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Frauen wollen gründen – und stoßen auf alte Hürden
Frauen sind so gründungsinteressiert wie nie. Der Wunsch, selbst zu gestalten, unabhängig zu arbeiten und etwas zu bewegen, ist groß. Doch zwischen Vorhaben und Start liegen nach wie vor Hindernisse wie Bürokratie und fehlende Planungssicherheit.
Immer mehr Frauen interessieren sich für eine Unternehmensgründung – doch nur ein Teil setzt diesen Schritt tatsächlich um. Nach Zahlen aus dem DIHK-Report Unternehmensgründung 2025 stellen Frauen inzwischen rund die Hälfte der Gründungsinteressierten – allerdings stellen sie lediglich ein Drittel aller dann auch tatsächlich Gründenden. Dieser Abstand zeigt: Zwischen Gründungswunsch und Unternehmensstart liegen für viele Frauen weiterhin spürbare Barrieren.
Potenzial ist groß
Besonders deutlich wird dies bei etablierten Unternehmensformen. Nur 14 Prozent der mittelständischen Betriebe in Deutschland werden von Frauen geführt, und beim Thema Unternehmensnachfolge liegt der Frauenanteil bei lediglich 23 Prozent. Strukturelle Faktoren wie komplexe Verwaltungswege, Unsicherheiten bei der Vereinbarkeit von Familie und Unternehmertum sowie ungleiche Ausgangsbedingungen bei beruflichen Netzwerken erschweren vielen Frauen den Weg in die Selbstständigkeit.
Seit fünf Jahren hat Peter Adrian das Amt des DIHK-Präsidenten inne.
Gleichzeitig zeigt der DIHK-Report: Frauen wollen gründen – sie suchen Gestaltungsspielräume, finanzielle Unabhängigkeit und möchten gesellschaftliche Wirkung entfalten, etwa durch Social Entrepreneurship. Doch fehlende Planungssicherheit, ein oft skeptisches gesellschaftliches Klima gegenüber unternehmerischem Risiko sowie ein späterer Start nach der Familienphase führen dazu, dass viele Gründungsvorhaben aufgeschoben oder verworfen werden. „Wir müssen den Standort Deutschland mit einer Vielzahl von Maßnahmen modernisieren – schnell, entschlossen und flächendeckend“, sagt der DIHK-Präsident Peter Adrian in einer Reaktion auf den Gründungsreport.
Unternehmerinnen unterstützen
Die IHK-Organisation unterstützt Frauen seit Jahren mit Beratung, Netzwerken und gezielten Initiativen. Bundesweit stehen in allen 79 IHKs Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner bereit. Mit Formaten wie „Ich werde Chefin“ im Rahmen des Girls’Day, Veranstaltungen zum Internationalen Frauentag und über 50 regionalen Unternehmerinnennetzwerken werden jährlich zehntausende Frauen erreicht. Auch das Unternehmensnetzwerk „Erfolgsfaktor Familie“, das die DIHK gemeinsam mit dem Bundesfamilienministerium betreibt, stärkt familienfreundliche Arbeitsbedingungen.
Damit mehr Gründungspotenzial tatsächlich gehoben wird, sieht die DIHK jedoch weiterhin politischen Handlungsbedarf: weniger Bürokratie, schnellere und digitale Verfahren, verlässliche Rahmenbedingungen und eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Unternehmertum. Viele konkrete Vorschläge – etwa aus dem DIHK-Report Unternehmensgründung – liegen bereits auf dem Tisch. „Die von der Bundesregierung vorgelegte Modernisierungsagenda könnte hierfür ein wichtiger Baustein sein, aber nur, wenn sie konsequent umgesetzt wird. Die IHK-Organisation steht bereit, diesen Weg aktiv zu begleiten“, so der DIHK-Präsident.
Business Women IHK
Die „Business Women IHK“ setzen sich für die Interessen der deutschen Wirtschaft ein. Und sie sind zusammen mit vielen anderen in den IHKs aktiven Unternehmerinnen und Unternehmern überzeugt davon, dass eine gleichberechtigte Teilhabe von Frauen und Männern die deutsche Wirtschaft stärkt und noch erfolgreicher macht. Das Netzwerk engagiert sich dafür, dass Frauen wirtschaftlich gleichberechtigt teilnehmen können: als Unternehmerinnen, als Führungskräfte wie auch im wirtschaftspolitischen Ehrenamt.
Mehr dazu hier:
dihk.de/ueber-uns
Die „Business Women IHK“ setzen sich für die Interessen der deutschen Wirtschaft ein. Und sie sind zusammen mit vielen anderen in den IHKs aktiven Unternehmerinnen und Unternehmern überzeugt davon, dass eine gleichberechtigte Teilhabe von Frauen und Männern die deutsche Wirtschaft stärkt und noch erfolgreicher macht. Das Netzwerk engagiert sich dafür, dass Frauen wirtschaftlich gleichberechtigt teilnehmen können: als Unternehmerinnen, als Führungskräfte wie auch im wirtschaftspolitischen Ehrenamt.
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