundsätzlich positiv wahrgenommen, auch wenn es hier und da ein wenig Überzeugungsarbeit braucht. „Australien ist nicht direkt nebenan. Da müssen die Azubis schon bereit sein, ihr behütetes Umfeld zu verlassen – das braucht Mut“, so Schlegel weiter.
Vorteile für alle
Praktika in Down Under möglich zu machen, biete für die Firma zahlreiche Vorteile. Durch die Azubis erhält der Horsch-Partner in Australien zusätzliche fachliche Expertise und Unterstützung bei der Arbeit. Gleichzeitig sammeln junge Menschen internationale Erfahrung, verbessern ihre Englischkenntnisse und reifen in ihrer Persönlichkeit. „Durch unsere Auslandspraktika werden wir als Arbeitgeber attraktiver, motivieren den Nachwuchs und stärken unsere eigenen Fachkräfte von morgen“, meint Schlegel. Horsch übernimmt für ihre Azubis die Kosten für Flug, Unterkunft und Visum. Sogar ein eigenes Auto bekommen die Lehrlinge vor Ort gestellt, erzählt der Ausbildungschef.
Der Arbeitsalltag in Perth sei zwar anstrengend, aber extrem lehrreich, berichtet Tim Birkner. „Ich habe einige Tage gebraucht, um mich an die Zeitumstellung, die Hitze und den Arbeitsaufwand zu gewöhnen.“ Nach der kurzen Phase des Einlebens habe Tim aber vor allem eines verspürt – Motivation: „Wir durften viel eigenverantwortlich arbeiten, deshalb waren wir sehr ehrgeizig, unsere Projekte so schnell wie möglich zu schaffen“, sagt der Azubi. Auch seine Englischkenntnisse habe der 20-Jährige verbessern können.
Praktikum im Ausland als Chance
Dass Azubis Teile ihrer Ausbildung im Ausland verbringen können, sei vielen noch gar nicht bewusst, sagt Isabell Füldner. Sie ist Sachgebietsleiterin für Fachkräfteentwicklung bei der IHK Ostthüringen. Ein Auslandspraktikum sei laut ihr eine große Chance für die Lehrlinge selbst, aber auch für das Unternehmen. „In einem anderen Land zu arbeiten, erweitert immer den Horizont, macht den Azubi leistungsstärker und hilft dem Unternehmen dabei, eine perfekt ausgebildete Fachkraft zu entwickeln“, so Füldner. Zusätzlich sei allein das Angebot eines Auslandsaufenthaltes während der Ausbildung eine Chance, mehr Azubis für die eigene Firma zu gewinnen.
Horsch-Azubi Tim Birkner blickt mit positiven Erfahrungen auf sein Praktikum zurück: „Wir haben ja vor Ort nicht nur gearbeitet, sondern viel von Perth und der Umgebung gesehen. Ich würde es jederzeit wieder machen.“ Einige Aussie-Profitipps hat Tim aber dennoch: Auf giftige Tiere achten und Sonnencreme nicht vergessen.
Auslandspraktika für Auszubildende
Die IHK Ostthüringen unterstützt Unternehmen und Auszubildende beim Vorhaben, Praktika im Ausland anzubieten und durchzuführen. Auf dem Weg in europäische Länder können sich Azubis dabei mit Erasmus+ finanziell unterstützen lassen. Alle weiteren Infos finden Sie hier:
ihk.de/gera/ausbildung-weiterbildung
Die IHK Ostthüringen unterstützt Unternehmen und Auszubildende beim Vorhaben, Praktika im Ausland anzubieten und durchzuführen. Auf dem Weg in europäische Länder können sich Azubis dabei mit Erasmus+ finanziell unterstützen lassen. Alle weiteren Infos finden Sie hier:
ihk.de/gera/ausbildung-weiterbildung
Kontakt
Isabell Füldner
Aus- und Weiterbildung
Sachgebietsleiterin Fachkräfteentwicklung
