5 min
Lesezeit
Ein Laser als Heizung
Feinbauteile für Medizintechnik, E-Mobilität und Windkraft – dazu ein Energiekreislauf im Werk: Das Unternehmen LCP Laser-Cut-Processing zeigt, was klappt, wenn Technik sowie Innovation zusammenpassen – und wie das eine Menge Geld spart.
Daniel Störzner leitet die Firma LCP als Familienbetrieb in zweiter Generation.
Deutsche Unternehmen sind Vorreiter beim Umweltschutz. Das bestätigt das aktuelle Umweltbarometer der Deutschen Industrie- und Handelskammer. Die Hälfte der befragten Firmen sieht im Umweltschutz eine wichtige unternehmerische Verantwortung für die Gesellschaft. Auch für die LCP Laser-Cut-Processing GmbH aus Hermsdorf ist das der Fall. „Wir nutzen die Ressourcen unserer Umwelt, dann sollten wir auch schonend und sparsam damit umgehen“, sagt Geschäftsführer Daniel Störzner.
Präzision ist unverzichtbar
Mit dem Laser lassen sich Materialien vom Millimeter- bis in den Mikrometerbereich bearbeiten.
Die LCP hat sich als Spezialist für Laserbearbeitung in Ostthüringen etabliert – schneidet, schweißt und strukturiert Feinbauteile aus Metall und technischer Keramik für die Industrie. Hochpräzise arbeite die Lasertechnik, meint Störzner. Sie sei vor allem bei Herstellern gefragt, deren Produkte zuverlässig und unter extremen Bedingungen funktionieren müssen.
Das Unternehmen bearbeitet etwa die Keramikträger von technischen Komponenten wie Sensoren für Beatmungsgeräte und schneidet Elektrobleche für E-Motoren zu. Die Firma gibt keramischen Oberflächen den Feinschliff, bevor diese mit Elektronik bestückt, zum Beispiel in Windrädern, verbaut werden. „Keramik ist als Material sehr stabil und kann hervorragend zur Wärmeleitung elektronischer Bauteile genutzt werden“, so der Geschäftsführer weiter.
Verlustwärme nutzbar machen
Industrielaser verfügen über eine sehr hohe Leistung und können extrem scharf fokussiert werden. Dadurch trifft sehr viel Energie auf eine kleine Stelle. Das Material wird sehr schnell heiß, schmilzt oder verdampft und kann so präzise bearbeitet werden. Bei diesem Prozess geht allerdings auch viel Energie verloren. „Der Laser wird mit 100 Prozent elektrischer Energie betrieben, aber nur zwischen 15 und 30 Prozent optischer Energie kommen beim bearbeiteten Bauteil an. Der Rest geht in Wärme über“, erklärt LCP-Chef Störzner.
Sein Unternehmen habe sich deshalb bereits vor zwanzig Jahren gefragt, wie diese Abwärme anderweitig genutzt werden kann. Die Antwort: für das Heizen der Produktionsgebäude – und zwar mit Hilfe von Wärmepumpen.
Energie effizient und im Kreislauf nutzen
Die effiziente Technik des jüngsten LCP-Werkes muss die Temperatur von insgesamt 2.000 Quadratmetern regeln.
Eine Wärmepumpe wandelt die Wärme aus der Umwelt in Heizwärme um. „Wir versorgen unsere Wärmepumpe letztendlich mit der Abwärme aus der Laserbearbeitung. Diese kommt dann in Form von einer warmen Heizung wieder zu uns zurück“, sagt Daniel Störzner. Die Wärmepumpe muss dadurch weniger Energie aufwenden, um aus Umweltwärme Heizwärme zu produzieren. Das spart Stromkosten.
Beim Neubau des letzten LCP-Werkes in Hermsdorf 2018 wurde diese Technik nochmal optimiert. Im Zusammenspiel regeln hier eine reversible Wärmepumpe und ein dualer Kaltwassersatz die Temperatur. Sie sorgen dafür, dass das Gebäude klimatisiert wird. Im Winter kann so die Abwärme zum Heizen genutzt werden. Im Sommer wird sie entzogen, um das Werk zu kühlen.
Investitionen für den Geldbeutel
Steffi Keil unterstützt Firmen in Ostthüringen, innovative und nachhaltige Konzepte zu entwickeln.
Durch die innovative Gebäudetechnik im jüngsten LCP-Werk werden laut Unternehmen Kosten von bis zu 26.000 Euro jährlich eingespart. Das Bauprojekt zeige, dass Umweltschutzmaßnahmen neben Imagepflege und Kundenanforderungen Unternehmen finanziell entlasten können, meint Steffi Keil, Sachgebietsleiterin Innovation und Umwelt bei der IHK Ostthüringen: „Der sparsame Einsatz von Ressourcen macht sich langfristig im Portemonnaie der Betriebe bemerkbar. Leider fehlt vielen Firmen aktuell das Geld, um in nachhaltige Technik zu investieren.“
Die Politik müsse handeln – den Standort wieder wettbewerbsfähig machen, so Keil weiter. Sie fordert den Abbau zeitaufwendiger Berichtspflichten und einheitliche Regeln in der EU. „Macht Regulierung Umweltschutz zu teuer, verhindert sie genau das, was sie fördern soll“, erklärt die Expertin der IHK.
Innovation am High-Tech-Standort
LCP-Keramikbauteile in Top-Qualität – von der Konzeption bis zur Endkontrolle.
Hermsdorf ist das führende Zentrum für Hochleistungskeramik in Europa. Diese technische Kompetenz bündelt sich am Tridelta Campus. Mehr als 30 Unternehmen führen hier ihr Know-how zu einem Cluster für Hochleistungskeramik, Sensorik und Refraktärmetalle zusammen. „Hermsdorf und die Region sind winzige Flecke im globalen Geschäft. Dadurch, dass sich Unternehmen mit unterschiedlichen Spezialgebieten vernetzen, werden wir alle leistungsfähiger, attraktiver und sichtbarer“, sagt LCP-Geschäftsführer Daniel Störzner.
Am Tridelta Campus werden aber nicht nur bestehende Fähigkeiten gefördert, sondern auch innovative Ideen entwickelt. Im Forschungsprojekt Saphir konzipierten die Experten des Campus neue Generationen von technischen Keramikmaterialien und -verfahren. Es sei wichtig, den Austausch zwischen Forschung, Unternehmen und Politik zu stärken, so Störzner. Nur dadurch könnten mit großer Expertise weiter Produkte und Lösungen von Weltrang entstehen.
LCP Laser-Cut-Processing GmbH
1993 beginnt die Geschichte der LCP in einer kleinen Garage im ostthüringischen Oberndorf. Falko Störzner gründete damals ein mittelständisches Unternehmen, das heute zwei Werke und 70 Mitarbeiter zählt. Kreativ neue Herausforderungen zu bewältigen, ist laut der Firma jeden Tag das Ziel. Laserpioniere seien sie und nicht nur das. Die LCP investiert seit Jahren in die eigene Energieeffizienz – versorgt sich zu 36 Prozent selbst mit Solarstrom. Das familiengeführte Unternehmen hat sich zu einem führenden Kompetenzzentrum für die Laserfeinbearbeitung entwickelt und verspricht Qualität mit Präzision bis ins kleinste Detail.
lcpgmbh.de
1993 beginnt die Geschichte der LCP in einer kleinen Garage im ostthüringischen Oberndorf. Falko Störzner gründete damals ein mittelständisches Unternehmen, das heute zwei Werke und 70 Mitarbeiter zählt. Kreativ neue Herausforderungen zu bewältigen, ist laut der Firma jeden Tag das Ziel. Laserpioniere seien sie und nicht nur das. Die LCP investiert seit Jahren in die eigene Energieeffizienz – versorgt sich zu 36 Prozent selbst mit Solarstrom. Das familiengeführte Unternehmen hat sich zu einem führenden Kompetenzzentrum für die Laserfeinbearbeitung entwickelt und verspricht Qualität mit Präzision bis ins kleinste Detail.
lcpgmbh.de
Kontakt
Steffi Keil
Innovation und Umwelt
Sachgebietsleiterin
