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FAQ: MARKETING IM MITTELSTAND

KI statt Agentur? Warum ein guter Prompt nicht reicht

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Texte, Bilder und Ideen entstehen mit KI in Sekunden. Doch was macht eine Marke unverwechselbar? Die Agenturchefs Maren Thier und Sebastian Uebel erklären im Videointerview, worauf es für Mittelständler bei der Markenarbeit im KI-Zeitalter ankommt.
Instagram, Google, LinkedIn oder Anzeigen: Unternehmen stehen heute vor mehr Möglichkeiten, sichtbar zu werden, als jemals zuvor. Gleichzeitig wächst der Wettbewerb um Aufmerksamkeit. Und jetzt kommt auch noch Künstliche Intelligenz (KI) hinzu.
Was früher Agenturen, Designer, Texter oder Programmierer erledigten, scheint plötzlich mit einigen wenigen Prompts möglich zu sein. Warum also noch Geld für professionelle Marken- und Marketingarbeit ausgeben?
Die Antwort von Maren Thier, Geschäftsführerin der „designerei“ in Hermsdorf, und Sebastian Uebel, Geschäftsführer der Agentur „Trendsetzer“ in Gera, fällt differenziert aus: KI verändert die Arbeit massiv. Aber gerade dadurch wird das, was eine echte Marke ausmacht, wichtiger. Im Vodcast schildern die beiden ihre Sicht auf die Dinge. Im Text werden ihre Aussagen, Tipps und Hinweise in einem nutzerorientierten FAQ zusammengefasst.

Kann ich mit ChatGPT meine komplette Marketingstrategie erstellen?

ChatGPT und andere KI-Systeme können einen guten Ausgangspunkt liefern. Sie helfen dabei, Gedanken zu strukturieren, Ideen zu sammeln und erste Konzepte zu entwickeln.
Eine vollständige Marketing- oder Markenstrategie kann jedoch nicht allein von einem KI-System erstellt werden. Dafür müssen unter anderem Unternehmensziele, Marktposition, Zielgruppen, Kultur, Wettbewerb und Markenidentität zusammengeführt und bewertet werden.
KI liefert Möglichkeiten. Unternehmen müssen entscheiden, welche davon richtig sind.

Brauche ich trotz KI noch eine Marketingagentur?

Für einfache Aufgaben möglicherweise seltener. Für komplexe strategische Fragen weiterhin ja. KI übernimmt bereits heute viele handwerkliche Tätigkeiten. Das betrifft beispielsweise Texterstellung, Bildproduktion, Programmierung oder Automatisierung. Die Anwendung von KI wird im klassischen Performance-Marketing größer sein als in der Markenentwicklung, denn Marketing zieht an, aber Marke weckt Leidenschaft.
Ohne Marketing werden Unternehmen nicht gesehen und ohne Marke glaubt ihnen keiner. Eine Firma braucht beides, aber in der richtigen Reihenfolge.
Der Mehrwert einer spezialisierten Agentur verschiebt sich dadurch stärker in Richtung Strategie, Beratung, Markenentwicklung und Steuerung verschiedener Werkzeuge. Eine Agentur der Zukunft muss also nicht möglichst viel manuell produzieren. Sie muss Unternehmen dabei helfen, die richtigen Entscheidungen zu treffen und KI sinnvoll in ein größeres Konzept einzubetten.
Der Mensch, der mit KI arbeitet, muss Experte sein, gute Ergebnisse erkennen können und Prompts an der richtigen Stelle einsetzen.

Was kann KI im Marketing besonders gut?

KI ist stark beim Generieren und Beschleunigen. Sie kann in kurzer Zeit zahlreiche Textvarianten, Ideen, Motive oder technische Lösungen erzeugen. Gerade repetitive Aufgaben lassen sich dadurch effizienter erledigen.
Schwieriger wird es bei der Bewertung: Welcher Vorschlag passt wirklich zum Unternehmen? Was differenziert die Marke? Welche Idee ist langfristig tragfähig? Dafür braucht es ein klares Ziel und entsprechendes Fachwissen.

Was ist für eine Marke wichtiger als ein guter Prompt?

Eine klare Identität. Unternehmen sollten beantworten können: Wer sind wir? Wofür stehen wir? Für wen sind wir relevant? Was können wir besonders gut? Wie wollen wir wahrgenommen werden?
Erst wenn diese Grundlagen geklärt sind, können KI-Werkzeuge gezielt eingesetzt werden. Ohne dieses Fundament beschleunigt KI im schlimmsten Fall nur den Weg in die falsche Richtung.

Warum sehen viele KI-generierte Designs ähnlich aus?

Generative Systeme orientieren sich an vorhandenen Mustern und erzeugen daraus neue Kombinationen. Dadurch können ästhetisch ansprechende, aber austauschbare Ergebnisse entstehen. Für eine Unternehmensmarke ist das ein Risiko.
Sichtbarkeit entsteht nicht allein durch ein schönes Motiv. Eine Marke muss erkennbar und unterscheidbar sein. Gerade deshalb werden individuelle Gestaltung, eine eigene Sprache und konsequente Markenregeln wichtiger. KI kann hier als Unterstützer aber durchaus eine Rolle spielen.

Macht KI Fachwissen überflüssig?

Nein. Fachwissen wird für die Qualitätskontrolle sogar wichtiger. Wer viel Erfahrung besitzt, kann Ergebnisse einordnen, Fehler erkennen und gezielt nacharbeiten. Wer diese Kompetenz noch nicht aufgebaut hat, kann dagegen schwer beurteilen, ob ein KI-Ergebnis wirklich gut oder lediglich überzeugend formuliert, beziehungsweise gestaltet ist.
Die zentrale Zukunftskompetenz lautet deshalb nicht nur „Prompten“, sondern prüfen, auswählen und entscheiden.

Was sollten mittelständische Unternehmen zuerst tun: Social Media, Google Ads oder Markenstrategie?

Zuerst sollte die eigene Position geklärt werden. Ein häufiger Fehler besteht darin, einzelne Marketingmaßnahmen spontan umzusetzen: eine Werbefläche buchen, einen Social-Media-Kanal starten oder kurz vor einer Messe noch schnell eine Kampagne entwickeln. Das kann zu Aktionismus führen.
Besser ist diese Reihenfolge: erst Identität und Ziele klären, daraus Kernbotschaften entwickeln und anschließend geeignete Kanäle auswählen. Damit wird nicht die Frage „Was könnten wir noch machen?“ zum Ausgangspunkt, sondern „Was zahlt tatsächlich auf unsere Ziele ein und wie wollen wir wahrgenommen werden?“

Müssen Unternehmen heute auf allen digitalen Kanälen präsent sein?

Nein. Die Vielzahl möglicher Kanäle kann sogar dazu führen, dass Unternehmen sich verzetteln. Entscheidend ist nicht die größtmögliche Menge an Kommunikation, sondern eine konsistente Botschaft.
Eine Marke sollte nicht jeden Tag etwas anderes erzählen. Sprache, Gestaltung und Inhalte müssen erkennen lassen, wofür das Unternehmen steht. Gerade bei hoher Informationsdichte kann diese Wiedererkennbarkeit zum Wettbewerbsvorteil werden.

Haben Printprodukte, Messen und Werbemittel trotz Digitalisierung noch eine Zukunft?

Ja. Digitale und analoge Kommunikation erfüllen unterschiedliche Aufgaben und können sich gegenseitig verstärken. Persönliche Begegnungen, Messestände oder haptische Materialien schaffen andere Markenerlebnisse als ein Social-Media-Post.
Die entscheidende Frage lautet deshalb nicht „digital oder analog?“, sondern: Welcher Kontaktpunkt passt in welcher Situation?
Besonders stark wird eine Marke, wenn Menschen sie an unterschiedlichen Touchpoints konsistent erleben.

Was haben Unternehmenskultur und Marketing miteinander zu tun?

Sehr viel. Eine Marke besteht nicht nur aus Logo, Farben und Werbung. Auch die Art, wie ein Unternehmen kommuniziert und wie Menschen miteinander umgehen, prägt die Wahrnehmung. Eine Markenentwicklung muss sowohl für die Öffentlichkeit als auch für die eigenen Mitarbeiter gedacht werden – Stichwort: Employer Branding.
Das betrifft beispielsweise die Frage nach einer Du- oder Sie-Kultur. Es gibt dafür keine allgemein richtige Lösung. Entscheidend ist, dass sie zur Identität des Unternehmens passt und glaubwürdig gelebt wird. Dasselbe gilt für Unternehmenswerte: Sie sollten nicht nur auf einer Website stehen, sondern im Alltag erkennbar werden.

Was wird für Marken im KI-Zeitalter zum Wettbewerbsvorteil?

Je leichter Inhalte erzeugt werden können, desto wichtiger wird die Frage, warum ein Unternehmen überhaupt relevant ist. Produkte und Preise werden vergleichbarer, Wettbewerb findet zunehmend international statt und kommunikative Inhalte können immer schneller produziert werden.
Eine eigenständige Marke schafft in diesem Umfeld Orientierung. Sie vermittelt Identität, Vertrauen sowie Wiedererkennbarkeit und steigert den Unternehmenswert.
Die wichtigste Erkenntnis für den Mittelstand lautet deshalb: KI ist ein mächtiges Werkzeug für das Marketing. Der eigentliche Wettbewerbsvorteil entsteht aber aus einer klaren Identität und der Fähigkeit, diese konsequent in Kommunikation und Handeln zu übersetzen. Und genau das kann die KI bislang nicht.
Markenentwicklung made in Ostthüringen

Die „designerei – Agentur für Strategisches Design“ in Hermsdorf arbeitet mit Unternehmen an einer „Strategie, die wirkt“, einer „Kultur, die gestaltet“ und an einem „Design, das verändert“, verspricht die Agentur auf ihrer Homepage.
Weitere Infos finden Sie hier: designerei-werbeagentur.de

Die „Trendsetzer | Agentur für Markenentwicklung“ mit jeweils einem Standort in Gera und Leipzig hat sich auf die Fahnen geschrieben, für ihre Partner „Identität, Design und Aktion aus einer Hand“ zu entwickeln, umzusetzen und zu pflegen. Als Vorreiter für Zukunftsmarken arbeiten sie nach dem Credo „Wir sprechen Mensch“.
Hier erfahren Sie mehr: trendsetzer.eu
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