EAH Jena entwickelt fliegende Helfer für die Atmosphärenforschung
Autonome Mikrofluggeräte zur Messung atmosphärischer Parameter sind das Ziel des jüngsten Forschungsprojektes der Ernst-Abbe-Hochschule Jena (EAH Jena). Diese sollen künftig helfen, Wetterphänomene einfacher zu beobachten und besser zu verstehen. Das Projekt „MAVAS – Micro Air Vehicle for Atmospheric Sounding“ wird über vier Jahre mit insgesamt 2,8 Millionen Euro gefördert und verbindet technologische Innovation mit einem klaren gesellschaftlichen Nutzen.
Die drei Projektleiter des MAVAS-Projekts (v.l.): Prof. Dr.-Ing. Burkart Voß, Prof. Dr.-Ing. Frank Dienerowitz und Prof. Dr.-Ing. Daniel Möller
„Mit dem Projekt MAVAS verfolgen wir einen innovativen Ansatz, der nicht nur die Atmosphärenforschung vorantreibt, sondern auch den Wissens- und Technologietransfer in die Praxis fördert“, sagt Prof. Dr.-Ing. Frank Dienerowitz, Professor für Technische Mechanik an der EAH Jena.
Hintergrund: Neue Wege zu präzisen Wetterdaten
Die wissenschaftliche Erforschung der Erdatmosphäre ist insbesondere vor dem Hintergrund des Klimawandels und seiner Folgen von großer gesellschaftlicher Bedeutung. Für die Entwicklung fundierter meteorologischer Modelle sind direkte Messdaten aus der Atmosphäre unerlässlich. Hier setzt MAVAS an: Im Projekt sollen unbemannte, autonom navigierende und energieeffiziente Mikroflugroboter (englisch: Micro Air Vehicles, kurz: MAV) entwickelt werden, die speziell für den Einsatz in der Troposphäre konzipiert sind und ohne großen Aufwand eingesetzt werden können. Sie bieten eine flexible, umweltschonende und wirtschaftliche Erweiterung zu herkömmlichen Messsystemen.
Technologie trifft Umweltbewusstsein
Die Mikrofluggeräte in Starrflügel-Konfiguration sollen mit miniaturisierten Sensoren ausgestattet werden, die in der Lage sind, atmosphärische Parameter wie Temperatur, Luftfeuchtigkeit, Luftdruck und Windgeschwindigkeit zu erfassen – und das autonom und mit minimalem Energieaufwand. Besonderes Augenmerk wird auf ein leichtes, aerodynamisch optimiertes Design gelegt, um das Risiko für andere Luftraumnutzer, wie z.B. Verkehrsflugzeuge, zu minimieren. Die Rückkehrfunktion zum Startpunkt sorgt für Nachhaltigkeit und Ressourcenschonung.
Forschung, Lehre und Transfer unter einem Dach
Geleitet wird das MAVAS-Projekt von den Professoren Dr.-Ing. Frank Dienerowitz, Dr.-Ing. Burkart Voß und Dr.-Ing. Daniel Möller. Neben dem technologischen Fortschritt fördert das Projekt insbesondere die interdisziplinäre Zusammenarbeit an der EAH Jena – zwischen Forschung, Lehre und Praxis, aber auch über die Hochschulgrenzen hinaus in Richtung Wirtschaft und Bildung.
Ein besonderer Fokus liegt auf der Nachwuchsförderung im MINT-Bereich: Studenten und Doktoranden werden aktiv in die Forschung eingebunden und erhalten die Möglichkeit, eigene Beiträge zur MAV-Technologie zu entwickeln. Dafür entsteht ein moderner Forschungsraum auf dem Campus der Hochschule: das „MAV-Lab“ – ein kreativer Entwicklungsraum mit integriertem Makerspace für eigenständige studentische Projekte. Hier wird nicht nur Wissen vermittelt, sondern auch praxisnah gestaltet.
Ernst-Abbe-Hochschule Jena
Die EAH Jena wurde 1991 als Fachhochschule Jena gegründet und war damit eine der ersten in den neuen Bundesländern. Seit einigen Jahren ist sie nicht nur Thüringens größte, sondern auch forschungsstärkste Hochschule für Angewandte Wissenschaften. Aktuell studieren dort ca. 4.300 junge Menschen in den rund 50 Bachelor- und Masterstudiengängen. Darüber hinaus werden etwa 470 Personen in den Bereichen Wissenschaft, Verwaltung, Technik und Bibliothek beschäftigt.
eah-jena.de
Die EAH Jena wurde 1991 als Fachhochschule Jena gegründet und war damit eine der ersten in den neuen Bundesländern. Seit einigen Jahren ist sie nicht nur Thüringens größte, sondern auch forschungsstärkste Hochschule für Angewandte Wissenschaften. Aktuell studieren dort ca. 4.300 junge Menschen in den rund 50 Bachelor- und Masterstudiengängen. Darüber hinaus werden etwa 470 Personen in den Bereichen Wissenschaft, Verwaltung, Technik und Bibliothek beschäftigt.
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